Bienenfutter kommt in Hengsen aus dem Kaugummi-Automaten

dzPaul-Gerhardt-Grundschule

Blumensamen statt Spielzeug und Kaugummi: In Hengsen steht neuerdings einer von deutschlandweit 15 Automaten, um für blühende Landschaften zu sorgen. Und damit Bienen und Hummeln zu helfen.

Holzwickede

, 26.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigene Schulimkerei und offiziell bienenfreundliche Schule: Die Paul-Gerhardt-Schule ist prädestiniert für die Erfindung des Dortmunder Tüftlers Sebastian Everding. Der baut aus Automaten für Kinderspielzeug und Süßigkeiten eine Hilfe für Bienen und Hummeln: Bienenfutterautomaten.

So ein Automat steht nun auch in Hengsen an der Schulstraße. Am OGS-Gebäude sind die drei Grundschüler, die hier aktuell wegen des Coronavirus in Notbetreuung sind, am Mittwoch zunächst irritiert. Ihre Generation ist mit den Prinzip der Kaugummi-Automaten nicht vertraut.

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Hausmeister Bernd Partmann hilft: 50 Cent einwerfen, Drehgriff zackig im Uhrzeigersinn drehen und schon ploppt eine durchsichtige Kapsel in die Auslage. Darin findet sich eine Blühmischung samt Anleitung: Schafgarbe, Hundskamille, Nachtkerze, Sonnenblume, Klatschmohn – Samen für bis zu 40 verschiedene Pflanzenarten finden sich in den Kapseln, die man für je 20 oder 50 Cent bekommt.

Um den Automaten aufzustellen, hat Schulleiter Magnus Krämer den Kontakt zum Frankfurter Verein „Fine“ (Frankfurter Institut für nachhaltige Entwicklung) gesucht, die in ihrem Bildungsprojekt „Bienenretter“ auch die Automaten-Initiative von Sebastian Everding unterstützt. Der hat mittlerweile schon 15 seiner Bienenfutterautomaten aufstellen können.

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Samen für rund 40 verschiedene Pflanzenarten von Schafgarbe über Klatschmohn bis Mariendistel und Feld-Thymian finden sich in den kleinen Kapseln. Da die Kapseln selbst aus Kostengründen derzeit nur aus Kunststoff umsetzbar sind, sollten sie bestenfalls vor Ort in einem eigenen Kasten wieder eingeworfen werden.

Samen für rund 40 verschiedene Pflanzenarten von Schafgarbe über Klatschmohn bis Mariendistel und Feld-Thymian finden sich in den kleinen Kapseln. Da die Kapseln selbst aus Kostengründen derzeit nur aus Kunststoff umsetzbar sind, sollten sie bestenfalls vor Ort in einem eigenen Kasten wieder eingeworfen werden. © Greis

„Als die Anfrage der Paul-Gerhardt-Schule einging, habe ich direkt nach Fertigstellung den Automaten persönlich vorbei gebracht, da ich es wichtig finde, schon den Kleinsten die Bedeutung von Bienen für das Ökosystem näher zu bringen“, sagt der Dortmunder Erfinder Everding.

Förderverein und Naturförderungsgesellschaft unterstützen Projekt

„Viele unserer Kinder kommen aus der ländlichen Umgebung von Hengsen oder Opherdicke. Ein Fleckchen Erde für Bienenweide lässt sich da immer finden“, so Schulleiter Magnus Krämer. Der Förderverein der Schule half bei der Finanzierung, die Naturförderungsgesellschaft im Kreis Unna hat die erste Automatenfüllung gesponsert.

In den Kapseln finden sich Anleitung und Tipps, um den Insekten zu helfen. An der Rückseite des Automaten hängt ein umfunktionierter Briefkasten für leere Samenkapseln.

„Die Bedeutung der Bienen in Theorie und Praxis wird an der Paul-Gerhardt-Schule bereits langjährig vermittelt. Dieser Schritt unterstützt Bienen bei der Nahrungssuche und ist wertvoller Beitrag für das Ökosystem“, lobt auch Bürgermeisterin Ulrike Drossel die Idee.

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