Die Talkrunde im Rahmen des Emscher-Food-Festivals endete am Samstag mit einer überraschenden Ankündigung: Eine neue Route für den Emscherweg kommt. Damit entfällt ein lästiger Umweg.

von Lena Zschirpe, Anna Gemünd

Holzwickede

, 25.08.2019, 12:49 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Talkrunde während des Emscher-Food-Festivals ging dem Ende entgegen. Wewole-Chef Rochus Wellenbrock, Ulrich Paetzel als Vorstand der Emschergenossenschaft und Bürgermeisterin Ulrike Drossel plauderten mit Moderator Lothar Baltrusch zuvor über die Wewole-Stiftung, die Entwicklung der Emscher; da machte Drossel zum Abschluss noch eine überraschende Ankündigung.

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Die Bürgermeisterin bestätigte, dass eine neue Routenführung für den Emscherweg entlang der Bahnschienen zwischen Schäferkampstraße und Vinckestraße genehmigt wurde. Entsteht hier ein befestigter Weg für Radfahrer und Spaziergänger, dann entfällt der bisherige Umweg zwischen den beiden Straßen in nördlicher Richtung rund um das Wiederholt-Firmengelände und über die Rausinger Straße und Gartenstraße.

Bürgermeisterin bestätigt beim Emscher-Food neue Rad-Route für den Emscherweg

Im Rahmen der Talkrunde kündigte Bürgermeisterin Ulrike Drossel (links) den neuen Radweg an. Mit im Bild: Lothar Baltrusch, Rochus Wellenbrock und Dr. Ulrich Paetzel (von links). © Udo Hennes

Neue Route erhöht die Sicherheit für Radfahrer

„Ich freue mir ein Loch in den Bauch“, so Drossel am Samstag auf der Bühne „Das verbessert nicht nur die Lebensqualität in Holzwickede, sondern auch die Sicherheit für Fahrradfahrer.“ Von der Schäferkampstraße aus soll zudem ein direkter Radweg direkt zum Emscherquellhof führen.

„Das verbessert nicht nur die Lebensqualität in Holzwickede, sondern auch die Sicherheit für Fahrradfahrer.“
Bürgermeisterin Ulrike Drossel

So entsteht eine Route, für die man den Hof entweder an den Anfang oder das Ende einer großen Schleife durch Holzwickede setzen kann. „Daran arbeite ich seit Beginn meiner Amtszeit. Insofern freut es mich sehr, dass die Emschergenossenschaft dieser Lösung zugestimmt hat“, so Drossel auf Nachfrage.

„Das ist auch für uns eine tolle Neuigkeit“, sagt wiederum Ulrich Paetzel für die Emschergenossenschaft. Überhaupt sei es vor 30, 40 Jahren kaum denkbar gewesen, dass sich jemand mit dem Namen der Emscher schmücken möchte. „Oder sie gar unter dem Ortsschild erwähnen möchte, wie es in Holzwickede mittlerweile der Fall ist“, so Paetzel.

Potenziale der Emscher weiter nutzen

Vor einigen Jahrzehnten war die Emscher den Menschen im Ruhrgebiet als unangenehm riechender und verdreckter „Köttelkanal“ oder „Köttelbecken“ bekannt. Erst ab Mitte der 1980er-Jahre wurde sie nach und nach renaturiert. „Die Wohnlage von vielen aber auch die Lebensqualität allgemein haben sich dadurch verbessert“, so Paetzel.

Die Emschergenossenschaft und der Lippeverband seien aber längst nicht fertig mit den Verschönerungen. „Stück für Stück werden mehr Städte im Ruhrgebiet das Potenzial der Emscher nutzen können.“ So sei beispielsweise neben den Reben am Phoenix-See ein weiterer Weinberg in der Nähe von Castrop-Rauxel geplant. „Wir haben den Anspruch mit dem, was wir tun, die Region zu verändern“, sagte Paetzel.

