Bei der Suche nach einem Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg sind Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes von der Bezirksregierung in Arnsberg an der Stehfenstraße Ecke Natorper Straße mit Bohrungen beschäftigt. Die Arbeiten kommen nur schleppend voran. © Udo Hennes
Baustellen in Holzwickede

Bomben-Verdacht am Oelpfad: Team ist bei der Suche auf etwas anderes gestoßen

Am Oelpfad wird momentan eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht. Statt eines Blindgängers ist eine Fachfirma bislang aber nur auf etwas anderes gestoßen, das die Arbeiten erschwert.

Eigentlich wollte der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung in Arnsberg mit der Suche nach einer Bombe in Holzwickede am Freitag schon fertig sein. Wie es aussieht, werden sie auf der Baustelle an der Ecke von Stehfenstraße, Natorper Straße und Oelpfad aber etwas länger bohren müssen.

Wie Andreas Brümmer erläutert, sind bislang zehn von 37 Bohrungen auf dem Grundstück der Baustelle, wo demnächst ein Regenrückhaltebecken entstehen soll, durchgeführt worden. Der Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes war am Donnerstag vor Ort, hat unserer Redaktion nähere Details zur Suche erläutert.

Haben in Holzwickede keinen einfachen Einsatz: Entschärfer Holger Raue-Bach und Truppführer Andreas Brümmer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Arnsberg. © Udo Hennes © Udo Hennes

Brümmer und seine Kollegen, außerdem auch Mitarbeiter einer Fachfirma aus Düren, sind nur deshalb in Holzwickede beschäftigt, weil es nach einer routinemäßigen Untersuchung aus der Luft an einer Stelle Auffälligkeiten gab: Die Aufzeichnungen haben offenbart, dass auf dem Gelände der Baustelle ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gelandet sein muss.

„Normalerweise brauchen wir für so einen Punkt zwei Tage“

Ihre anspruchsvolle Aufgabe: Mit aufwendigen Bohrungen suchen sie seit Montag nach einer Bombe. Bislang, so berichtet Brümmer, gibt es keinen Anhaltspunkt für einen Fund. Nichts deutet Stand jetzt auf einen Blindgänger hin.

„Normalerweise brauchen wir für so einen Punkt zwei Tage“, sagt Brümmer. Dass die Arbeiten in Holzwickede etwas erschwert sind, liegt daran, dass er und seine Kollegen statt eines Blindgängers auf Schadstoffe gestoßen sind, „die irgendwann hierhin gekippt worden sein müssen“. Die Mitarbeiter vor Ort müssten aus diesem Grund Atemschutzmasken tragen, zudem muss das Personal regelmäßig ausgetauscht werden. Die Arbeiten werden aus diesem Grund etwas verzögert.

27 Bohrungen stehen in den kommenden Tagen also noch an. Mit einem Durchmesser von 120 Millimetern geht ihr Gerät bis zu sieben Meter tief in die Erde.

Sollte sich dort tatsächlich eine Bombe befinden, zeigt ein Messgerät eine magnetische Abweichung, genannt Anomalie, an. In diesem Fall müsste sie entschärft werden, naheliegende Gebäude eventuell evakuiert.

Ob es dazu kommen wird, kann Brümmer derzeit nicht sagen. Nach den Erfahrungswerten ist es aber nicht allzu unwahrscheinlich, dass sie noch auf etwas stoßen werden: Von allen Einsätzen, so der Mitarbeiter der Bezirksregierung, werde in ungefähr 30 Prozent der Fälle am Ende tatsächlich ein Blindgänger festgestellt.

Über den Autor
Redaktion Unna
1993 in Hagen geboren. Erste journalistische Schritte im Märkischen Sauerland, dann beim Westfälischen Anzeiger in Werne. Spielt in seiner Freizeit gerne Handball und hört Musik.
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Carlo Czichowski
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