Corona: Fitnessstudios sind von „Lockdown light“ betroffen – und bangen um ihre Existenz

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Im Zuge der Corona-Pandemie werden die Fitnessstudios in Holzwickede erneut schließen müssen. Wie werden sie ihren zweiten Lockdown innerhalb eines Jahres wegstecken?

Holzwickede

, 28.10.2020, 18:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hantelbänke, Laufbänder und Gymnastikmatten bleiben in Holzwickede bis Ende November weitestgehend unbenutzt. Alle Fitnessstudios müssen jetzt wieder für knapp vier Wochen ihre Pforten schließen. So lautet eines der Ergebnisse aus der Konferenz zwischen Bund und Ländern vom Mittwochnachmittag, in der das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie abgestimmt wurde.

In Holzwickede betrifft das neben Sky Fit und Easyfitness im Holzwickeder Norden auch die Studios Mrs Sporty, Körperformen und Fit´n well. Sie alle müssen ab Montag in den sogenannten „Lockdown light“. So ganz stimmt das aber nicht: Im Vergleich etwa zu Geschäften ist es für sie vielmehr ein richtiger Lockdown.

Schließung der Fitnessstudios eine „Vollkatastrophe“

Aus Sicht von Samir El Farchi, Studioleiter von Sky Fit an der Gottlieb-Daimler-Straße, ist das ein herber Rückschlag. Er bezeichnet die Entscheidung der Konferenz als „Vollkatastrophe“, hat wenig Verständnis dafür, dass er jetzt zum zweiten Mal in diesem Jahr den Trainingsbetrieb geschlossen halten muss.

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„Aus meiner Sicht sind private Veranstaltungen das Problem“, sagt El Farchi. Dass das Hygiene-Konzept bei Sky Fit greift, daran hat er keinen Zweifel: „Wir hatten hier bisher einen einzigen Corona-Fall. Die Person hat sich aber nicht hier angesteckt, sondern woanders, war lediglich hier trainieren.“ Dass dieses Ereignis keine weiteren Infektionen in seinem Studio ausgelöst hat, sieht er als Beweis dafür.

Er hofft, dass Sky Fit so zeitnah wie möglich wieder öffnen kann, würde andernfalls langfristig Probleme auf das Studio, das erst kurz vor Ausbreitung der Corona-Pandemie in Deutschland eröffnet wurde, zukommen. „Das kann bei jedem existenzbedrohlich werden“, sagt El Farchi. Irgendwann seien die Reserven aufgebraucht. Einen Monat würde das etwa gut gehen, „danach wird es langsam kritisch“.

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Er sei froh, dass es vor Ort eine „gute Mitgliederstruktur“ gebe und er sei sich sicher, dass Sky Fit auch die zweite wirtschaftliche Durststrecke in der bisher kurzen Unternehmensgeschichte überstehen wird.

Statt eines Shutdowns muss die Risikogruppe geschützt werden

Ähnlich beurteilt man die Lage im Fitnessstudio Mrs Sporty. Dort haben vor einigen Wochen schon Renovierungsarbeiten begonnen. Der Franchise-Partner im Bereich Frauenfitness betrachtet den Shutdown ebenfalls kritisch. Laut Studio-Leiterin Anna Zirdas sei es in jedem Fall wichtig, Risikogruppen zu schützen. Die Infektionsgefahr in Fitnessstudios und Restaurants sei aber verhältnismäßig gering. Noch mehr: „Das trifft uns in einer Zeit, in der das Immunsystem gerade durch Sport gestärkt werden müsste.“

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