Sava (links) und Karol sind am Dienstag Opfer einer Straftat geworden. Zwei Männer haben ihre Fahrräder gestohlen. Sava hat seins inzwischen wieder, während Karol seins noch vermisst. © Carlo Czichowski
Kriminalität

Betrunkene Männer rauben Kindern vor Supermarkt zwei Fahrräder

Es passierte direkt vor dem Supermarkt: Eine Gruppe von fünf Kindern wollte sich eigentlich nur kurz etwas zu Trinken kaufen. Draußen fiel ihnen dann auf, dass ihre Fahrräder gestohlen wurden.

Sava und Karol wollten in dieser Woche eigentlich nur einen entspannten Ferientag mit drei Freunden ausklingen lassen. Sie suchten am Mittwoch gegen 18 Uhr einen Supermarkt in Holzwickede auf, um sich etwas zu Trinken zu besorgen. Währenddessen wurden die beiden jungen Holzwickeder nach eigenen Angaben Opfer einer Straftat.

Sava und Karol hatten nämlich ihre Fahrräder dabei, während ihre Freunde zu Fuß unterwegs waren. Nahe eines Supermarktes, der sich an der Kirchstraße in Holzwickede befindet, hatten Sava und Karol ihre Fahrräder mit Schlössern angebracht.

Als sie aus dem Laden kamen stellten sie fest, dass die Fahrräder nicht mehr da waren. Relativ schnell kamen sie mit einer Frau ins Gespräch, die offenbar Zeugin des Geschehens war. Sie erzählte den Kindern, dass zwei Männer die Fahrräder mitgenommen hätten und Richtung Norden gefahren sind.

„Wir haben ihn angeschrien“

Die fünfköpfige Gruppe um Sava und Karol hatte durch die Angaben der Zeugin eine konkrete Vermutung, wo die Täter anschließend hingefahren sein könnten. Die Kinder machten sich auf zum Bahnhof. Dort stießen sie rund 20 Minuten später auf einen der beiden Männer, der mit Savas Fahrrad dort stand. Der andere war zuvor schon geflüchtet und wurde seitdem nicht mehr gesehen.

Tatort Parkplatz an der Kirchstraße: Direkt vor dem angrenzenden Supermarkt am Einkaufswagen-Unterstand haben die Kinder ihre Fahrräder mit Schlössern befestigt. © Angelina Zander © Angelina Zander

Am Bahnhof selbst entwickelte sich die Sache alles andere als schön. „Wir haben ihn angeschrien und wollten mein Fahrrad wiederholen“, sagte Sava einen Tag nach dem Vorfall. Der Mann habe immer wieder gesagt, dass dies sein Fahrrad wäre und er es behalten wolle. Eine Lüge, wie die Kinder wussten. Sava ging nach eigenen Angaben auf den Mann, der nach Einschätzung der Kinder mindestens betrunken, vielleicht aber auch durch andere Substanzen berauscht zu sein schien, zu und griff nach dem Fahrrad. Dann schubste der Mann den jungen Holzwickeder zur Seite und ergriff mit dem Fahrrad die Flucht.

Kurz nach dem unangenehmen Zusammentreffen am Bahnhof haben die Kinder ihre Eltern informiert. Karols Eltern haben die Polizei verständigt, wie die Kinder erzählen. Savas Vater kam direkt von der Arbeit in die Gemeindemitte und suchte den Mann, der mit dem Fahrrad seines Sohnes in den Ort geflüchtet war.

Ein 17-Jähriger hat sich am Freitagmittag am Holzwickeder Bahnhof in Lebensgefahr gebracht. © Udo Hennes (A) © Udo Hennes (A)

Unweit des Bahnhofs hat er ihn dann gefunden und forderte ihn auf, ihm das Fahrrad wiederzugeben. Nach einem kurzen Handgemenge, das sich die beiden geliefert haben, konnte Savas Vater das Fahrrad an sich nehmen und brachte es wieder nach Hause.

Kinder sollen sich nicht selbst in Gefahr bringen und sofort die Polizei rufen

Bei Karol sieht die Sache anders aus: Sein Fahrrad ist nach wie vor weg. Wie er und seine Eltern erläutern, hätten sie die Polizei über den Vorfall informiert. Sie sei aber nicht ausgerückt, weil der Anruf erst einige Zeit nach der Tat hereinkam und es keine Aussicht mehr darauf gebe, dass die Täter gefasst werden. Sie sollten zur Wache kommen und eine Anzeige erstatten.

Bei der Polizei konnte man dieser Redaktion keine Angaben zu dem Sachverhalt liefern. Das könnte daran liegen, dass bislang keine Anzeige erstattet wurde. Christian Stein, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde in Unna, erklärte auf Nachfrage aber, dass es stets wichtig sei, sofort die Polizei zu rufen. Es sei verständlich, dass Sava und Karol ihre Fahrräder wieder haben wollten, „aber sie können nicht richtig einschätzen, ob der Täter eine Gefahr darstellen könnte. Besonders Kinder sollten sich nicht selbst in Gefahr bringen“.

Über den Autor
Redaktion Unna
1993 in Hagen geboren. Erste journalistische Schritte im Märkischen Sauerland, dann beim Westfälischen Anzeiger in Werne. Spielt in seiner Freizeit gerne Handball und hört Musik.
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Carlo Czichowski

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