Wenn vom 5. bis 8. Juli ganz Holzwickede im Zeichen des Schützenfestes steht, dann wird in diesem Jahr auch Einiges anders als sonst sein. Und das liegt nicht nur an daran, dass dieses Jahr kein König, sondern ein Kaiser gesucht wird.

Holzwickede

, 24.06.2019, 15:14 Uhr / Lesedauer: 3 min

So langsam steigt die Vorfreude, das ist deutlich spürbar. Frank Weber, Gisela Zickler und Jürgen Fritz können langsam, aber sicher sagen: „Es ist alles bereit.“ Für das Vorstandsteam der Holzwickeder Bürgerschützen war die Vorbereitung des Schützenfestes vom 5. bis 8. Juli alles andere als einfach: Dass die Bauarbeiten am Rathaus das Fest in irgendeiner Weise beeinflussen würden, zeichnete sich zwar schon früh ab, doch wie genau die Änderungen aussehen würden, das ist erst jetzt klar.

Schützenfest Holzwickede

Das Programm im Überblick

Freitag, 5. Juli:
  • 15 Uhr Seniorennachmittag im Festzelt auf dem Platz von Louviers; Kaffee und Kuchen werden vom Bürgerschützenverein spendiert (bitte eigene Tasse mitbringen); 15 Uhr Kinderkönigschießen mit der „Red-Dot-Anlage“; alle Holzwickeder Kinder sind eingeladen, mit einem Lasergewehr auf einen kleinen Holzvogel zu zielen; das neue Kinderkönigspaar wird anschließend im Festzelz während des Seniorennachmittages gekrönt und erhält kleine Preise
  • 19 Uhr Partynacht im Festzelt auf dem Platz von Louviers
Samstag, 6. Juli:
  • Anders als in den Vorjahren muss der Künstlermarkt, der ansonsten immer am Vormittag im Festzelt stattfand, wegen zu geringer Resonanz ausfallen.
  • 17 Uhr Kompanien versammeln sich und marschieren im Sternmarsch zum Marktplatz
  • 20 Uhr Totenehrung auf dem Marktplatz unter musikalischer Gestaltung der MGV Cäcilia und Eintracht Hengsen, anschließend Musik im Festzelt auf dem Platz von Louviers
  • 23 Uhr Zapfenstreich mit Fackelzug und Musik der Spielmannszüge auf dem Rathausplatz
Sonntag, 7. Juli:
  • 11 Uhr Frühschoppen im Festzelt auf dem Platz von Louviers
  • 15 Uhr Festumzug ab Festzelt auf dem Platz von Louviers, anschließend Parade auf dem Marktplatz
  • 19 Uhr Musik im Festzelt auf dem Platz von Louviers
Montag, 8. Juli:
  • ab 9 Uhr Frühstück für Politik-, Vereins- und Schulvertreter im Festzelt auf dem Platz von Louviers, anschließend ab 11 Uhr Vogelschießen
  • 20 Uhr Kaiserproklamation im Festzelt

Neu: Festzug startet nicht am Marktplatz, sondern am Festzelt

Und es ist alles halb so wild: „Natürlich ist es ungewohnt, wenn man einen Ablauf seit 69 Jahren im Blut hat, aber wir haben jetzt eine sehr gute Lösung gefunden“, sagt der kommissarische Vorsitzende der Bürgerschützen, Frank Weber. Denn erstmals seit 69 Jahren startet der Festuzug am Sonntag, 7. Juli, nicht auf dem Marktplatz, sondern auf dem Festplatz von Louviers. Das hat einen einfachen Grund: „Dort stehen Toiletten am Festzelt zur Verfügung“, erklärt Jürgen Fritz, der Kassierer des Vereins. Durch den Rathausumbau sind die Toiletten am Marktplatz nicht nutzbar - und das wäre gerade für die anreisenden Gastvereine, die am Festzug teilnehmen, ein unschöner Start in den Festzug. „Die haben dann ja teilweise schon einige Zeit im Bus gesessen, bevor der Zug startet, da müssen wir dafür sorgen, dass sie am Startpunkt Toiletten zur Verfügung haben“, so Fritz.

Wichtig: Rathaustreppe kann genutzt werden

Die Toiletten sind eine Sache, die Nutzung des Marktplatzes die andere: Dass der Marktplatz und vor allem die Rathaustreppe trotz des laufenden Rathaus-Umbaus für die Schützenfest-Aktivitäten zur Verfügung stehen, ist für die Bürgerschützen echtes Glück: „Ohne die Treppe wäre vieles nicht möglich“, sagt Gisela Zickler. Nicht nur beim Festumzug am Sonntag werden auf der historischen Treppe das Königspaar und sein Hofstaat stehen, auch beim Zapfenstreich am Samstag, 6. Juli, um 23 Uhr, spielt die Treppe eine wichtige Rolle. „Da stehen die Musikzüge vor der Treppe, das Königspaar und die Fahnen samt Begleitung auf und an der Treppe und dazu dann die Fackelträger - zusammen mit dem in der Dunkelheit beleuchteten Rathaus ist das einfach eine ganz besondere Atmosphäre“, schwärmt Frank Weber.

