Josef-Reding-Schüler gehen ausnahmsweise auch an einem Samstag gerne zur Schule

dzTag der offenen Tür

Samstags in die Schule gehen – das sollte eigentlich nicht für gute Laune sorgen. Die herrschte beim Tag der offenen Tür an der Josef-Reding-Hauptschule aber. Die Lehrkräfte freuten sich zudem über das eine oder andere Wiedersehen.

Holzwickede

, 25.01.2020, 18:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Josef-Reding-Hauptschule ist die letzte verbliebene ihrer Art im südlichen Kreis Unna und insgesamt eine von nur noch fünf Hauptschulen im Landkreis. Nicht verwunderlich also, dass Holzwickeder Kinder nur etwas mehr als ein Drittel der Schülerschaft ausmachen. Der Rest kommt größtenteils aus Unna, Dortmund und Schwerte.

Die Herkunft der Kinder und Jugendlichen ist denn am Samstag beim Tag der offenen Tür im Schulzentrum an der Opherdicker Straße auch Thema auf einer Schautafel. In Text und Fotos stellen die Schüler hier ihre Heimat vor. Und auch wenn fast jeder Zweite an der JRS einen Migrationshintergrund hat, steht auf den Plakaten meist: Schwerte, Sölde oder Fröndenberg.

Erinnerung an den Namensgeber Josef Reding

Und zwischen den Plakaten findet sich ein Gedicht, dass mit dem Satz beginnt: „Meine Stadt ist oft schmutzig, aber mein kleiner Bruder ist es auch, und ich mag ihn.“ Es ist der Beginn von Josef Redings „Meine Stadt“. Der Namensgeber der Schule war am 10. Januar im Alter von 90 Jahren gestorben. Auch mit den Plakaten zum Thema Heimat gedenkt die Schule dem Literaten.

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Abseits der Stellwände haben die Schüler mehrere Stände aufgebaut, verkaufen Waffeln oder Bratwürste oder stellen den Sanitätsdienst vor. Auch wenn es eine Pflichtveranstaltung ist: Beim Tischtennis im Forum oder Billard im Schulcafé erholt man sich schnell von den Schichten am Grillstand oder im Café, die von den Schülern selbst betrieben werden.

Zwischen den wuselnden Schülern ragt der eine oder andere Kopf eines Erwachsenen hervor. „Wenn Eltern ihre Kinder auf unsere Schule schicken wollen, dann ist mir wichtig, dass wir an so einem Tag die Atmosphäre zeigen, wie sie ist. Und ich habe überhaupt kein Problem damit, dass sich die Kinder so geben, wie sie sind. Denn unsere Schüler sind nett, offen und freundlich“, widerspricht Schulleiter Klaus Helmig den gängigen Klischees über Hauptschüler.

Die haben sich alle Mühe gegeben, den Besuchern etwas zu bieten: Ein Regenwald-Quiz regte an, darüber nachzudenken, wie man das Abholzen der Wälder vermeiden kann. Von Weihnachten übrig gebliebene Nikoläuse wurden zu selbst gebackenen Schoko-Kuchen, ein Kurs befasste sich mit Mikroskopieren.

Josef-Reding-Schüler gehen ausnahmsweise auch an einem Samstag gerne zur Schule

Die Schulsanitäter Karolina, Manuel und Lena (v.l.) verarzten Mitschülerin Chantal – natürlich nur zur Anschauung. © Udo Hennes

Digitaler Wandel an der Hauptschule

„Leider wurde ein neuer Beamer so kurzfristig geliefert, dass wir den noch nicht installieren konnten, um auf Leinwand zu zeigen, was mikroskopiert wurde“, sagt Helmig. Beamer und interaktive Bildschirme, die demnächst geliefert werden sollen, zeugen vom digitalen Wandel an der Schule. Dazu gehört auch ein 3D-Drucker, der kürzlich von der Sparkasse gesponsert wurde. „Dafür arbeiten wir momentan an Unterrichtsinhalten für die 10. Klassen“, so Helmig.

Die Sparkasse ist auch für den Förderverein der Schule ein wichtiger Geldgeber, wie die Vereinsvorsitzende erklärt: „Ohne solche Sponsoren könnten wir viele Projekte nicht umsetzen“, sagt Angelika Hartjenstein. Projekte gegen Rassismus, Schulobst, finanzielle Unterstützung von Arbeitsgemeinschaften oder Unterstützung bei Klassenfahrten für finanzschwache Familien – das würde es ohne den rund 70 Mitglieder starken Verein nicht geben.

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„Wir haben einige Mitglieder, deren Kinder sind seit zehn Jahren aus der Schule und die Eltern sind immer noch Mitglied“, sagt Hartjenstein. Mit Blick auf nachfolgende Generationen kann sie das nur begrüßen: „Vielleicht kommen die 13 Euro im Jahr so auch mal den eigenen Enkeln zugute.“

Nicht so unwahrscheinlich: „Wir hatten heute auch Besuch von Ehemaligen, die jetzt ihr Kind bei uns anmelden“, sagt Schulsozialarbeiter Dennis Herkelmann. Überhaupt kommt er mehrmals ins Gespräch mit einstigen Schülern: „Der Tag der offenen Tür hat sich auch ein bisschen zum Treffpunkt für Ehemalige entwickelt. Und es interessier uns natürlich auch, was aus den Schülern geworden ist“, sagt er.

Für Schulleiter Klaus Helmig sind solche Besuche ein gutes Zeichen: „Das zeigt uns, dass man hier eine gute Schulzeit hatte. Das nehmen wir ausgesprochen positiv auf.“

Josef-Reding-Hauptschule

Anmeldetermine für das Schuljahr 2020/21

Eltern können ihre Kinder an folgenden Tagen an der Schule im Sekretariat, Raum 27, anmelden:
  • Dienstag, 18. Februar, 9 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr
  • Mittwoch, 19. Februar, 9 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr
  • Donnerstag, 20. Februar, 9 bis 14 Uhr
  • Freitag, 21. Februar, 9 bis 14 Uhr
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