„Bla, bla, bla“: So reagiert die CDU auf eine Kostenexplosion um Millionen

dzFörderschulen

Die Sanierung der Förderschule in Holzwickede sollte längst laufen – nun ist sie erst mal verschoben, weil die Kosten zu explodieren drohten. Nun steht auch das Pendant in Bergkamen zur Disposition.

Bergkamen, Holzwickede

, 09.10.2019, 16:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Arbeiten sollten eigentlich längst laufen, jetzt sind sie vorerst vom Tisch: Die Karl-Brauckmann-Schule, die aus den sprichwörtlichen Nähten platzt und dringend einen Anbau braucht, wird weiter auf Erweiterung und Sanierung warten müssen. Die Politik hat die Notbremse gezogen, weil eine Kostenexplosion drohte.

Kostenschätzung nahezu verdreifacht

Die ursprünglich eingeplanten 3,8 Millionen Euro hätten beileibe nicht ausgereicht; nach einer neuen Kostenschätzung ging die Kreisverwaltung nun von 10,5 Millionen Euro aus. Das schmeckte dem Kreistag gar nicht. Und obwohl Landrat Michael Makiolla seinen eigentlichen Vorschlag, die Investitionssumme zu erhöhen, noch vor der Kreistagssitzung zurückgezogen hatte, ging CDU-Fraktionschef Wilhelm Jasperneite mit der Verwaltung hart ins Gericht. „Bla, bla, bla – alles richtig, was da steht“, bezog Japerneite sich auf die Vorlage der Verwaltung. „Es ist eine fehlerhafte Entscheidung der Verwaltung, jetzt schon zu bauen; stattdessen müssen wir eine Ehrenrunde drehen.“

Gesamtkonzept für Förderschulen in Bergkamen und Holzwickede

Diese Ehrenrunde fußt auf einem Antrag der SPD-Fraktion, den der Kreistag einstimmig befürwortete – und somit die große Sinnfrage für beide Förderschulen mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung in Trägerschaft des Kreises stellte. Neben der Karl-Brauckmann-Schule in Holzwickede wird nun also auch die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Bergkamen in die Überlegungen mit einbezogen.

„Das darf nicht 1000 Jahre dauern! Wir müssen möglichst zügig in die entsprechende Umsetzung kommen.“
Brigitte Cziehso (SPD)

Die Hausaufgaben der Politik für die Kreisverwaltung zielen darauf ab, ein Gesamtkonzept für beide Schulen zu erarbeiten. Dabei sollen unter anderem Antworten auf die Fragen gefunden werden, wie die Schulstandorte weiterentwickelt werden können und sollen, ob zwei Schulstandorte auf Dauer ausreichend und zukunftsfähig sind und wie bedarfsgerechte Raumkonzepte aussehen könnten. „Beide Schulen haben einen großen Sanierungsbedarf“, begründete Bernd Engelhardt den Antrag für die SPD-Fraktion. Es müsse geklärt werden, ob zwei Schulstandorte auf Dauer zukunftsfähig sind und ob im Sinne kleinerer Schülerzahlen nicht Neubauten die bessere Alternative zu Erweiterungen und Sanierungen sind. SPD-Fraktionschefin Brigitte Cziehso betonte darüber hinaus: „Das darf nicht 1000 Jahre dauern! Wir müssen möglichst zügig in die entsprechende Umsetzung kommen.“

Seit Jahren Container-Unterricht in Holzwickede

An der Karl-Brauckmann-Schule in Holzwickede werden einige Klassen seit Jahren in Containern unterrichtet, weil der Platz schlichtweg nicht mehr ausreicht. Von 160 Schülern mit steigender Tendenz war zuletzt die Rede – war fünf Jahren war man im Zuge der Neuordnung der Förderschullandschaft im Kreis Unna noch von einem Rückgang der Schülerzahlen ausgegangen. An der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Bergkamen ist das Lehrschwimmbecken marode und deshalb seit Monaten geschlossen. Die Schule selbst wird mit über 300 Schülern dem pädagogischen Anspruch nicht gerecht, gilt als zu groß.

Berufsschulen sollen Vorbild sein

Genau aus diesem Grund soll nun ein Konzept her, das beide Schulen in Holzwickede und Bergkamen berücksichtigt. Vorbild soll das Konzept für die Berufsschulen sein, die allesamt bereits saniert und auf den neuesten technischen Stand gebracht sind. Der Leitsatz „Moderner Unterricht in modernen Gebäuden“ solle bei den Förderschulen ebenfalls greifen, teilte die Kreisverwaltung nach der Sitzung mit.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Gerichtsurteil

Millionen kinderpornografische Dateien gehortet: Holzwickeder kommt mit Bewährung davon

Hellweger Anzeiger „Die Partei“

Ortsverband „Die Partei“: So reagieren die Orts-Fraktionen auf den politischen Mitbewerber