Bundesstelle leitet keine Ermittlungen nach Flugzeugabsturz in Holzwickede ein

dzFlugsicherheit

Das Bild des in den Bäumen hängenden Leichtflugzeuges bleibt im Gedächtnis. Was genau dazu geführt hat, dass die Maschine am Samstag in Hengsen abstürzte, wird wohl nie geklärt.

Unna

, 29.05.2019, 13:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Flugzeugabsturz in Holzwickede - diese Nachricht schreckte am Samstagnachmittag viele Menschen auf. Ein Ultraleichtflugzeug hing am Segelflugplatz in Hengsen in den Bäumen.

Augenzeugen berichteten, dass Flugzeug habe sich im Landeanflug befunden, habe kurz am Boden aufgesetzt und sei dann wieder durchgestartet. Am Rande des Flugplatzgeländes sei es vermutlich zu einem sogenannten Strömungsabriss gekommen, in dessen Folge die Maschine in die Bäume stürzte. Die Polizei berichtete von einem Seitenwind, mit dem der Pilot beim Landen offensichtlich zu kämpfen gehabt habe und der die Maschine in einen Baum gedrückt habe.

Ursache wird wohl nie geklärt

Was tatsächlich zu dem Flugunfall führte, wird wohl nie geklärt. Auf Anfrage teilte die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig mit, dass sie keine Ermittlungen aufgenommen habe. Hintergrund ist, dass es bei dem Unfall keine schwerer verletzten Personen gegeben habe.

Aufgaben

Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hat ihren Sitz in Braunschweig. Ihre Aufgabe ist es, eine unabhängige Untersuchung von schweren Flugunfällen durchzuführen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen und daraus folgende Sicherheitsempfehlungen sollen helfen, zukünftige Unfälle zu vermeiden. Sie dienen nicht der Klärung der Schuld- oder Haftungsfrage.

Der 56 Jahre alte Pilot aus Meinerzhagen und seine 51-jährige Ehefrau wurden zwar zur Kontrolle in ein Krankenhaus gebracht, konnten das aber wieder verlassen. Der Sachschaden an dem Ultraleichtflugzeug, das auch dank der Unterstützung der Feuerwehr Bergkamen mit einem Teleskopmast aus den Bäumen geborgen werden konnte, ist aber beträchtlich.

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Flugunfälle wie der am 25. Mai in Holzwickede-Hengsen sind meldungspflichtig. „Wir wurden ordnungsgemäß über das Geschehen informiert“, berichtete ein Sprecher der BFU. Es gebe aber wegen der vergleichsweise geringen Schäden keinen Anlass, Ermittlungen einzuleiten.

Das Gesetz über die Untersuchung von Unfällen und Störungen bei dem Betrieb von zivilen Luftfahrzeugen (FLUUG) sieht eine unabhängige Untersuchung von Flugunfällen und schweren Störungen durch die Bundesstelle vor, insbesondere ohne eine Einflussnahme von Dritten. Um einen solchen Flugunfall handelte es sich bei dem Absturz in Hengsen nicht.

Absturz wird Teil der Statistik

Der Flugunfall wird aber nicht vergessen. „Es besteht eine Meldepflicht bei den Sportflugverbänden“, erklärte der BFU-Sprecher. Der Unfall werde dort in eine Liste aufgenommen und so zumindest statistisch erfasst. Ermittlungen nehmen die Verbände nicht auf.

Der Pilot aus Meinerzhagen gilt als erfahren und hatte die Maschine in Hengsen gechartert.

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