Darum ist Nele Buckemüller (20) gegen eine Frauenquote in ihrer eigenen Partei

dzPolitik

Die CDU im Bund möchte, dass bis 2025 in allen Ortsvorständen zur Hälfte Frauen sitzen. Eine Nachwuchspolitikerin aus Holzwickede hält das für falsch.

Holzwickede

, 10.07.2020, 13:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im 18-köpfigen Vorstand der Holzwickeder CDU sind momentan fünf Frauen tätig. Eine davon ist Nele Buckemüller. Die 20-Jährige gehört zu jenem Nachwuchs, von dem sich die heimischen Christdemokraten für die Kommunalwahl im September viel versprechen. Neben ihr wollen mit René Winkler und Marcal Zilian – beide so wie sie Mitglieder der Jungen Union – drei junge CDU-Gesichter einen Sitz im Rat bekommen.

Während der Wahlkampf erst langsam an Fahrt aufnimmt, führt die CDU indes eine innerparteiliche Debatte, die Nele Buckemüller unmittelbar betrifft: Die Diskussion geht um eine einheitliche Frauenquote innerhalb der Partei. Der konkrete Gedanke: In allen bundesweiten Ortsverbänden, so der Vorschlag einer Satzungskommission der Bundes-CDU, sollen die Vorstände bis 2025 zur Hälfte aus Frauen bestehen.

Der Weg zum politischen Amt: Leistung sollte im Vordergrund stehen

Nele Buckemüller hält das für falsch. Sie wünscht sich zwar, dass sich mehr Frauen an der politischen Arbeit in Holzwickede beteiligen. Das mit einer Quote vorzuschreiben, hält sie aber für nicht zielführend. Sie ist der Meinung, dass bei der Besetzung eines Amtes die Leistung des Einzelnen im Vordergrund stehen sollte, nicht etwa Geschlecht, Hautfarbe oder die Religion.

Jetzt lesen

„Wir versuchen natürlich einen Querschnitt der Gesellschaft abzubilden“, sagt Buckemüller und räumt ein, dass sich die Zusammensetzung im örtlichen CDU-Vorstand geschlechtstechnisch nicht ganz im Gleichgewicht befindet.

Die Festlegung einer Quote würde aus ihrer Sicht das Problem allerdings nicht lösen. Dass wegen einer Quote wichtige Posten nach dem Kriterium Geschlecht zwangsweise besetzt – oder im schlimmsten Fall gar unbesetzt bleiben müssten, ist aus ihrer Sicht der falsche Weg: „Wir können uns keine Frau aus dem Hut zaubern“, sagt die Nachwuchspolitikerin.

„Da müssen alle anderen auch durch“

Sie selbst habe sowohl in der Partei als auch privat noch nie das Gefühl gehabt, wegen ihres Geschlechts benachteiligt oder diskriminiert worden zu sein. Wenn sie sich in der Vergangenheit nicht ganz ernst genommen fühlte, dann eher wegen ihres Alters. „Aber da müssen alle anderen auch durch“, erklärt Buckemüller.

Jetzt lesen

In der Politik werde der Ton manchmal eben etwas rauer. „Wenn man sich in seiner eigenen Partei nicht durchsetzen kann, dann wird man es bei Diskussionen mit anderen Fraktionen erst recht nicht können.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Kulturschaffende in Holzwickede
Was die Pest im Mittelalter und das Coronavirus in der heutigen Zeit gemeinsam haben
Meistgelesen