Zig Bäume sind schon gefallen, weitere folgen: Für den Bau von Schallschutzwänden im Sommer muss Platz an der B1 geschaffen werden. Im Herbst folgt der Brückenabriss an der Kurzen Straße.

Holzwickede

, 22.02.2019, 17:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer in diesen Tagen über die Bundesstraße 1 Richtung Dortmund fährt, sieht dünne Äste, die sich meterhoch im Graben und am Hang hinter der Leitschutzplanke stapeln. Nur noch die dickstämmigen Bäume scheinen sich wacker zu halten. In der kommenden Woche werden aber auch sie fallen. „Wir schaffen Freiraum für den Feldbagger“, erklärt Wilfried Hillebrand. Das Unternehmen des Garten- und Landschaftsbauers rodet momentan im Auftrag der Deges an der B1. Der Bagger wird sich die dickeren Bäume auf dem 1200 Meter langen Teilstück vornehmen.

Fäll- und Schnittverbot

Gehölzpflege nur noch bis 28. Februar

Wer in seinem privaten Garten noch größere Pflegearbeiten plant, muss sich sputen: Ab dem 1. März ist es bis 30. September nach Bundesnaturschutzgesetz untersagt, Bäume, Sträucher und weitere Gehölze zu fällen oder zu schneiden. Dadurch soll der Lebensraum von Tieren geschützt werden. Wer Fällen möchte, sollte zudem einen Blick in die Baumschutzsatzung der Gemeinde werfen. Zwar darf auf Privatgelände grundsätzlich gerodet werden, bestimmte Bäume können aber unter Schutz stehen. Dann muss das Fällen der Gemeinde vorab zumindest angezeigt werden. Alles andere ist eine Ordnungswidrigkeit und kann bestraft werden.

Fünf Männer bearbeiten seit Montag mit Kreissägen das Junggehölz mit einem Stammumfang von maximal 15 Zentimetern. Ein LED-Vorwarner macht schon Meter vor der Baustelle auf sie aufmerksam. Die Arbeiter haben in wenigen Tagen augenscheinlich viel geschafft – schließlich ist auch Eile geboten. Die Aufgabe, eine so große Fläche in der kurzen Zeit freizuräumen, sei sportlich, sagt Wilfried Hillebrand. Seine Mitarbeiter haben nur noch bis einschließlich 28. Februar Zeit für die Arbeiten. Laut Bundesnaturschutzgesetz darf nur bis Ende Februar gerodet werden. Bis dahin muss der Auftrag für die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) erledigt sein.

Da sie die Arbeiten direkt an der Autobahn durchführen, müssen sich Hillebrands Männer an die Regeln des Autobahnamts halten. Das entscheide, wie lange pro Tag gearbeitet werden darf. Da die Fahrzeuge von Hillebrand in der vergangenen Woche nur den Standstreifen besetzten, durften sie von Tagesanbruch bis 17 Uhr zu arbeiten. Sollte in der nächsten Woche auch ein Fahrstreifen gesperrt werden – weil etwa Bäume oder schweres Gerät zu nah an der Straße stehen – dürfe nur bis in die frühen Nachmittagsstunden gearbeitet werden, so Hillebrand.

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Nur noch dickere Bäume ließen die Garten- und Landschaftsbauer stehen. Sie werden nächste Woche gefällt. © Marcel Drawe

Anwohner müssen bis Ende des Autobahnausbaus auf neue Bäume warten

Die Deges hat Hillebrands Firma damit beauftragt, erst am Ende der Fällperiode loszulegen, damit die Bäume so lange wie möglich stehen bleiben konnten, erklärt Paul Rehbein aus dem Projektteam der Deges. Auf natürliches Grün müssen die Anwohner für längere Zeit verzichten. Erst nach dem Autobahnausbau – die jetzige B1 wird zwischen der Anschlussstelle Dortmund-Ost und dem Autobahnkreuz Dortmund/Unna zur sechsspurigen A 40 – werde man sich mit Landschaftsarchitekten daran machen, die Schallschutzwände in die Umgebung einzubinden, sagt Rehbein.

Die Deges verspricht, für alle gefällten Bäume und Sträucher nach Abschluss der Bauarbeiten einen Ersatz in die Erde zu bringen. Anwohner sollen so wenig wie möglich gestört werden – weder durch Lärm, noch Schmutz. Aus diesem Grund werden vorab Schallschutzwände gebaut. Dort wo heute Bäume liegen, entstehen auf einer Länge von 1,2 Kilometern absorbierende Wände aus Beton und Aluminium.

Nach dem Bau der Schallschutzwände beginnen die Brückenarbeiten an der Kurzen Straße

Nach dem Bau der Schallschutzwände im Sommer steht der Brückenabriss an der Kurzen Straße an. Die Brücke, die zum Gewerbegebiet entlang der Wilhelmstraße führt, wird abgerissen und erneuert. „Die Verbindung wird für circa ein Jahr unterbrochen“, sagt Rehbein. Der Oelpfad und die Nordstraße bleiben in dieser Zeit frei. Im Gegensatz zu der Brücke in Dortmund Sölde könne in Holzwickede nicht zunächst eine neue Brücke gebaut und dann die alte abgerissen werden. Der Platz lasse das nicht zu, so Rehbein.

Nicht nur Autofahrer, sondern auch eine Buslinie der VKU wird die Sperrung betreffen – die Verkehrsgesellschaft wurde bereits informiert und wird eine entsprechende Umleitung fahren. Ob es bereits Pläne für eine Umleitungsstrecke gibt, konnte man seitens der VKU am Freitag nicht beantworten.

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Die Schallschutzwände, die an der B1 entstehen sind hochabsorbierend. Sie sollen den Lärm bestmöglich schlucken, ohne ihn auf die gegenüberliegenden Wohngebiete zu reflektieren. Es sind Betonwände mit Aluminium-Verschalung. © Deges

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