Das Blaue Kreuz lässt niemanden mit seinen Süchten allein

dzSuchtkrankenhilfe in der Evangelischen Kirche

Egal welche Sucht, ob Alkohol-, Tabletten-, Drogen- oder auch Spielsucht – das Blaue Kreuz in der Evangelischen Kirche kümmert sich. Doch: „Es muss klick machen, sonst nützt alles nichts“, sagt BKE-Mitglied Willy Dorna.

Holzwickede

, 25.07.2018, 15:33 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Blaue Kreuz in der Evangelischen Kirche – was ist das eigentlich? Fragen wie diese kennen Walter Beier und Willy Dorna schon lange und noch immer. Das Thema wird anscheinend gern verdrängt. Der Ehrenvorsitzende des Landesverbandes NRW und das Mitglied des Holzwickeder BKE werden aber auch in dem Jahr, in dem das BKE in Holzwickede 25 Jahre alt wird, nicht müde, die Fragen zu beantworten und für die Hilfe durch Ehrenamtliche zu werben. Beim BKE handelt es sich um die Selbsthilfeorganisation in der Suchtkrankenhilfe. Es geht um Alkohol, es geht um Drogen, Tabletten- oder auch Spielsucht. Die BKE-Mitglieder sind füreinander da, kümmern sich, geben Halt, helfen in größter Not und halten zusammen.

Suchtkrankenhilfe, erklärt Beier, ist der Kern der Arbeit des BKE. Und bei dieser Arbeit beginnt alles mit der Betreuung, mit dem Erstkontakt zu Suchtkranken oder deren Angehörigen, es sind die Erstgespräche, die geführt werden. Alles stets der Schweigepflicht entsprechend. Da muss niemand Sorge haben, es würde etwas ausgeplaudert. Die Suchtkranken werden aber auch bei Behördengängen unterstützt, werden in der Klinik besucht. Und es gibt die Gruppenabende. Für die Arbeit des BKE gilt: „Jeder Mensch, der abhängig geworden ist, ist es aufgrund unterschiedlicher Umstände geworden, keine Umstände sind besser oder schlechter. Jeder der abhängig wurde, hat für sich offenbar ohne den Suchtstoff keine Alternative gefunden. Jeder, der den Weg aus der Sucht sucht und findet, mit oder ohne Suchtkrankenhilfe, hat einen wichtigen Schritt gemacht und verdient Achtung und Respekt.“

Walter Beier weiß, wovon er spricht. Dem Alkohol hat er selbst vor über 40 Jahren abgeschworen. Mit viel Herzblut kümmert er sich seitdem um andere. Beier war es auch, der vor 25 Jahren vom Kreis Unna angesprochen wurde, ob er nicht helfen wolle, in Holzwickede eine Gruppe zu gründen. Beier tat es und hatte gleich Bärbel Brauckmann an seiner Seite. Brauckmann ist seit vielen Jahren Vorsitzende des Holzwickeder BKE. Auch sie hat schon längst das Silberjubiläum ihrer Abstinenz gefeiert.

Um Mitglieder werben

„Es ist keine Schande, Alkoholiker zu sein. Es ist aber eine Schande nichts dagegen zu tun“, ist ein Motto des BKE. Und weil das BKE helfen möchte, braucht es Mitglieder. Darum werden Walter Beier und Willy Dorna nicht müde, Fragen zu beantworten und das BKE bekannter zu machen. Und weil Beier und Dorna darauf hoffen, dass auch einfach mal jemand zum Gruppentreffen vorbeikommt, würden sie gern künftig diese Treffen im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde in der Gemeindemitte an der Goethestraße abhalten. Bislang treffen sich die Gruppen (Suchtkranke und Angehörige) im Opherdicker Gemeindehaus. Beispiele dafür, dass sich Mitglieder intensiv kümmern, sind zurzeit Ingo Schmidt und Frank Grappendorf. „Das sind unsere neuen Suchtkrankenhelfer und Gruppenleiter“, stellt Walter Beier die beiden vor. Zwar leiste jedes BKE-Mitglied Unterstützung bei der Ersthilfe. Die beiden Holzwickeder aber haben eine zweijährige Ausbildung beim Landesverband absolviert und kennen sich ganz besonders gut aus. „Wer zwei Jahre im Verein ist, kann eine solche Ausbildung machen. Und dazu muss niemand selber suchtkrank sein“, erklärt Willy Dorna.

Der eigene Wille zählt

Es sind aber zum größten Teil trockene Alkoholiker in der Holzwickeder Selbsthilfeorganisation. Doch auch Spiel- und Drogensucht sind ein Thema. Willy Dorna aber weiß aus eigener Erfahrung: „Es muss klick machen, sonst nützt alles nichts.“ Das BKE zeigt die Wege aus der Sucht an. Und die beginnen dann in der Regel in einer Klinik.

Im 25. Jahr des Bestehens möchte sich das Holzwickeder BKE bei allen Bürger noch bekannter machen. „Wir wollen vermehrt in andere Gruppen gehen und uns dort vorstellen“, knüpft Dorna die ersten Kontakte. Doch auch dazu braucht es Mitglieder, die sich engagieren. Das Motto lautet daher: Je mehr Mitglieder, umso besser.

Empfang geplant

Der 25. Geburtstag soll am 11. November mit einem Gottesdienst und anschließendem Empfang gefeiert werden. Eine große Feier sparen sich die Mitglieder. Sie haben sich stattdessen für eine dreitägige Reise nach Lübeck entschieden.

Erstkontakt

Für den Erstkontakt beim Blauen Kreuz steht die Vorsitzende Bärbel Brauckmann, Tel.(02301)914283 und Dagmar Quernheim, Tel. (0152)54224998, zur Verfügung. Gruppentreffen sind immer dienstags von 19.30 bis 21.45 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus, Unnaer Straße 70.

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