Die Ideen reichen von Blühstreifen über einen verkehrsberuhigten Bereich im Zentrum bis hin zu Verbesserungen für Fahrradfahrer. Auch die kostenlosen Parkplätze werden wieder zum Thema.

Holzwickede

, 09.06.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein Blühstreifen, ein verkehrsberuhigter Bereich im Zentrum der Gemeinde oder eine neue Einbahnstraße. Nachdem das Klima-Café wegen der Corona-Krise ausfallen musste, gibt die Gemeinde ihren Bürgern die Möglichkeit, ihre Ideen für ein Klima-Schutzkonzept auf einer digitalen Karte einzutragen. Das Angebot wird fleißig angenommen.

„Bürger können noch bis zum 13. Juni ihre Ideen auf der Karte eintragen“, sagt Uwe Nettlenbusch, Bauamtsleiter der Gemeinde. „Dann sollen die Ideen im Umweltausschuss besprochen werden.“ Spätestens an diesem Tag würde man dann die Vorschläge durchgehen und herausfiltern, was die Gemeinde umsetzen kann.

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Denn: „Auf einen ICE-Anschluss oder weniger Flugverkehr über Holzwickede haben wir keinen Einfluss.“ Nettlenbusch bezweifelt, dass sich am Ende jeder Ideensammler im Konzept wiederfinden wird, aber „wenn da gute Ideen bei sind, dann kommen die in das Konzept mit rein“. Allerdings verbergen sich unter den bislang 27 Kommentaren und Vorschlägen auch umsetzbare Ideen.

Verkehrsberuhigtes Gemeindezentrum und Einbahnstraßen

Die meisten Ideen auf der Karte drehen sich um das Thema Mobilität. So wünscht sich eine Holzwickederin eine Fußgängerzone rund um den Marktplatz und die Hauptstraße. Ein anderer Bürger wünscht sich eine Einbahnstraßenregelung für die Opherdicker Straße und die Hamburger Allee, um eine Verkehrsentlastung für den Bereich zu erwirken.

Ein Ideen-Geber wünscht sich Fußgängerampeln an den Kreuzungen Nordstraße und Stehfenstraße, die automatisch auf Grün schalten. Er fordert auch, dass die Ortsumgehung endlich realisiert wird, damit der Durchgangsverkehr aus Haupt- und Nordstraße verschwindet.

Blumen und Bäume fürs Klima

Die Klimakarte gibt auch die Chance, längst Vergessenes wieder auf den Schirm zu bringen. So gibt ein Bürger an, dass auf der Ecke Reuterstraße/Landweg neben der Bäckerei ein ungenutztes Beet brachliegt. Er wünscht sich einen Baum, wie er vor einigen Jahren schon mal dort gestanden hat.

Blühstreifen mit wilden Blumen gehören auch in Holzwickede seit zwei Jahren regelmäßig zum Ortsbild. Im Rahmen des Umweltkonzeptes könnte diese Art der Bepflanzung künftig weiter forciert werden.

Blühstreifen mit wilden Blumen gehören auch in Holzwickede seit zwei Jahren regelmäßig zum Ortsbild. Im Rahmen des Umweltkonzeptes könnte diese Art der Bepflanzung künftig weiter forciert werden. © picture alliance / dpa

Weitere Bäume könnten laut den Holzwickedern entlang der Straßen gepflanzt werden, die überwiegend vom landwirtschaftlichen Verkehr genutzt werden.

Für das Wald- und Wiesenstück südlich vom Schulzentrum kam bei den Bürgern der Wunsch auf, die Rasenfläche in eine Wildblumenwiese umzuwandeln. Die müsste weniger gemäht werden, biete etwas Hübsches fürs Auge und freue die Tierwelt.

Viele Ideen fürs Fahrrad

Auch rund ums Thema Fahrradfahren haben die Holzwickeder viele Ideen. Für die Straße am Bahnhof werden sich sichere Abbiegemöglichkeiten gewünscht, ebenso ist von einer Radfahrerampel die Rede.

Auch die Verkehrsführung für Linksabbieger von der Hauptstraße in die Rausinger Straße sollte laut Bürgern überarbeitet werden. Vor Rathaus und Bürgerbüro werden sich vernünftige Fahrradständer gewünscht.

Im kommenden Sommer bis Herbst sollen Um- und Neubau des Rathauses abgeschlossen werden. Dann wünscht sich ein Holzwickeder im Rahmen des Umweltkonzepts auch „vernünftige“ Fahrradständer vor dem Gebäude.

Im kommenden Sommer bis Herbst sollen Um- und Neubau des Rathauses abgeschlossen werden. Dann wünscht sich ein Holzwickeder im Rahmen des Umweltkonzepts auch „vernünftige“ Fahrradständer vor dem Gebäude. © © Bez + Kock Architekten

An der Stehfenstraße hingegen kam der Wunsch auf, den Gehweg abzuflachen, damit Radfahrer auf Höhe des Eingangs zum Rewe die Fahrradständer direkt ansteuern können. Eine weitere Idee drehte sich um einen Fuß- und Radweg an der Massener Straße, von der Kreuzung Hauptstraße bis Holzwickeder Straße. „Der ist längst überfällig“, heißt es in der Ideenkarte.

Aber nebst konkreten Ideen für einzelne Bereiche in Holzwickede gab es auch Vorschläge aus der Bevölkerung, wie die Gemeinde das Interesse an der Umwelt bei Bürgern erhöhen kann. So kam der Wunsch nach einem Umweltpreis auf, bei dem Tipps und Projekte der Bürger bewertet werden.

Debatte um kostenlosen Parkraum

Vonseiten des Essener Planungsbüros, das mit Verwaltung und Politik Holzwickedes an dem Umweltkonzept arbeitet, gab es die Überlegungen, bislang kostenlose Parkflächen in der Gemeinde zu bewirtschaften. Auch dazu haben sich die Bürger zu Wort gemeldet.

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Ein Bürger findet die Überlegungen legitim, fürchtet jedoch um den Vorteil, den die Geschäfte daraus ziehen können. Sein Vorschlag ist eine Unterteilung in unterschiedliche Parkzeiten. Wer nur kurz (15 bis 30 Minuten) zum Schuster, Juwelier oder in die Sparkasse möchte, kann eine Parkscheibe für eine halbe Stunde einlegen. Wer hingegen ausgiebig shoppen gehen möchte, soll einen Parkschein ziehen müssen. So könnte ein Parkscheinautomat an der Kirchstraße für die Einkäufer des Edeka oder Lohenstein beispielsweise Einnahmen für die Gemeinde bringen.

Ergänzend dazu gibt es auch Überlegungen zum kostenlosen Park&Ride-Parkplatz am Bahnhof. Hier gibt es den Vorschlag, eine Parkgebühr von 50 Cent oder einem Euro pro Tag von den Pendlern zu nehmen, wie es andere Kommunen auch tun würden. Pendler hätten dabei gleichzeitig die Möglichkeit, eine Art günstigere Monatskarte bei der Gemeinde zu beantragen. Auf diese Weise, so erhofft sich der Ideengeber, könnte man auch den Flughafenparkern den Kampf ansagen.

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