Einer der besten Stabdreher-Vereine Deutschlands hat seine Wurzeln in Holzwickede

dzMajoretten-Showtanzgruppe

Majoretten – das sind Tänzerinnen, die in Uniform eine Formation tanzen und dabei geschickt einen Stab durch die Luft wirbeln. Um hier erfolgreich zu sein, braucht es Geduld, Ausdauer und hartes Training.

Holzwickede

, 26.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ausdauernd und hartnäckig muss sein, wer es beim sogenannten Twirling an die Spitze schaffen will. „Das ist Leistungssport“, sagt Trainerin Conny Link. Die Holzwickederin hat als Zwölfjährige einst selbst mit dem Sport angefangen, der die Jonglage eines Metallstabes beschreibt, während gymnastische und tänzerische Darbietungen zur Musik folgen.

Conny Link ist heute Trainerin und Vorsitzende des Vereins, den sie vor knapp zehn Jahren mitgegründet hat: Den „Majoretten-Showtanzgruppe Silver Sensation Holzwickede/Dortmund e.V.“

Link stammt aus Süddeutschland, zog Anfang der 1980er-Jahre der Liebe wegen nach Holzwickede und brachte ihre Sportart mit in die neue Heimat. Mit einigen Weggefährten gründete sie damals den Majoretten-Club-Dortmund, der in den 1990er-Jahren im Spielmannszug Dortmund-Nord aufging, ehe man ab 2010 mit „Silver Sensation“ eigene Wege ging.

Verein ist in Holzwickede verwurzelt

Stammten damals noch neun von zehn Tänzerinnen aus Holzwickede, hat sich das Verhältnis mittlerweile gedreht, kommen viele Aktive aus Dortmund. „Immer weniger Mädchen nehmen es auf sich, regelmäßig nach Dortmund zum Training zu fahren“, sagt Link. Sie legt Wert darauf, dass der Verein in Holzwickede verwurzelt und auch Mitglied im Holzwickeder Ortsverband für Sport ist.

Trainiert wird zwei Mal die Woche teils in Dortmund und teils in Holzwickede. Die Sportart ist abwechslungsreich und bietet diverse Team- und Solokategorien, bei denen zu moderner aber auch zu traditioneller Marschmusik getanzt wird.

Einer der besten Stabdreher-Vereine Deutschlands hat seine Wurzeln in Holzwickede

Millane Watson, Maria Skaro und Erza Gashi stachen bei den Deutschen Meisterschaften durch ihre Titel in Solo- und Duo-Disziplinen hervor. © privat

Trainingszeiten

Pensum ist nur in zwei Hallen zu schaffen

  • Um den trainingsintensiven Sport betreiben zu können, braucht Silver Sensation Hallenzeiten.
  • Deshalb ist der Verein sowohl Mitglied im Kreissportbund Unna als auch im Dortmunder Stadtsportbund. Dadurch kann sowohl in Holzwickede als auch in der Nachbarstadt trainiert werden.
  • Freitags wird dafür stets die Turnhalle der Anne-Frank-Gesamtschule im Dortmunder Norden genutzt. Samstags wechseln sich Gesamtschule und die Halle der Nordschule in Holzwickede im 14-tägigen Wechsel als Trainingsstandort ab.
  • Je nach Altersgruppe dauert eine Trainingseinheit bis zu drei Stunden.

Wie weit und anstrengend der Weg zum Erfolg sein kann, zeigt sich an den Beispielen von Millane Watson, Maria Skaro und Erza Gashi. Die 16-jährigen Skaro und Gashi holten sich im November den Deutschen Meistertitel als Twirling-Duo bei den Senioren. Die 17-jährige Watson wurde Vizemeisterin mit einem Stab. Das Kunststück schaffte Maria Skaro ebenfalls – mit zwei Stäben.

Hinzu kamen weitere Titel für Silver Sensation als Team in den Kategorien Cheerleading und Marsch. „Dass wir so erfolgreich abschneiden, konnten wir nur hoffen. Damit gerechnet haben wir nicht“, sagt Conny Link.

Meistertitel im Twirling sind der Lohn für hartes Training

„So richtig glauben kann ich das noch immer nicht. Es ist der Lohn für sehr hartes Training“, sagt Maria Skaro, die bereits als Siebenjährige eine Majorette wurde. Der Verein zieht sich aus den eigenen Reihen eigene Technik-Trainerin, die entsprechend zertifiziert sind. Die bringen dann den Jüngeren die verschiedenen Dreh- und Wurftechniken mit dem Stab bei, während Cheftrainerin Link das Gesamtbild im Blick hat.

Ob in der Hand gehalten oder geworfen: Wer den Stab beherrschen will, muss viel üben und braucht eine gute Koordination. Höhepunkt des Jahres sind jeweils die Deutschen Meisterschaften im Herbst. Dazwischen hat die Tanzgruppe diverse Show-Auftritte.

Einer der besten Stabdreher-Vereine Deutschlands hat seine Wurzeln in Holzwickede

Rund 20 Tänzerinnen und ein Tänzer zwischen neun und 25 Jahren sind momentan in der Majoretten-Showtanzgruppe aktiv. © Greis

Zur Sache

Mit Stäben und Pompons

  • Das hauptsächliche Arbeitsgerät der Majoretten sind ihre Stäbe. Daneben gibt es auch Cheerleading-Disziplinen, bei denen mit Pompons getanzt wird.
  • Twirling vereint bis zu zwei Dutzend verschiedene Disziplinen für Solisten, Duos oder verschieden große Teams.
  • Interessierte Anfänger – ob weiblich oder männlich – sind zu den Trainingszeiten freitags und samstags willkommen. Die Zeiten sowie Kontakt zum Verein finden sich auf der Webseite der Majoretten-Tanzgruppe unter: www.silver-sensation.de

„Anfänger sind dafür in drei bis vier Monaten fit. Da darf auch mal ein Stab fallen“, sagt Conny Link. Trotz ihrer herzlichen Art lässt sie durchblicken, dass es Disziplin braucht, um eine sehr gute Majorette zu werden.

Das Training an einem Freitagabend zeigt denn auch, wie sich die Tänzerinnen zwischen neun und 25 Jahren selbstständig und fokussiert warmmachen. Zeit für Albernheiten ist hier nicht.

„Der Druck im Wettbewerb ist hoch“, sagt Millane Watson. Entspannter sind die Show-Auftritte. Hier steht für Silver Sensation der nächste Höhepunkt am 24. Februar an: Die Majoretten sind jedes Jahr ein fester Bestandteil des Dortmunder Rosenmontag-Umzuges. Wer eine spektakuläre Show-Einlage sucht, für den hat Conny Link zudem den Hinweis: „Man kann uns für diverse Veranstaltungen buchen, für Hochzeiten zum Beispiel. Wichtig ist nur: Wir brauchen Platz.“ Und damit mein die Trainerin vor allem: Platz nach oben, damit die Stäbe der Majoretten hoch durch die Luft wirbeln können.

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