Mitarbeiter des Holzwickeder Ordnungsamtes sind tagsüber in Partnerschaft mit Polizeibeamten stichprobenartig auf Kontrollgang, um die Einhaltung der Coronaschutzverordnung zu überprüfen. © Udo Hennes
Coronavirus

Corona-Pandemie: Jetzt wird mehr kontrolliert – die Zeit der Verwarnungen ist vorbei

Die pandemische Lage in Holzwickede befindet sich weiter im Negativ-Trend. Bürgermeisterin Ulrike Drossel hält eine Ansprache und richtet an die Bürger der Gemeinde einen dringenden Appell.

Während die Corona-Pandemie in Sommer und Herbst in der Gemeinde Holzwickede verhältnismäßig wenig Sorgen bereitet hat, so ist die zweite Infektions-Welle inzwischen in der Emscherquellgemeinde regelrecht eingeschlagen.

An stark frequentierten Orten haben Holzwickeder zuletzt von Nachlässigkeiten im Umgang mit der Pandemie berichtet: Eine Marktbesucherin hat sich anonym bei dieser Redaktion gemeldet. Ihr Vorwurf: Die Menschen halten auf dem Wochenmarkt zu wenig Abstand, tragen ihre Masken nicht ordnungsgemäß.

Bei einem Marktbesuch am Freitag haben wir uns bei Beschickern über diesen Sachverhalt erkundigt. Sie können den drastischen Vorwurf nicht bestätigen. Im Gegenteil: Wie die selbstständige Stoffverarbeiterin Andrea Wicke berichtet, komme es in Einzelfällen zwar zu Verstößen. Sie ist sich aber sicher, dass die meisten Händler verantwortungsbewusst mit diesem Thema umgehen.

Eine anonyme Hinweisgeberin hat Maskenmuffel auf dem Wochenmarkt kritisiert. Die Beschickerin Andrea Wicke, die jeden Freitag selbstgenähte Masken verkauft, beurteilt das Verhalten der Menschen ganz anders. © Carlo Czichowski © Carlo Czichowski

Maskenmuffel auf dem Markt zeigt Beschickerin den Mittelfinger

Wenn Wicke jemanden ohne Maske über den Markt schlendern sehe, dann weise sie die betreffende Person schlichtweg darauf hin. Die würden dann in der Regel ihre Maske aufsetzen. „Nur“ in einem Fall sei eine Kundin uneinsichtig gewesen, anschließend auch beleidigend geworden und habe ihr den „Stinkefinger“ gezeigt.

Insgesamt, so befindet sie, ist die Situation alles andere als kritisch. Dass sich nicht ausnahmslos jeder an die Regeln hält, sei ein Phänomen, das auch in anderen Bereichen zu beobachten ist. Die breite Masse hingegen sei vernünftig.

Als Reaktion auf die gestiegenen Infektionszahlen hat Bürgermeisterin Ulrike Drossel (BBL) jetzt eine Ansprache an die Bürger der Gemeinde gehalten; sie geht unter anderem auf Orte wie den Wochenmarkt ein. In den letzten beiden Wochen sind die Zahlen der Corona-Erkrankten deutlich angestiegen. Im November, so berichtet Drossel, habe das Ordnungsamt der Gemeinde Holzwickede über 800 Quarantäne-Verordnung an Covid-19 infizierte Menschen und deren Kontaktpersonen ausstellen müssen.

Maskenmuffel auf dem Wochenmarkt? Wer seine Bedeckung fürs Gesicht vergessen hat, der kann beim Stand des Holzwickeder Landwirtes Hans-Joachim Redix eine Einweg-Maske bekommen. Weil immer mal wieder vereinzelt Kunden ihre Maske vergessen, hat er stets eine kleine Packung auf Lager. © Carlo Czichowski © Carlo Czichowski

Die über 80 Infizierten verteilen sich über Kindergärten, Schulen, seit kurzem auch über Seniorenheime. Einzelne Fälle seien aber auch im privaten Umfeld aufgetreten.

Da laut Drossel im öffentlichen Raum weitestgehend die Abstands- und Maskenpflicht eingehalten wird, soll dennoch verstärkt an stark frequentierten Orten wie Bushaltestellen, der Multisportanlage und Kinderspielplätzen kontrolliert werden.

Corona: In dieser Woche gab’s noch Ermahnungen, jetzt Bußgelder

In dieser Woche, so erläutert Drossel, seien lediglich mündliche Verwarnungen bei Aufnahme der Personalien ausgesprochen worden, ab der kommenden Woche werden bei Verstößen Bußgelder verhängt.

Die steigenden Infektionszahlen zum Anlass nehmend, richtet die Bürgermeisterin in ihrer Ansprache einen Appell an die Bürger der Gemeinde: Sie sollen alle nicht notwendigen Kontakte vermeiden, weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln einhalten und eine Masken tragen.

Bei typischen Symptomen wie Geschmacksverlust, Husten und Fieber sollten Menschen sofort telefonisch ihren Arzt und ihre direkten Kontaktpersonen informieren.

In der dunklen Jahreszeit, so Drossel, „werden wir auch in den kommenden Wochen mit weiteren Einschränkungen leben müssen. Jeder Einzelne trägt solidarisch mit seinem persönlichen Verhalten dazu bei, die Infektion einzudämmen, bis ein Impfstoff vor Ort zur Verfügung steht“.

Über den Autor
Redaktion Unna
1993 in Hagen geboren. Erste journalistische Schritte im Märkischen Sauerland, dann beim Westfälischen Anzeiger in Werne. Spielt in seiner Freizeit gerne Handball und hört Musik.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt