Brüder sorgen für Verwirrung vor Gericht: Schuldzuweisung für Flaschenwurf schwierig

dzGericht

Ein Holzwickeder hat auf dem Weihnachtsmarkt eine Glasflasche auf Security-Mitarbeiter geworfen. Die Identifikation des Täters gestaltete sich jedoch schwierig.

von Jana Peuckert

Holzwickede

, 25.08.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Welcher der beiden Brüder aus Holzwickede hatte am 30. November vergangenen Jahres eine Glasflasche auf Security-Mitarbeiter geworfen? In Anbetracht der starken, äußeren Ähnlichkeit der Männer, eine nicht so leicht zu beantwortende Frage, der sich der Richter im Amtsgericht Unna gegenübersah.

Ort des Geschehens war der Weihnachtsmarkt in Holzwickede, etwa drei Uhr in der Nacht. Die Hütten waren bereits geschlossen. Die beiden Brüder (23) hielten sich noch auf dem Platz auf. Das gaben sie im Gericht auch zu.

Dass der angeklagte Bruder eine Bierflasche geworfen haben soll, stritt er allerdings ab. Also hörten die Prozessbeteiligten mehrere Zeugen. Darunter auch die drei betroffenen Security-Mitarbeiter.

Zwei waren sich nicht sicher, welcher der Brüder auf der Anklagebank saß. Im Gegensatz zum Dritten im Bunde. Er gab an, den Wurf gesehen zu haben. Und trotz der Ähnlichkeit sei er sich sicher, der Angeklagte war der Täter.

Brüder randalierten schon vorher

Der 23-Jährige habe die Flasche aufgehoben und in Richtung der Männer geworfen. Die seien schnell ausgewichen. „Wir hätten sie 100-prozentig abbekommen, wenn wir nicht weggesprungen wären“, war sich der Zeuge sicher. Zuvor hätten sie die beiden, die gegen die Hütten geschlagen hätten, mehrfach aufgefordert, den Platz zu verlassen.

Nach dem Flaschenwurf sei der Angeklagte geflohen. Ein Security-Mann sei noch hinterher, habe den Holzwickeder aber nicht erwischt. Der sei später von selbst zurückgekehrt, weil sein Bruder bei den Männern geblieben war.

Der Bruder des Angeklagten gab im Zeugenstand an, weder das Klirren einer Flasche gehört, noch einen Wurf gesehen zu haben. Gegen ihn strebte der Richter nun ein Verfahren wegen Falschaussage an. Am Ende stand für den Vorsitzenden fest, dass sich der Angeklagte wegen versuchter – weil die Flasche niemanden traf – gefährlicher Körperverletzung strafbar gemacht hatte. Das Urteil: 2700 Euro Geldstrafe.

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