Klassen untereinander wissen ohnehin, ob jemand positiv getestet worden ist. In der Folge spricht sich so etwas auch rum. Kein Grund also, aus solchen Fällen ein Geheimnis zu machen. © dpa (Symbolfoto)
Meinung

Corona an Schulen: Wozu die Geheimniskrämerei?

Es könnte einfach sein: Corona-Fälle an Schulen treten auf, der Kreis Unna gibt die Namen der Schulen heraus – Thema erledigt. Aber: Gemeinde und Kreis Unna setzen lieber auf Geheimniskrämerei.

Wer mit Informationen sparsam ist, befeuert die Gerüchteküche. Das gilt auch für die Zahl der Corona-Infektionen. Zwei Schulen sind in Holzwickede betroffen, meldet das Gesundheitsamt. Aber welche? Das ist die erste Frage, die sich unweigerlich stellt. Der Kreis Unna und die Gemeinde Holzwickede legen über diese Frage den Mantel des Schweigens. Das ist doch lächerlich. Als ob man damit die betroffenen Schulen an den Pranger stellen würde.

Wenn Schüler an Corona erkranken, kann selten die Schule etwas dafür. Genauso wenig wie Erkrankte selbst. Andere Städte im Kreis Unna spielen mit offenen Karten. In Bergkamen berichtet die Schuldezernentin ausführlich, an welchen Schulen Coronafälle auftreten und in welchen Zusammenhängen.

Das gleiche Spiel in Unna, dort informiert die Stadt als Schulträger von sich aus. Warum soll also gerade in Holzwickede das Thema so brisant sein soll, dass man nicht offen damit umgehen kann? Wäre die Auskunft auf Anhieb erteilt worden, würde man sich seitens der Verantwortlichen viel Aufsehen sparen. So wird das Thema nur weiter im Gespräch bleiben, bis jeder von irgendjemandem über den Flurfunk erfahren hat, an welcher Schule die Infektionen nun aufgetreten sind. Das Stille-Post-Prinzip greift. Mit all seinen Nachteilen.

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