Bürgermeisterwahl: Zwei Kandidaten stecken noch im digitalen Wahlkampf-Modus

dzSatire

Ulrike Drossel hat für die zweite Amtszeit als Holzwickeder Bürgermeisterin zwar schon einen Eid geleistet. Ein Blick ins Internet zeigt: Zwei Herausforderer sind noch (oder wieder) im Rennen.

Holzwickede

, 22.11.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wochenlang fiebert Willy aus Holzwickede der Kommunalwahl 2025 entgegen. Weil er sich diesmal besonders gut vorbereiten möchte, stöbert er im Internet nach Informationen zu den Kandidaten. Wen er direkt in den Rat wählen möchte, weiß er schon ganz genau. Welche Partei er damit unterstützt, entscheidet er nicht zufällig: Willy wählt seit 30 Jahren die selbe Farbe.

Nur bei der Bürgermeisterwahl ist er momentan noch unentschlossen: Ulrike Drossel vom BBL will nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten: „Die hat das eigentlich ganz gut gemacht“, denkt Willy, und stößt bei seiner Internet-Recherche auf zwei Kandidaten, denen er schon 2020 viel zugetraut hatte: den Christdemokraten Frank Lausmann und den Sozialdemokraten Peter Wehlack.

Für die richtige Wahl kann ein Gespräch auf dem Marktplatz hilfreich sein

Dass die aktuellen Stellvertreter Drossels 2025 jetzt noch einmal antreten würden, hätte er jedenfalls nicht gedacht. Auf dem Wochenmarkt, wenige Wochen vor der Wahl, findet er mehrere Wahlkampfstände, Lausmann oder Wehlack sind an diesem Freitag jedenfalls nicht vor dem Rathaus. Von der Brasserie im umgebauten Rat- und Bürgerhaus aus schlendert er über den Marktplatz, spricht mit einigen Ratskandidaten über die Forderungen der jeweiligen Partei.

Erst zuhause angekommen, das Internet durchforstend, findet Willy hilfreiche Informationen zu den beiden Bürgermeisterkandidaten: Lausmanns Herzensangelegenheit ist noch immer die Ortsumgehung. Auf seinem Kandidatenprofil in einem Sozialen Netzwerk macht er kräftig Werbung für jenes Verkehrsprojekt, dessen Zukunft noch immer von einem laufenden Gerichtsverfahren abhängt.

Die Entscheidung soll in der Wahlkabine fallen

Wehlack hat sich unter anderem die Digitalisierung von Schulen auf die Fahne geschrieben, fordert auf seiner persönlichen Internetseite zudem mehr Radwege. „Noch mehr Radwege?“, fragt sich Willy Holzwickeder. In den vergangenen fünf Jahren wurde immerhin der Emscherweg erweitert, insgesamt sind auch einige neue Radwege auf dem Gemeindegebiet dazu gekommen. Er selbst lässt das Auto gerne öfter stehen, nutzt für kurze Strecken lieber das Fahrrad.

Bis zum Wahltag ist er unentschlossen, hat von den anderen Kandidaten kaum etwas gelesen. Er hat sich jedenfalls vorgenommen, spätestens in der Wahlkabine zwischen Lausmann und Wehlack zu entscheiden.

Er zückt seinen Stift, faltet den Wahlzettel auseinander – und sucht erfolglos nach seinen beiden Favoriten. Ungläubig zückt er sein Smartphone und sucht die Internetseiten der Kandidaten auf. Er hält sein Handy einem Wahlhelfer vor die Nase und sagt: „Das nächste Mal wähle ich wieder unvorbereitet.“

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