Holzwickeder Bauverein: „Fiasko. Wird so nicht wieder passieren.“

dzBebauungskonzept

Muss über das Aufstellen eines Bebauungsplanes entschieden werden, wird ein Bauprojekt öffentlich. Dann muss ein Projektträger auch Kritik daran hinnehmen – vor allem, wenn sie von eigenen Mietern kommt.

Holzwickede

, 25.06.2020, 11:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass man die Mieter nicht über das Bebauungskonzept informiert habe, das konnte Wolfgang Böcker als Vorsitzender des Bauvereins unter der Woche im Planungs- und Bauausschuss absolut nicht nachvollziehen.

Und er machte das in der Fragerunde für Bürger auch gegenüber anwesenden Mietern deutlich, während ihm Wilfried Brinkmann als Ausschussvorsitzender und Bürgermeisterin Ulrike Drossel als Verwaltungsspitze bereitwillig Rederecht einräumten. Brinkmann wiederum sitzt ehrenamtlich im Aufsichtsrat des Bauvereins.

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Wolfgang Böcker mag sich missverstanden fühlen, zumal die Gemeinde auf den Bauverein zugekommen sei, um für zusätzlichen Wohnraum zu werben. Letztlich hat man aber sowohl beim Bauverein als auch in der Verwaltung unterschätzt, wie sensibel die Menschen vor Ort auf das Vorhaben reagieren.

Auch wenn Böcker stets betonte, dass die öffentlich einsehbaren Planunterlagen zum Projekt längst nichts über die finale Umsetzung aussagen würden: Beim Bauverein hätte man vorausahnen können, dass es bei Mietern für Unruhe sorgt, wenn zumindest im Plan sieben Mehrfamilienhäuser auf Gärten und Garagen gesetzt werden.

Ein „Fiasko“ für den Bauverein

Wilfried Brinkmann betont im Nachgang, dass es dem Bauverein zunächst nur darum gegangen sei, die grundsätzliche Planung anzustoßen. „Da wollten wir Sicherheit, bevor wir Geld für Gutachten zu Schallschutz, Straßenanbindung, Gewerbe in Auftrag geben und bezahlen müssen“, so Brinkmann.

Nun sei aus dem Vorhaben, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, „ein Fiasko geworden.“ Brinkmann gesteht ein, dass die Darstellung der Pläne unglücklich gewesen sei. „Wir hatten lediglich unsere Architekten gebeten, mal was aufzuzeichnen. Wir wollten niemandem seinen Kleingarten nehmen. So wie das gelaufen ist, entspricht es nicht unserem Motto“, sagt Brinkmann nun im Nachgang.

„Da fühl‘ ich mich wohl“ heißt es im Slogan des Vereins. Das sahen die Mieter zuletzt anders. Ihren Zorn hätte man vielleicht vermeiden können, wenn man frühzeitig die Anwohner eingebunden hätte – in einem Schreiben beispielsweise, das die Mieter eben so vermissten. So fühlte sich von Beginn an keiner der Betroffenen mitgenommen und vor den Kopf gestoßen. „Wir werden das nun in aller Ruhe besprechen, aber das wird so nicht wieder passieren“, sagt Brinkmann mit Blick auf eine Aufsichtsratssitzung am Freitag.

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