Die Corona-Krise kostet Holzwickede aktuell rund 2,7 Millionen Euro

dzHaushalt 2020

Durch die Corone-Krise brechen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gemeindekasse wichtige Einnahmen weg. Jetzt ist das Ausmaß des Schadens erstmals genau beziffert worden.

Holzwickede

, 27.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

In finanzieller Hinsicht hat die Gemeinde Holzwickede in diesem Jahr eine regelrechte Achterbahnfahrt durchlebt. Hatten sich Politik und Verwaltung vor wenigen Monaten noch über das im Haushaltsansatz ursprünglich kalkulierte Plus von 44.000 Euro gefreut, so müssen sie für diesen Haushalt trotzdem den Gürtel in diesem Jahr etwas enger schnallen.

Denn jetzt steht fest: Durch die Corona-Krise entsteht der Gemeinde wohl ein Schaden in Höhe von 2,7 Millionen Euro. Diese bittere Berechnung hat Andreas Heinrich, der im Mai als Nachfolger des gestorbenen Kämmerers Christian Grimm für das Amt bestellt wurde, am Donnerstag vor dem Gemeinderat vorgestellt.

Durch Corona fehlen Gewerbesteuern in Höhe von 2,6 Millionen Euro

Ein Großteil der Einbußen entsteht, so erläuterte Heinrich, wegen wegfallender Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Die Summe bezifferte er auf etwa 2,6 Millionen Euro. Der zweite Faktor liegt seinen Rechnungen zufolge in der Vergnügungssteuer, wo die Gemeinde im Vergleich zum Haushaltsansatz mit einem Minus von 100.000 Euro rechnet.

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In der Summe beträgt das finanzielle Loch, das der Gemeindekasse für den aktuellen Haushalt droht, also rund 2,7 Millionen Euro. „Ich kann nur hoffen, dass wir da gut rauskommen. Aber wir müssen erstmal abwarten, wie sich die Sache entwickelt“, sagte der Kämmerer während der Ratssitzung.

Auch wenn es mit den kalkulierten Corona-Kosten nicht direkt zu tun hat, so beschäftigte die Politik ein weiteres Thema, das man möglicherweise hätte vermeiden können: Ratsfrau Stefanie Meier (BBL) kam in diesem Zusammenhang auf die 1,1 Millionen Euro Mehrkosten zu sprechen, die Holzwickede über die differenzierte Kreisumlage zusätzlich berappen muss.

Auch ohne Corona droht der Gemeinde eine 1,1 Millionen schwere Nachzahlung

Meier forderte, dass die Gemeinde sich vom Kreis Unna detailliert darlegen lässt, wohin das Geld der Jugendhilfe geflossen ist und wie es zu der bereits bekannten Fehlberechnung seitens der Kreisverwaltung kommen konnte. Die BBL-Ratsfrau betonte aber: „Wir möchten den Kindern und Jugendlichen alles ermöglichen, was sie verdient haben.“ Sie forderte aber mehr Transparenz bei den Ausgaben.

Die Corona-Krise und ihre verheerenden finanziellen Folgen, so sind sich alle Fraktionen einig, konnte niemand vorhersehen. Die Sorge ist groß, dass die Krise auch in den Folgejahren die Gemeindekasse belasten wird.

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