Der Termin für die Sperrung der Kurzen Straße wurde am Donnerstag bekannt. Einen Tag später steht fest, wann der Abriss der Brücke über die B1 selbst erfolgt: Noch im Januar rücken die Abbruchbagger an.

Holzwickede

, 10.01.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Verkehrsteilnehmer müssen sich am letzten Januarwochenende auf massive Einschränkungen zwischen Dortmund und Unna einstellen, wenn auf Höhe Holzwickede ein Brücke über die B1 abgerissen wird.

Zunächst wurde am Donnerstag bekannt, dass die Kurze Straße, die als Überführung eben über die Bundesstraße verläuft, ab dem 20. Januar vollgesperrt wird. Autos, Busse, Radfahrer, Fußgänger – planmäßig für ein Jahr fällt diese Verbindung zwischen Norden und Süden der Gemeinde dann weg.

Am Freitag gab die Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH), die den sechsspurigen Ausbau der B1 zur A40 zwischen Dortmund und Unna koordiniert, bekannt: Der Abriss des alten Brückenbauwerkes wird schon kurz darauf zwischen dem 25. und dem 27. Januar erfolgen. Die Sperrung erfolgt im genannten Zeitraum samstags zwischen 20 Uhr und montags 5 Uhr.

Dann wird die B1 zwischen der Anschlussstelle Holzwickede und dem Kreuz Dortmund/Unna voll gesperrt. Wichtig vor allem für die Holzwickeder: Aus Fahrtrichtung Dortmund kommend soll man an der Anschlussstelle Holzwickede weiterhin abfahren und von der Nordstraße aus gen Dortmund auch auffahren können.

Brückenabriss schon Ende Januar – Bundesstraße 1 wird voll gesperrt

Blick von der Brücke Kurze Straße: Parallel zum Brückenabriss werden die Arbeiten für die Lärmschutzwände fortgeführt. Die erste Schutzwände sollen im Laufe des Februars aufgestellt werden. © Udo Hennes

Die offizielle Umleitung startet aber schon an der Anschlussstelle Dortmund/Sölde und führt parallel zur B1 über Emschertalstraße und Chaussee. Die Umleitungsstrecke für den Flughafenverkehr wird ebenfalls ab der Anschlussstelle Dortmund-Sölde über die Emschertalstraße geleitet. „Dadurch soll der Durchgangsverkehr den Bereich frühzeitig umfahren“, sagt Deges-Sprecherin Simone Döll.

Blaupause für Brückenabriss in Sölde

Beim Abbruch der Überführung wird man ähnlich vorgehen wie Anfang Dezember auf Höhe Sölde. Seit Mitte 2018 wurde hier ein neues Brückenbauwerk parallel zur bestehenden Buddenacker-Überführung gebaut. Als der Neubau fertig war, hat man die alte Brücke abgebrochen.

Erst bauen und dann abreißen – das ist in Holzwickede aus Platzgründen nicht möglich. Anfang 2021 soll die neue Brücke fertig sein – bis dahin klafft ein Loch über der B1.

Wie in Sölde werden auch in Holzwickede Fahrbahnen mit Sandpolstern und Schutzplanken vor dem Abbruchmaterial und dem Gewicht der Baumaschinen geschützt. Mehrere Bagger waren hier im Einsatz und schafften es tatsächlich, dass nach dem Abriss innerhalb weniger Stunden jeglicher Schutt von der Fahrbahn verschwunden und der Berufsverkehr am Montagmorgen mit leichter Verzögerung gegen 6 Uhr wieder rollen konnte.

Mit Staus auf den Umleitungsstrecken ist vor allem während des Sonntages aber zu rechnen: Zu Beginn der Advents- und damit auch Weihnachtsmarktzeit kam es wegen der Abbrucharbeiten in Sölde im Bereich der Abfahrt Holzwickede, entlang der Chaussee sowie in Aplerbeck zu Staus.

Brückenabriss schon Ende Januar – Bundesstraße 1 wird voll gesperrt

Anfang Dezember sorgten mehrere Bagger dafür, dass der Abbruchschutt an der Anschlussstelle Dortmund/Sölde innerhalb weniger Stunden von der Fahrbahn geräumt wurde. © Schaper

A40-AUSBAU

MILLIONEN-PROJEKT zwischen Dortmund und Unna

  • Die Deges ist eine Projektmanagementgesellschaft, an der neben dem Bund auch zwölf Bundesländer beteiligt sind. Die Deges koordiniert diverse Verkehrsinfrastrukturprojekte.
  • Nachdem die Planfeststellung rund um den A40-Ausbau über den Landesbetrieb Straßen.NRW lief, liegt die konkrete Umsetzung bei der Deges.
  • Die B1 soll demnach bis 2023 zwischen Dortmund-Ost bis zum Kreuz Dortmund-Unna auf einer Länge von 9,5 Kilometern sechsspurig zur A40 ausgebaut werden.
  • Die Gesamtkosten in Höhe von rund 110 Millionen Euro trägt der Bund.
  • Neben dem geplanten Brückenabriss laufen auf Höhe Holzwickede seit mehreren Monaten bereits die vorbereitenden Maßnahmen für die Errichtung von bis zu 6,50 Meter hohen Schallschutzwänden.
  • Im Deges-Kalender sollen die ersten dieser Wände im Laufe des Februars hochgezogen werden.

Das ist auch am letzten Januarwochenende auf den Ausweichstrecken nicht auszuschließen. Wenn die Abbruchbagger in Holzwickede anrücken, will die Deges den Durchgangsverkehr schon weiträumig umleiten. „Die großräumigen Umleitungen führen die Verkehrsteilnehmer über die A1, A2 sowie die B236“, sagt Simone Döll.

Ursprünglich ging man bei der Deges davon aus, dass man frühestens im März die Brücke abbrechen könne. „Letztlich sind wir froh, dass wir schnell einen Auftragnehmer gefunden haben, der das auch zügig umsetzen will. Die Kapazität ist da, also nutzen wir das“, sagt Döll.

Wintereinbruch würde Abbrucharbeiten nicht tangieren

Ein plötzlicher Wintereinbruch würde der geplanten Maßnahme übrigens nicht entgegenstehen: „Der Abbruch der Brücke ist unabhängig von der Witterung“, so die Deges-Sprecherin.

Nach dem Abbruch wird die B1 dann nochmals voll gesperrt, wenn der Neubau zu Ende geht und die Stahlträger auf die Brückenpfeiler gesetzt werden müssen. Komplett gesperrt bleibt bis zur Fertigstellung in jedem Fall die Kurze Straße.

Innerorts sollen Verkehrsteilnehmer die Baulücke dann über Nordstraße/Stehfenstraße sowie Sachsenstraße/Chausee und Oelpfad umfahren. Für die beiden Schulbuslinien 147 und 178 kündigt die VKU rechtzeitig vor der Sperrung der Gemeindestraße ab 20. Januar eine Umleitungsstrecke an.

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