Das ist dieses Jahr beim Schützenfest in Holzwickede anders

Für eine besondere Atmosphäre sorgen stets die Fackelträger beim Zapfenstreich am Samstagabend des Schützenfestwochenendes. © Marcel Drawe

Kein Wunder also, dass die Schützen erleichtert sind, dass sie nicht auf eine Alternative zum Marktplatz zurückgreifen mussten. „Die Alternative wäre der Vorplatz der evangelischen Kirche gewesen, aber da hätten wir ein Podest bauen müssen und das ist ja auch wieder mit Kosten verbunden“, erklärt Weber.

Während für die anderen Mitglieder der Bürgerschützen die Vorbereitungen aufs Schützenfest am Donnerstag, 4. Juli, mit dem Schmücken des Platzes und des Zeltes losgehen, ist das Vorstandsteam schon seit Monaten mit den Planungen beschäftigt. „Die Anträge an die Polizei und das Straßenverkehrsamt, wo wir mit dem Festzug lang laufen wollen, haben wir Ende Januar rausgeschickt“, erzählt Gisela Zickler. Auch die Spielmannszüge, die den Festzug begleiten und im Zelt spielen, müssen früh angefragt werden. „Im April brauchen sie da niemanden mehr zu fragen.“

„Im April brauchen sie da niemanden mehr zu fragen.“
Gisela Zickler, Schriftführerin der Bürgerschützen Holzwickede, über die rechtzeitige Buchung der Spielmannszüge für das Schützenfest

Erfahrung aus dem Vorjahr: Ordner werden vorher geschult

Erfahrungen aus dem Vorjahr fließen in die Planungen natürlich mit ein. So werden beispielsweise die 20 Ordner, die für die Begleitung des Festzuges mit seinen rund 500 Teilnehmern erforderlich sind, am Mittwoch vorher noch durch die Polizei geschult. „Letztes Jahr war es doch sehr hektisch, daraus haben wir gelernt“, sagt Frank Weber.

Dass die erforderlichen 20 Ordner zusammenkommen, daran hat der kommissarische Vorsitzende keinen Zweifel: „Jede unserer fünf Kompanien ist angewiesen, zwei Ordner zu stellen, das sind also schon mal zehn Leute.“ Unterstützung bekommen die Bürgerschützen außerdem von der Kolpingsfamilie, die ebenfalls Ordner stellen will.

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Gegen die Hitze: Wasserstelle auf halber Strecke des Festzuges

Ebenfalls bewährt hat sich 2018 die Einrichtung einer „Wasserstelle“ auf der Hälfte der Festzugstrecke. „Letztes Jahr war es unglaublich heiß, da haben wir mit einem Bulli auf halber Strecke den Zugteilnehmern Wasser angeboten“, sagt Jürgen Fritz. Angesichts der schon jetzt hohen Temperaturen wird es diese Flüssigkeitsversorgung auch dieses Jahr wieder geben.

Kein König: Holzwickede bekommt einen Kaiser

Das ist dieses Jahr beim Schützenfest in Holzwickede anders

Für Andreas Gawlowski und Jennifer Krauß endet am ersten Juliwochenende die Zeit als Schützenkönigspaar in Holzwickede. © privat

Und dann ist da ja noch das, worum es eigentlich geht: Beim Vogelschießen suchen die Bürgerschützen dieses Mal keinen König. „Wir richten alle fünf Jahre ein Kaiserschießen aus. Daran dürfen alle ehemaligen Könige teilnehmen“, erklärt Frank Weber. Sechs Kandidaten haben ihren Hut innerhalb der gesetzten Frist in den Ring geworfen und dürfen am Montag, 8. Juli, nach den Schüssen auf die Insignien des Vogels und 60 verkauften Schüssen ihr Glück versuchen.

Wer dann den Vogel runterholt, folgt auf Carsten Becker und Andreas Gawlowski - der erstere ist amtierender Kaiser (seit fünf Jahren), der letztere amtierender König. Damit hat Holzwickede nach dem Schützenfest nicht mehr zwei, sondern nur noch einen Regenten - nämlich nur noch den neuen Kaiser. „Das ändert sich erst wieder 2020, wenn wir ein normales Königsschießen haben. Danach haben wir dann wieder einen König und einen Kaiser“, erklärt Frank Weber.

Verwirrend: Kaiser mit Königin? Oder Kaiser mit Kaiserin?

Übrigens: eine Kaiserin bekommt Holzwickede nicht automatisch, wenn am 8. Juli der neue Schützenkaiser feststeht. Da greift nämlich ein strenges „Adelsprotokoll“: Nur, wenn der dann neue Schützenkaiser seine damalige Schützenkönigin an seine Seite wählt, darf sie auch den Ttel „Kaiserin“ tragen. Wählt er eine andere Regentin, die vorher noch nicht Schützenkönigin war, ist sie „nur“ Schützenkönigin - an der Seite des Schützenkaisers, wohlgemerkt. Wie gut, dass so viel Protokoll nur beim Vogelschießen gilt. Der Rest des Schützenfestes lässt sich einfach genießen.

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