Blickfang in Orange: Mit einem 1976er Camaro durch den Holzwickeder Süden

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Das Sammeln von Oldtimern ist ein Hobby, in das Menschen viel Mühe und Geld investieren. Im Holzwickeder Süden lebt ein Mann, der sich mit einem auffälligen US-Oldie einen Traum erfüllt hat.

Holzwickede

, 23.05.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für manche Menschen ist ein Auto bloß ein Mittel zum Zweck. Für den Holzwickeder Walter Schnitz ist es viel mehr. Seit dem jungen Erwachsenenalter kauft der heutige Rentner regelmäßig Fahrzeuge, die er aufwertet. Dabei setzt er vor allem auf Autos aus dem vergangenen Jahrhundert, genauer gesagt auf sogenannte Oldtimer.

Im Grunde kümmert er sich immer nur um ein Auto gleichzeitig. Sein jüngstes Projekt ist ein Chevrolet Camaro aus dem Jahr 1976. Mit dem fährt er in Holzwickede zwar kaum noch herum. Ein paar Mal im Jahr macht er aber kleine Spritztouren durch die Region - oder besucht eine Oldtimer-Veranstaltung. Im Zentrum seines Hobbys steht aber weniger die Fahrt mit der auffälligen US-Karosserie, sondern vielmehr die Arbeit, die er zuvor investiert hat.

Alte Fahrzeuge zu restaurieren macht laut Walter Schnitz sehr viel Spaß. Zumindest wenn man darin Erfahrung hat. Beim Blick unter die Motorhaube von neueren Fahrzeugen wäre der Rentner aus Holzwickede vermutlich überfordert. Bei seinem Camaro hat er einen erheblichen Teil selbst eingebaut.

Alte Fahrzeuge zu restaurieren macht laut Walter Schnitz sehr viel Spaß. Zumindest wenn man darin Erfahrung hat. Beim Blick unter die Motorhaube von neueren Fahrzeugen wäre der Rentner aus Holzwickede vermutlich überfordert. Bei seinem Camaro hat er einen erheblichen Teil selbst eingebaut. © Carlo Czichowski

„Ich habe eigentlich immer lieber deutsche Autos restauriert“

„Eigentlich habe ich immer lieber deutsche Autos restauriert“, sagt Schnitz und streift mit seinen Fingern über die Motorhaube seines orangefarbenen Oldtimers, den er nun seit rund 15 Jahren besitzt. Die Prozedur ist eigentlich immer die gleiche: Er entdeckt ein Fahrzeug, kauft es und richtet es her.

So war es zumindest bei den bisherigen Oldtimern, die er sich um Laufe der vergangenen Jahrzehnte zugelegt hat. Einer davon war ein VW Käfer, den er insgesamt zwölf Jahre gefahren ist: „Ein Klassiker unter den Oldtimern“, sagt Schnitz, den er unbedingt fahren wollte.

Der Camaro-Kauf brauchte etwas mehr Zeit als zuvor

Beim Kauf des Camaro tat er sich dann deutlich schwerer als zuvor: „Ich habe ihn im Internet gesehen und bin dann zum Verkäufer gefahren. Als ich wieder nach Hause kam, habe ich erstmal zwei Nächte abgewartet, dann war ich mir sicher.“ Diese Entscheidung hat er nie bereut. 3000 Euro hat er für den US-Oldie bezahlt.

Leistung

Der Camaro in Zahlen

  • Der Wagen stammt aus dem Jahr 1976. Bei diesem Modell handelt es sich aber um einen als 1973er Camaro umgebauten Wagen.
  • Der alte US-Flitzer hat mehr als 150 PS, verfügt über einen 5,7-Liter-Motor und hat ein Fünf-Gang-Getriebe

„Der war in einem sehr schlechten Zustand“, erinnert sich Schnitz. Wie viel Geld er in den Folgejahren in die Restauration des Autos gesteckt hat, kann er nicht schätzen. „Die meisten Teile sind eigentlich relativ günstig gewesen“, sagt der Rentner, der die Teile für das US-Fahrzeug meistens bei einem Händler in Unna kauft. Mehrere Jahre hat es gedauert, bis er den Camaro schließlich so umgebaut hat, dass er ihm gefiel.

Lackiert wurde der Camaro in Polen

Um Geld zu sparen lohnt sich in manchen Fällen aber auch eine Fahrt ins Ausland: Für die Lackierung ist er nämlich nach Polen gefahren. „Da ist das viel günstiger“, erklärt Schnitz. Als er seinen Camaro gekauft hat, war er noch dunkelgrün: „Diese Farbe stand ihm auch nicht schlecht“, findet der Oldtimer-Sammler. Als Wunsch-Farbe hatte er sich aber schon lange Orange ausgesucht.

Bis auf ein modernes Autoradio ist die gesamte Innenausstattung kaum verändert. Der Chevrolet Camaro aus dem Jahr 1976 war etwa mit einer Leuchte, die auf einen nicht angelegten Gurt hinweist, aber schon recht modern ausgestattet.

Bis auf ein modernes Autoradio ist die gesamte Innenausstattung kaum verändert. Der Chevrolet Camaro aus dem Jahr 1976 war etwa mit einer Leuchte, die auf einen nicht angelegten Gurt hinweist, aber schon recht modern ausgestattet. © Carlo Czichowski

So hatte er es sich zumindest immer vorgestellt: Ein paar Jahre zuvor war er nämlich zu Gast beim Oldtimer Grand Prix am Hockenheimring. Dort hat er einen Camaro gesehen, von dessen Erscheinung er so begeistert war, dass er seinen eigenen Camaro schließlich optisch ähnlich gestaltete.

Orangefarbener Lack und viele Jägermeister-Aufkleber

Neben der orangenen Farbe gehören vor allem diverse Aufkleber der Marke Jägermeister dazu. Zu dem Getränk hat er aber keinen besonderen Bezug, wie er mit einem Lachen erläutert. Das Logo mit der orangefarbenen Schrift auf dem schwarzen Grund habe ihm im Zusammenspiel mit dem gleichfarbigen Lack imponiert. Und das scheint auch vielen anderen Menschen in Holzwickede so zu gehen. Bei Spritztouren erweist sich der Camaro als ein regelrechter Blickfang.

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