Darum werden die Eichen im Düsseldorfer Weg nicht radikal zurückgeschnitten

dzWohnen in Holzwickede

Die Anwohner des Düsseldorfer Weges ärgern sich über die Straßenbäume und fordern einen Rückschnitt. Die Gemeinde erklärt, warum das nicht so einfach möglich ist.

Holzwickede

, 20.10.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Anwohner im Düsseldorfer Weg sind verärgert. Nicht nur, weil gerade im Herbst die Eichen vor ihrer Haustür ihre Last abwerfen und die Straße unter Eicheln begraben. Viele Äste reichen auch auf die Grundstücke der Anwohner, die Eichen lassen ihre Nüsse auch dort fallen.

Von der Gemeinde fühlen sich die Anwohner im Stich gelassen. Ihre Wünsche, die Äste der Eichen zu beschneiden, sind bislang abgewiesen worden. Tanja Flormann, zuständig für Umwelt und Klimaschutz in der Gemeinde, erklärt, wieso: „Es gibt eigentlich nur zwei Gründe, aus denen wir Straßenbäume schneiden.“

Sicherung des Verkehrs gewährleisten

Zum einen stehe die Gemeinde in der Verkehrssicherungspflicht. Ragen Äste auf die Straße, die Autos oder Lastwagen behindern könnten, müssen die beseitigt werden. Viele der Straße zugewandten Äste im Düsseldorfer Weg sind beispielsweise bis auf vier Meter Höhe abgesägt, damit der Müllwagen durchfahren kann.

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Ein anderer Grund sind Sicherungsschnitte, wenn die Gemeinde zum Beispiel Totholz im Baum feststellt. „Alles andere machen wir in der Regel nicht“, so Flormann. Äste, die auf Anwohnergrundstücke ragen, würden nur in Einzelfällen geschnitten. „Meist, wenn Äste an die Hauswand ragen.“

Kein Anspruch auf Baumschnitt

Größere oder radikale Schnitte, wie sie von den Anwohnern des Düsseldorfer Weges gefordert werden, mache die Gemeinde hingegen eher nicht. Bei Straßenbäumen hätten die Anwohner kein Anspruch darauf, dass die entsprechend beschnitten werden.

Eichelproblem im Düsseldorfer Weg: Die Anwohner haben derzeit ohne Ende Eicheln in ihren Vorgärten.

Eichelproblem im Düsseldorfer Weg: Die Anwohner haben derzeit ohne Ende Eicheln in ihren Vorgärten. © Lisa Dröttboom

„Im Zweifelsfall haben wir dann einseitig beschnittene Bäume, die nicht mehr standsicher sind“, sagt Flormann. Sie weist darauf hin, dass Baumschnitt wie in den angefragten Fällen oft eine Einzelfallentscheidung ist. „Wir haben im Düsseldorfer Weg nun einmal Eichen stehen. Das wäre kein baumverträglicher Schnitt, wenn die jetzt radikal zurückgeschnitten würden.“

Sie kann den Ärger einiger Anwohner nachvollziehen, denn „sicherlich wachsen die Bäume“, allerdings müsse man als Anwohner damit leben. „Wir werden keine Kronen kappen. Da würden mir nur Schaden mit anrichten.“

Radikale Schnitte wenig Chancen

Ein radikaler Schnitt, wie er im Düsseldorfer Weg gefordert wird, müsste sowieso erst im Umweltausschuss beantragt werden. Von Seiten der Gemeinde gebe es keine Erfordernis für mehr als die Pflegeschnitte. „Unsererseits machen wir da nicht mehr.“

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Einem Antrag gesteht sie jedoch wenig Chancen ein, die Politik sei mittlerweile doch sehr „pro-Baum“ aufgestellt. „Die Chance sehe ich als eher gering an.“ Eine ähnliche Niederlage hätten sich die Anwohner der Lessingstraße eingestehen müssen: Die hatten sich einen Radikalschnitt der Ahornbäume vor ihrer Haustür gewünscht. Schlussendlich habe man aber nur im Einzelfall einzelne Äste rausgenommen.

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