Das erste Emscher-Food – ein voller Erfolg

Neben der informativen Gesprächsrunde mit Überraschungseffekt am Ende setzte das Emscher-Food-Festival auf vielseitige Unterhaltung. Zauberer Mr. Tom sorgte am Samstagmittag für viel Gelächter und Staunen unter den jüngsten Gästen. Die mobile Band „The Poor Boys & Girls“ lockerte mit einer Mischung aus Folk und Soul den Nachmittag musikalisch auf.

Dabei war die Veranstaltung durchgehend von Jung und Alt dicht besucht und auch schon am Freitagabend picknickten Hunderte Besucher zu Grillspezialitäten, Cocktails und süßem Streetfood bis in die späten Abendstunden zur Livemusik der „Nellie Garfield Band“.

Bürgermeisterin bestätigt beim Emscher-Food neue Rad-Route für den Emscherweg

„Central Park“ spielten am Samstagabend beim Emscher-Food die größten Hits von Simon and Garfunkel. © Udo Hennes

Am Samstagabend sorgten dann zu späterer Stunde die Bands „Second Chance“ und „Central Park“ für Musik auf der Bühne - mit Hits wie „Mrs Robinson“ und „50 wasy to leave your lover“ brachten sie ein bisschen Simon and Garfunkel nach Holzwickede. Es war der gelungene Abschluss eines zweitägigen Fests, das die Kilturbeauftragte der Gemeinde als „rundum gelungen“ bezeichnet. „Wir sind megazufrieden“, sagte Kristina Cikes am Sonntagnachmittag in Gespräch mit unserer Redaktion.

Viele Gäste von Außerhalb

„Wir hatten Gäste aus Dortmund, Schwerte und Unna, aber auch aus Ennepetal und Hagen. Viele dürften erstmalig hier gewesen sein und haben jetzt gesehen, welche Schätze Holzwickede zu bieten hat.“
Kristina Cikes, Kulturbeauftragte der Gemeinde Holzwickede

Besonders gefreut habe sie sich darüber, dass auch Besucher von Außerhalb zum Emscherquellhof kamen: „Wir hatten Gäste aus Dortmund, Schwerte und Unna, aber auch aus Ennepetal und Hagen. Viele dürften erstmalig hier gewesen sein und haben jetzt gesehen, welche Schätze Holzwickede zu bieten hat.“

Das Angebot, sich Picknickdecken ausleihen zu können, sei erfreulich gut angenommen worden, so Cikes. „Überall saßen Leute. Und man konnte gut sehen, dass es für jeden den richtigen Platz gab: Wer Lust auf Partymusik hatte, der war vorne an der Bühne, wer lieber in Ruhe mit Freunden quatschen wollte, hatte seine Decke auf den Wiesen aufgeschlagen.“

Bürgermeisterin bestätigt beim Emscher-Food neue Rad-Route für den Emscherweg

Mit der Picknickdecke ab auf die Wiese: Das Angebot kam bei „Emscher-Food“ sehr gut an. © Greis

Der Shuttlebus, der die Besucher kostenlos vom Rathausplatz zum Emscherquellhof und zurück brachte, erwies sich ebenfalls als gute Idee: „Wir haben zwischendurch selbst geguckt, wie es angenommen wird und haben festgestellt, dass es sehr gut geklappt hat“, berichtet Cikes. Und auch spontan reagieren war möglich: Als am Samstag zwischenzeitlich der Andrang auf den Shuttlebus stark anstieg, organisierten die Veranstalter einen weiteren Bus.

Dass auch einige der Streetfood-Trucks am Samstagabend um 19 Uhr schon „leer gegessen“ waren, sieht Cikes als Zeichen, wie gut das Angebot angenommen wurde. „Das Schöne war auch einfach, dass die Zielgruppen bunt gemischt waren: Freitagabend waren mehr Teens und Twens da und am Samstagnachmittag die Familien und abends die Älteren.“ Ihr Fazit ist klar: „Gerne wieder!“

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