Kündigten sich in der Vergangenheit Geschäftspartner aus dem Ausland an, wurde auch schon in die entsprechende Landesflagge gehisst. Montanhydraulik ist international aktiv, aber die Auftragslage war zuletzt nicht rosig. © Greis
Metallbranche im Abschwung

Die Aufträge fehlen: Montanhydraulik streicht Stellen in Holzwickede

Fehlende Aufträge, Kurzarbeit, Umsatzrückgang: Die Montanhydraulik GmbH reagiert auf einen Abschwung in der Branche und entlässt mitunter langgediente Mitarbeiter.

In den vergangenen Tagen wurden die betroffenen Mitarbeiter informiert, für rund zwei Dutzend von ihnen steht zudem am Mittwochmorgen eine entsprechende Informationsveranstaltung an: Die Montanhydraulik GmbH baut am Stammsitz in Holzwickede 39 Stellen ab. Das bestätigt das Unternehmen auf Anfrage dieser Redaktion in einer schriftlichen Mitteilung.

Ein entsprechender Interessenausgleich und Sozialplan wurde demnach unter der Woche unterschrieben. Der Umsatz sei in den letzten beiden Jahren stark zurückgegangen, zusätzlich verlange der Wettbewerb, die Produktionskosten zu senken. Die Corona-Pandemie habe „den zwingend notwendigen Anpassungsprozess beschleunigt“, begründet das Unternehmen den Stellenabbau.

Weniger Stellen gestrichen als ursprünglich geplant

„Es waren sehr schwierige, aber auch konstruktive Gespräche zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung. In harten Verhandlungen konnte die Zahl der abzubauenden Stellen von 70 auf 39 reduziert werden“, sagt Ralf Flunkert, Vorsitzender des Betriebsrates.

Einem Teil der betroffenen Mitarbeiter soll der Wechsel in eine Transfergesellschaft ermöglicht werden, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden und die Betroffenen so wieder in Lohn und Brot zu bringen. Mit anderen Mitarbeitern, die sich altersbedingt gen Ruhestand bewegten, seien indes bereits entsprechende Sozialpläne vereinbart worden.

Sowohl Arbeitgebervertreter als auch die IG Metall haben den Prozess zum Stellenabbau in den vergangenen Wochen entsprechend begleitet. Wenn es auch bitter für alle Betroffenen sei, so kommt die Entwicklung für Michael Lux, Bevollmächtigter der IG Metall Unna, nicht überraschend: „Nach der Krise um 2008 ging es für die Metall- und Elektroindustrie zehn Jahre nur bergauf. Der Abschwung setzte schon 2019 ein. Dann kam Corona noch dazu“, sagt Lux.

Nach Informationen dieser Redaktion sind unter den Mitarbeitern, die nun ihre Anstellung bei Montanhydraulik verlieren, zahlreiche langjährige Beschäftigte, die mitunter weit länger als ein Jahrzehnt im Betrieb waren. In der Größenordnung musste sich das Unternehmen am Standort in Holzwickede letztmals im Jahr 2015 von Mitarbeitern trennen.

Die Montanhydraulik-Gruppe ist vor allem als Spezialist für hydraulische Zylinder und Systeme auf dem Weltmarkt aktiv. Rund 1050 Beschäftigte verteilen sich dabei auf Standorte auf der ganzen Welt von Italien, Indien über die USA und Kanada. Am Stammsitz in Holzwickede waren zuletzt rund 550 Mitarbeiter beschäftigt.

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Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
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Christian Greis

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