„Nicht auf die lange Bank schieben“: Bürgerblock will öffentliche Freiflächen bepflanzen

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Mehr Bäume auf kleineren Flächen: Der Unabhängige Bürgerblock möchte sich der „negativen Klimabilanz“ annehmen. Holzwickede soll innerhalb eines Jahres aufgeforstet werden.

Holzwickede

, 12.09.2019, 16:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn es nach dem Unabhängigen Bürgerblock (BBL) geht, soll es in der Emscherquellgemeinde künftig mehr Bäume auf öffentlichen Grünflächen geben. In einem entsprechenden Antrag fordert der BBL, dass sich der Umweltausschuss in der Sitzung am Montag mit der Frage beschäftigt, inwieweit das möglich ist.

„Wir haben auf lange Sicht eine negative Klimabilanz“, erklärte Fraktionsvorsitzender Michael Laux auf Nachfrage unserer Redaktion. Er sieht Holzwickede umwelttechnisch auf einem eher schlechten Stand und sieht dringenden Handlungsbedarf: „Wir dürfen das Thema nicht auf die lange Bank schieben“, findet er.

Schlechte Klimabilanz

Die Gründe für die prekäre Klimabilanz liegen für ihn auf der Hand: Durch Baumaßnahmen, wie dem Kita-Bau in der Gemeindemitte oder den Arbeiten auf dem Grundstück der alten Emscherkaserne, sei einiges an Grünflächen zerstört worden. Ein Ausgleich habe in den meisten Fällen bislang nicht stattgefunden.

Es sei die Verantwortung der Politik, so gut es geht für einen Ausgleich zu sorgen. Zumindest sofern es wirtschaftlich sinnvoll ist. Ganz so einfach ist die Mission „Aufforsten“ in Holzwickede allerdings nicht: Große Flächen stehen nämlich kaum zur Verfügung. Dass man einen neuen Park bepflanzen könnte, hält Laux für „utopisch“.

„Nicht auf die lange Bank schieben“: Bürgerblock will öffentliche Freiflächen bepflanzen

Die Kita im Wohnpark Emscherquelle soll größer werden, als geplant. Dafür fällt ein Stück des Grünstreifens (in der Abbildung rechts von der Kita) weg. Einem Antrag der Grünen, in dem sie eine Ersatzpflanzung forderten, wurde im Mai eine Absage erteilt. © Wilma

Kleine Grünflächen bepflanzen

Deshalb sei es wichtig, im Kleinen anzufangen. Laut einer Studie der TU Dortmund, auf die der BBL in seinem Antrag verweist, seien kleine Grünflächen ohnehin für die Verbesserung des Klimas gewinnbringender. Der BBL hat daher kleine Flächen ins Auge gefasst, die etwa für eine Bebauung nicht in Frage kommen.

Vorsichtig hat die BBL-Fraktion auch schon einen zeitlichen Rahmen formuliert: „2020 sollen die Pläne realisiert werden“, fordert Laux. Der Zeitpunkt für den Antrag ist dabei nicht zufällig gewählt. In ungefähr einem Monat beginnen in den Fraktionen die Klausurberatungen für den Haushalt des kommenden Jahres.

„In den Haushaltsplanungen berücksichtigen“

„Es wäre gut, wenn wir in Sachen Aufforstung bis dahin Klarheit hätten, um das in den Haushaltsplanungen schon berücksichtigen zu können“, sagte der BBL-Fraktionschef.

Die Angelegenheit ist allerdings noch etwas wackelig: Zunächst muss nämlich geklärt werden, ob es überhaupt entsprechende Flächen gibt. „Dazu haben wir bisher keine Kenntnisse“, erklärte Laux. Diese zentrale Frage gelte es zu beantworten, ehe man tätig werden könne. Dazu soll eine Übersicht erstellt werden.

Wichtige Sauerstoffproduzenten

Für Laux bleibt aber kein Zweifel daran, dass die Politik in Holzwickede dringend handeln muss. Laut dem BBL-Antrag seien besonders Bäume für das Kleinklima in bebauten Bereichen unverzichtbar, weil sie nicht nur wichtige Sauerstoffproduzenten und Schattenspender sind, sondern auch jede Menge Feinstaub, Pilzsporen und Bakterien aus der Luft filtern. Eine Aufforstung ist nach ihrer Auffassung also auch im Interesse von Anwohnern und Kindergartenkindern sowie ihren Eltern.

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