Bullemänner werfen mit „Dönerkes“ einen westfälisch-türkischen Blick auf die Heimat

dzKabarett auf Haus Opherdicke

Westfälischer trifft auf türkischen Humor: Die Bullemänner präsentierten am Donnerstagabend ihr Programm „Dönerkes“ auf Haus Opherdicke. Unterstützt wurden sie durch Kabarettisten mit türkischen Wurzeln.

von Lena Zschirpe

Holzwickede

, 23.08.2019, 10:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Westfälisch-türkischer Heimatabend: Das aktuelle Sonderprogramm „Dönerkes“ der Bullemänner führte am Donnerstagabend in der Scheune auf Haus Opherdicke unterschiedliche Kulturen, aber den gleichen Sinn für Humor zusammen.

Unverfroren und mit einer Prise schwarzem Humor präsentiere sich das Komiker-Duo aus Augustin Upmann und Heinz „Heini“ Weißenberg. Als Gäste rundeten Senay Duzcu aus Köln und Murat Kayi aus Dortmund die ausverkaufte Veranstaltung ab.

Dabei fing das Heimatprogramm des Duos erst einmal mit einem Geständnis an: Wie sich herausstellte, ist Upmann gar kein gebürtiger Westfale, sondern stammt aus Niedersachsen. „Pass bloß auf, dass Du nicht zurückmusst. Niedersachsen wurde auf der Liste der sicheren Ausreise-Länder ergänzt“, mahnt sein Kollege Weißenberg, als der erste Schock verdaut ist.

Schwarzer Humor und Folksongs

„Dönerkes“ überzeugte bereits bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen das Publikum und wird 2019 von dem westfälischen Duo fortgeführt. Das Programm zeichnet sich auch durch aktuellen politischen Bezug aus. „Grönland hat der Trump ja nicht bekommen, vielleicht können wir ihm stattdessen Gelsenkirchen anbieten“, schlägt Upmann vor.

Es soll nicht der einzige spitzzüngige Kommentar zur Schalke-Stadt an diesem Abend bleiben. Kaum eine Minute ohne Pointe vergeht, die besten kommen bei den Bullemännern oftmals unerwartet.

Kabarett trifft hier auch auf Konzert-Feeling, wenn amerikanische Folkssongs mit neuen, deutschsprachigen Texten versehen werden. Und auch Weißenberg wichtigstes Anliegen, sein Engagement bei der freiwilligen Feuerwehr, kommt in „Dönerkes“ nicht zu kurz. Diesmal ist es das Nachwuchsproblem, das ihm zu schaffen macht.

Was bedeutet Heimat?

Die Gäste Duzcu und Kayi erzählen im Kontrast von ihren Erfahrungen, als Nachfahren von Immigranten in Deutschland aufzuwachsen. Und von Missverständnissen, die bei der Schreibweise ihrer Namen anfangen und in kleinen aber feinen Bedeutungsunterschieden aufhören. „Zum Beispiel bei Einlauf und Auflauf – da gibt’s Verwechslungsgefahr. Stellt Euch mal deutsche Freunde vor, wenn ich sie zu einem Einlauf mit ganz viel Käse einlade“, so Duzcu.

Auch der Frage nach dem Heimatgefühl gehen die Bullemänner an diesem Abend schließlich nach. „Heimat ist für mich der Ort, wo meine Rechnungen ankommen“, erklärt Upmann trocken. Das würden wohl viele Gäste im Publikum so unterschreiben.

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