Freundschaft mit Portland ruht still wie die Queen Mary 2 auf See

dzStädtepartnerschaft

Ein eindrucksvolles Bild zeigt sich seit Mitte Mai im Süden Englands: An der Küste vor Holzwickedes Partnerstadt Weymouth ruhen derzeit die Kreuzfahrt-Riesen. Ruhig bleibt es vorerst auch in der Beziehung zur Nachbarstadt Portland.

Holzwickede

, 08.06.2020, 13:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Verwaltungsakt im Süden Englands im Vorjahr hat seitdem für einige Irritation im Verhältnis zwischen Holzwickede und den einstigen „Twin Cities“ Weymouth und Portland gesorgt. Nach Jahren unter einer gemeinsamen Verwaltung sind die beiden Kommunen mittlerweile eigenständig.

Das hat zunächst dazu geführt, dass Portland scheinbar kein Interesse mehr an einer Städtepartnerschaft zu Holzwickede hatte. Mit Weymouth wiederum wurde der Freundschaftsvertrag im September des Vorjahres formell erneuert.

Zu Jahresbeginn deutete sich aber an: Auch in Portland ist man gewillt, den Freundschaftsvertrag zu erneuern. Neben Colditz, Louviers und Weymouth würde Holzwickede dann faktisch eine vierte Partnerstadt bekommen. „Wir haben immer den Kontakt nach Portland gehalten. Ich glaube, die neu aufgebaute Verwaltung musste sich dort auch erst einmal finden“, sagte der Erste Beigeordnete Bernd Kasischke kürzlich im Ausschuss für Schule, Sport, Kultur und Städtepartnerschaften.

Holzwickeder Delegation will nach England reisen

In der Praxis würde sich die Veränderungen auf Verwaltungsebene sowieso nicht auf das Verhältnis der Menschen auswirken. Das Pendant des Deutsch-Britischen Clubs, die „Twinning Society“, will an der eigenen Vereinsstruktur nichts ändern. „Auf die Aktiven im Verein hat die administrative Trennung keinen Einfluss“, so Kasischke.

Jetzt lesen

Im Ausschuss konnte er auch berichten, dass bereits der Besuch einer kleinen Holzwickeder Delegation um Bürgermeisterin Ulrike Drossel in Portland geplant war. Vor Ort hätte sie gemeinsam mit Mayor Susan Cocking eine neue Freundschaftsurkunde unterzeichnet. Wegen des Coronavirus steht die Reise vorerst auf Halt.

Die Auswirkungen eines nahezu weltweiten Reisestopps zeigen sich derweil übrigens direkt vor der Küste von Weymouth: Seit Wochen ankern hier ein halbes Dutzend mächtige Kreuzfahrtschiffe. Das größte und bekannteste darunter ist die Queen Mary 2. Der Kreuzfahrer ist 345 Meter lang, wiegt fast 80.000 Tonnen und fasst samt Personal mehr als 4300 Menschen.

Ähnlich wie bei Flugzeugen gibt es auch für den Schiffsverkehr entsprechende Internetseiten, auf denen sich die Position diverser Schiffstypen verfolgen lässt. Neben Weymouth ist in rund 90 Kilometern Entfernung das Meer vor Southampton und Portmouth aktuell ein weiterer Ankerpunkt für Kreuzfahrtschiffe, die momentan nicht auslaufen können.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger „Foodsharing“
Geben und nehmen: Holzwickeder können auch künftig Lebensmittel per Kiste teilen
Hellweger Anzeiger Coronavirus
„Teilweise steinzeitlich“: Welche Lehren der Kreis Unna aus der Corona-Pandemie zieht