Parkgebühren in Holzwickede bleiben umstritten

dzKlimaschutzkonzept

Das Klimaschutzkonzept in Holzwickede ist beschlossen. Die mögliche Einführung von Parkgebühren sorgt für Diskussionsbedarf. CDU und SPD wollen an der aktuellen Regelung festhalten.

Holzwickede

, 16.06.2020, 11:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer in Holzwickede einen Parkplatz sucht, muss derzeit in der Regel keinen Parkschein ziehen, in manchen Fällen genügt hingegen eine Parkscheibe. Mit dem Maßnahmenkatalog des Klimaschutzgesetzes könnte sich das bald ändern. Zu den Vorschlägen im Bereich Mobilität gehört nämlich, an mehreren Stellen Parkflächen im Gemeindezentrum zu bewirtschaften. Betroffen wären dabei vor allem die gemeindeeigenen Parkplätze an der Kirchstraße, Nordstraße, Hauptstraße und Wilhelmstraße.

Sorge um den Einzelhandel

Obwohl alle Parteien im Umweltausschuss am Montagabend einstimmig für das Klimaschutzkonzept gestimmt haben, schieden sich über das Thema Parkgebühren die Geister. Friedrich-Wilhelm Schmidt, Ratsherr der SPD, spricht sich deutlich gegen die Parkgebühren aus. „Die SPD lehnt die Parkgebühren nach wie vor ab, um den Einzelhandel in Holzwickede zu stärken.“

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Befürchtet wird vor allem, dass die Einführung von Parkgebühren die Leute davon abschrecken könnte, ins Gemeindezentrum zu fahren. Ausbleibende Fahrten ins Zentrum würden damit auch dem lokalen Einzelhandel schaden, wenn dadurch die Kunden ausbleiben. Die CDU spricht sich daher ebenfalls klar gegen die Parkgebühren aus.

Dauerparkern den Kampf ansagen

Der Holzwickeder Bürgerblock sieht in den Parkgebühren „auf lange Sicht ein Ziel, das man in Angriff nehmen sollte, um die Verkehrssituation zu verbessern“, so Frank Niehaus. Das kostenlose Parkangebot in Holzwickede sorgt besonders im Holzwickeder Norden immer wieder für großen Unmut und Ärger mit Langzeitparkern. Eine Parkgebühr könnte dabei helfen, den Dauerparkern im Bereich des Flughafens den Kampf anzusagen.

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Die Grünen sehen in den Parkgebühren zudem eine Möglichkeit, die Holzwickeder zu mehr Spaziergängen oder Fahrradfahrten zu überzeugen. „Die Parkgebühren sind ganz in unserem Interesse“, sagte Dietmar Appel. „Die Leute, die mit dem Auto zum Bäcker fahren und dafür dann demnächst einen Euro zahlen müssen, nehmen das nächste Mal vielleicht lieber das Fahrrad.“

Wenn es nach den Grünen geht, sollen Holzwickeder bald schon fürs morgendliche Brötchenholen Parkgebühren zahlen, wenn sie nicht aufs Fahrrad ausweichen wollen.

Wenn es nach den Grünen geht, sollen Holzwickeder bald schon fürs morgendliche Brötchenholen Parkgebühren zahlen, wenn sie nicht aufs Fahrrad ausweichen wollen. © Carlo Czichowski

Ziel der Gemeinde ist es laut Sabine Lohoff, Mitarbeiterin der für das Klimaschutzkonzept beauftragten Firma Gertec Ingenieurgesellschaft, die eigenen Emissionen zu senken und das Land beim Erreichen der Klimaziele zu unterstützen. Hierfür finden sich im Maßnahmenkatalog viele Punkte, die Alternativen zum Auto fördern. So soll das Radnetz in Holzwickede erweitert und verbessert werden. Auch der öffentliche Nahverkehr soll gestärkt werden.

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Energiebilanz in Holzwickede

  • Die Energiebilanz Holzwickedes habe sich laut Sabine Lohoff von der Firma Gertec Ingenieurgesellschaft seit 1990 kaum verändert.
  • Während die Treibhauseffekte durch die Abnahme von Ölheizungen und der vermehrten Nutzung von umweltfreundlichem Strom abgenommen hätten, sei der Energieverbrauch kommunaler Gebäude jedoch insgesamt gestiegen.
  • Das liege laut Lohoff vor allem daran, dass kommunale Gebäude wie Kindergärten und Schulen durch das Konzept der Ganztagsbetreuung mehr Energie verbräuchten.
  • Deswegen gelte es, im Klimaschutzkonzept auch nach Möglichkeiten zu suchen, eben diesen Energieverbrauch zu verringern.

Alternativvorschläge aus der Bevölkerung

Leidtragende der Parkgebühren könnten allerdings Berufspendler sein, die auf ihr Auto angewiesen sind. Anregungen für einen Mittelweg kamen hierbei aus der Holzwickeder Bevölkerung. So schlug ein Bürger auf der digitalen Ideenkarte zum Klimaschutzkonzept vor, eine Art Monatskarte für Pendler einzuführen und so eine kostengünstige Alternative für Pendler zu schaffen, die auf ihr Auto nicht verzichten können.

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Ein anderer Vorschlag von den Bürgern: ein zweigeteiltes Parksystem. Wer nur eben zum Bäcker möchte, muss nicht sofort ein Ticket ziehen, sondern kann bis zu einer halben Stunde mit Parkscheibe kostenlos parken. Wer hingegen ausgiebig in der Gemeindemitte shoppen möchte, soll eine Parkgebühr zahlen.

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