CDU: Gemeinde Holzwickede soll „Krähenplage“ bekämpfen wie die Stadt Soest

Saatkrähen

Es ist laut und vor allem fällt viel von den Bäumen: Um das Holzwickeder Saatkrähen-Problem einzudämmen, fordert die CDU-Fraktion einen „Aktionsplan“ mit externem Sachverstand.

Holzwickede

, 17.04.2019 / Lesedauer: 3 min
CDU: Gemeinde Holzwickede soll „Krähenplage“ bekämpfen wie die Stadt Soest

Saatkrähen sind seit Jahren ein Streitthema in Holzwickede. Für das vergangene Jahr wurde erstmals seit Jahren wieder ein Rückgang der Tiere festgestellt. Es sind aber immer noch 240 Brutpaare. © picture-alliance / dpa/dpaweb

„Es ist lauter geworden in den vergangenen Jahren“, sagt ein Holzwickeder. Er meint die Geräuschkulisse, die die Saatkrähen aufbauen. Der Mann lernte Krähen als Nachbarschaft vor einigen Jahren kennen. Dann lebte er zwischenzeitlich in anderen Orten, und seit ein paar Monaten ist er wieder zurück. Sein Eindruck, dass die Krähenpopulation zugenommen hat, wird auch von Fachleuten bestätigt. Die Datenbank der Ornitholigischen Arbeitsgemeinschaft (OAG) Kreis Unna weist für das vergangene Jahr zwar einen Rückgang um 53 auf 240 Brutpaare auf. Insgesamt sind die Saatkrähenbestände seit dem Jahr 2000 aber angestiegen. Seit dem Jahr 2011 sind es nie weniger als 170 Brutpaare, meistens deutlich mehr. Um die Jahrtausendwende waren es gerade einmal sechs.

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„Holzwickede ist im Vergleich zu anderen Kommunen im Kreis Unna und im Regierungsbezirk eine Schwerpunkt-Niststätte“, schreibt die CDU-Fraktion im Gemeinderat. Die Christdemokraten fordern in einem Antrag einen „Aktionsplan zur Eindämmung der Krähenplage“. CDU-Fraktionschef Frank Markowski und Ratsmitglied Dieter Bückemüller erklären: „Wir möchten alle uns rechtlich zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um unsere Bürger vor weiteren Belästigungen zu schützen.“ Im nächsten Umweltausschuss solle das Thema beraten und ein Aktionsplan beschlossen werden, fordern die Politiker.

Aufgrund des häufigen Krähenvorkommens seien Sondergenehmigungen für Holzwickede wie für die Stadt Soest gerechtfertigt, meinen sie. Diese Stadt sollte sich Holzwickede zum Vorbild nehmen und sich auch externen Sachverstands bedienen.

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Die Gemeinde versucht, die Vögel von bevorzugten Nistbäumen zu vertreiben, indem Nester entfernt werden. Dies gilt als einzige Möglichkeit, gegen die Krähen vorzugehen, da sie unter Schutz stehen. Und der Gemeinde sind Grenzen gesetzt: Sie darf nur Nester aus Bäumen entfernen, für die der Kreis Unna eine Genehmigung erteilt - obendrein nur bis zum 15. März. In Soest ist das bis Mitte April möglich. Für bestimmte Standorte in Holzwickede hatte die Naturschutzbehörde keine Genehmigung erteilt, beispielsweise für die Nordstraße in Höhe des Treffpunkts Villa. Die Ablehnung sei „nicht nachvollziehbar“, so Markowski und Buckemüller. Sie fordern außerdem, dass die Gemeinde schon bei Baumschnittarbeiten im Frühjahr auf Nester achtet und diese nicht „erst wenige Tage vor Ablauf der Frist 15. März“ entfernt. Außerdem sollen kotverschmutzte Wege, Straßen und Plätze nun „unverzüglich“ gereinigt werden.

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