Vaters Autoschlüssel heimlich genommen – jetzt saß ein Holzwickeder auf der Anklagebank und der Vate

von Sylvia Mönnig

Holzwickede

, 19.06.2019, 10:48 Uhr / Lesedauer: 1 min

Er hatte es eilig, wollte nicht zu spät zur Arbeit kommen, nahm das Auto, geriet in eine Kontrolle und besaß keinen Führerschein. Damit brachte ein Holzwickeder nicht nur sich, sondern auch seinen Vater auf die Anklagebank.

Auf der Heimfahrt wurde der 33-Jährige am späten Abend des 6. Februar von der Polizei gestoppt und es kam ans Licht, dass der junge Holzwickeder schon lange keinen Führerschein mehr hatte. Auch stellte sich heraus, dass der Wagen auf seinen Vater zugelassen war. Während dem Sohn Fahren ohne Fahrerlaubnis zur Last gelegt wurde, wurde der Vater verdächtigt, das Ganze zugelassen zu haben.

In aufeinanderfolgenden Verhandlungen musste sich die beiden am Dienstag vor dem Amtsgericht Unna verantworten – zunächst der Sohn, dann der Vater. Allerdings war der 33-Jährige nicht nur bereit, seine Tat sofort einzuräumen, sondern nahm die Schuld auch gleich komplett auf sich. Den Autoschlüssel habe er heimlich aus der Wohnung seiner Eltern geholt. „Mein Vater hatte damit nichts zu tun. Der wusste nichts davon. Der hätte das auch gar nicht zugelassen“, beteuerte der 33-Jährige.

Vertrauen enttäuscht

Ähnlich fiel die Version des Vaters aus. Er habe erst mit der Anklage von der Fahrt erfahren, erklärte der 60-Jährige. Er habe geglaubt, dass sich der Sohn daran halte, nicht fahren zu dürfen. Sein Verfahren wurde gegen Zahlung von 100 Euro Geldbuße eingestellt. Dazu passend die Warnung der Anklagevertreterin: „Aber Sie müssen jetzt dafür sorgen, dass Vorkehrungen getroffen werden.“

Für den bereits einschlägig vorbelasteten Sohn endete der Fall mit 4000 Euro Geldstrafe und einem Jahr Sperrfrist zur Erteilung einer Fahrerlaubnis.

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