Ein Radweg an der Landskroner Straße: Das war schon lange Wunsch in Holzwickede und scheiterte bislang an offenen Grundstücksfragen. Jetzt verkündet der Kreis Unna: Der Radweg soll in zwei Jahren kommen.

Holzwickede

, 04.02.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Weil die Landskroner Straße (K10) eine Kreisstraße ist, steht hier der Kreis Unna als Baulastträger in der Verantwortung. Aktuell wird bekanntlich die Fahrbahn der Straße zwischen Sölde und Holzwickede verbreitert und saniert.

Eine Forderung seitens der Holzwickeder Fraktionen war in dem Zusammenhang stets, dass die Landskroner Straße in dem Zuge auch einen Weg für Radfahrer und Spaziergänger bekommt. Im Rathaus versprach man stets, den Einfluss der Gemeinde geltend zu machen – so weit das eben möglich sei.

Im Frühsommer vergangenen Jahres war zunächst klar: Die Sanierung der Kreisstraße erfolgt zunächst ohne Radweg. Aber der Kreis machte deutlich, dass man die zusätzliche Spur parallel zur Fahrbahn möglich machen wolle. Was es dafür brauchte: Land.

Kreis Unna und Grundstückseigentümer einigen sich auf Verkauf

Die benötigten Flächen für einen Radweg liegen entlang der Römerstraße zwischen Dortmund-Lichtendorf und entlang der Landskroner Straße bis zum Waldrand des Hixterwalds auf Höhe der Quellenstraße, die zum Emscherquellhof führt. Bislang waren diese Flächen in Besitz eines örtlichen Landwirts.

„Der Kaufvertrag zwischen dem Kreis Unna und dem bisherigen Eigentümer ist Ende der Vorwoche unterschrieben worden“, verkündet nun Bau- und Umweltdezernent Ludwig Holzbeck. Nach einem entsprechenden Beschluss im nicht öffentlichen Teil des Kreisausschusses Anfang Dezember, habe er den Grunderwerb quasi zur Chefsache machen wollen, so Holzbeck.

„Wir wissen, dass der Radweg seit Jahren ein Thema ist. Im Sommer vorigen Jahres hatte ich dann mit dem Eigentümer und meinem Verkehrsplaner ein Sechs-Augen-Gespräch. Wir haben am Ende einen fairen Preis ausgehandelt und eine vernünftige Regelung für beide Seiten gefunden“, sagt Holzbeck.

Kreis Unna sichert zu: Der Radweg entlang der Landskroner Straße kommt

Der geplante Radweg hätte direkten Anschluss an die Quellenstraße und damit zum Emscherquellhof aber auch zum gemeindlichen Wegenetz und dem Emscherweg. © Udo Hennes

Der Kaufpreis orientiere sich dabei am Bodenrichtwert für landwirtschaftliche Flächen – der liegt in dem Bereich bei 4,10 Euro pro Quadratmeter. Die vom Kreis Unna gekauften Flächen umfassen gut 26.000 Quadratmeter – ausgehend vom Richtwert läge der Kaufpreis demnach bei 106.600 Euro.

Zum genauen Kaufpreis macht der Kreis keine Angaben. „Dazu kann ich mich nicht äußern, aber es gibt ja schließlich einen Gutachterausschuss, der wissen will, ob der Preis angemessen ist“, sagt Ludwig Holzbeck.

Was letztlich der Bau des Radweges kosten wird, ist aktuell noch offen. „Das folgt im nächsten Schritt. Jetzt geht es in die Planungen“, so der Baudezernent. Dazu gehören unter anderem auch Genehmigungen seitens des Landesbetriebes Wald und Holz, weil für den Radweg auch Bäume am Rand des Hixterwaldes weichen müssen. „Hier haben wir vom selben Eigentümer direkt am Wald eine weitere Fläche gekauft, um als Ausgleichsmaßnahme vor Ort aufforsten zu können“, so Holzbeck.

Der neue Radweg soll schließlich über gut 1,2 Kilometer von Lichtendorf entlang der Römerstraße und Landskroner Straße bis zum Quellenweg führen. Hier ist dann eine Querung über die Landskroner Straße vorgesehen. Über die Quellenstraße schließt der neue Radweg dann an das gemeindliche Wegenetz mit ausgeschilderten Radwegen gen Gemeindemitte und Emscherweg an.

Bei den technischen Planungen gelte es nun, diverse Kriterien zu erfüllen, um möglichst von Fördermitteln zu profitieren. „Über das NRW-Verkehrsministerium sind zwischen 60 und 70 Prozent an Förderung denkbar“, sagt Holzbeck. Eine entsprechende Mittelfreigabe könne man im Laufe des kommenden Jahres erwarten. Den eigentlichen Bau des Radweges hält Ludwig Holzbeck im Jahr 2022 für realistisch.

Kreis Unna sichert zu: Der Radweg entlang der Landskroner Straße kommt

Im Bereich der Landskroner Straße müssen noch dicke 500er-Leitungen verlegt werden. Erst danach kann die Sanierung der Straße beendet werden. Der geplante Radweg wäre eine gesonderte Maßnahme, die im Jahr 2022 erfolgen könnte. © Greis

Straßensanierung wird erst im Sommer beendet

Während die Planungen für einen Radweg entlang der Landskroner Straße nun konkret werden, ist man bei der Verbreiterung und Sanierung der Kreisstraße noch mitten in den Bauarbeiten.

Zur Erinnerung: Nachdem im Sommer zunächst die Römerstraße zügig saniert wurde, kam es entlang der Landskroner Straße kurz nach Baustart zu Komplikationen. Eine Wasserleitung hielt dem Druck der Arbeiten nicht stand und platzte an mehreren Stellen auf.

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Plötzlich war mit DEW21 auch ein Dortmunder Versorger mit im Boot, der nun seine alte Leitung zwischen Sölde und Holzwickede tauscht. Bis die neuen Leitungen liegen, muss der Kreis mit der Sanierung warten. Hätte die Maßnahme bereits zum Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen sein sollen, so nennt der Kreis-Baudezernent Ludwig Holzbeck nun grob den Sommer als Fertigstellungszeitraum.

Durch die Probleme mit der maroden Wasserleitung sind die Gesamtkosten mittlerweile auf gut 2 Millionen Euro gestiegen und haben sich damit fast verdoppelt.

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