In der kleinen bayrischen Gemeinde Bad Birnbach ist ein autonom fahrender Bus bereits seit drei Jahren unterwegs und pendelt durch den Ort. © picture alliance/dpa
Öffentlicher Nahverkehr

Autonome Busverbindung: Grüne wollen zukunftsfähige Lösungen für den ÖPNV

Mit dem Wohnpark Emscherquelle entsteht auch eine neue Haltestelle für den Nahverkehr. Die Grünen haben Vorstellungen, wie der ins Streckennetz passen muss. Beim Transportmittel will die Umweltpartei neue Lösungen.

Die Idee eines autonom fahrenden Busses gehörte im Vorjahr zum Programm der Grünen im Kommunalwahlkampf. Dass dahinter nicht nur eine Gedankenspielerei steht, um dem eigenen Programm einen fortschrittlichen Anstrich zu geben, beweist die Umweltpartei mit einem Antrag für den nächsten Verkehrsausschuss, der einen selbst fahrenden Bus beinhaltet.

In erster Linie geht es den Grünen zunächst darum, sich frühzeitig Gedanken zum Wohnpark Emscherquelle zu machen. Im Laufe des Sommers könnten die ersten Häuser bezugsfertig sein. Auch eine Bushaltestelle wird Teil des Wohngebietes. „Daher muss auch eine Anbindung erfolgen. Für uns als Befürworter des ÖPNV ist das eine Aufgabe der VKU in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung“, so die Grünen-Fraktionsvorsitzende Susanne Werbinsky.

Buslinie über den Westen der Gemeinde

© Grüne © Grüne

„Auch in Rausingen fehlt eine Anbindung an den ÖPNV.“

Grünen-Fraktionschefin Susanne Werbinsky

Ihre Fraktion würde eine Verbindung von Opherdicke gen Hengsen und über die dann bestenfalls sanierte Landskroner Straße in den Wohnpark Emscherquelle und weiter über die Schäferkampstraße gen Rausinger Straße befürworten, „da auch in Rausingen eine Anbindung an den ÖPNV fehlt“, so Werbinsky. Die Sölder Straße könne dadurch wiederum „erheblich entlastet werden“.

Eine barrierefreie Beförderung der Fahrgäste könnte in der Vorstellung der Grünen in naher Zukunft auch über autonom fahrende Fahrzeuge realisiert werden. Zukunftsmusik ist das nicht unbedingt: Im Landkreis Rottal-Inn im Südosten Bayern ist ein autonomer Bus etwa schon seit Herbst 2017 unterwegs. Zwei Jahre später kam ein zweiter Bus hinzu. Die selbst fahrenden Fahrzeuge verbinden in Kooperation mit der Deutschen Bahn in der 6000-Einwohner-Gemeinde Bad Birnbach den Ortskern mit dem Bahnhof.

Die Grünen verweisen auf zahlreiche dieser Projekte, um die Nutzung autonomer Fahrzeuge zu erforschen, attraktive Mobilitätsketten im ländlichen Raum zu

schaffen und eine Vernetzung autonom fahrender, mit regenerativen Antrieben ausgestatteter Kleinbusse im Regelbetrieb des ÖPNV voranzutreiben.

Ideen für den Nahverkehr wurden in den vergangenen Jahren durchaus ausprobiert. Eine Shuttle-Verbindung in Kooperation mit dem Flughafen und der VKU für Arbeitnehmer im Eco Port hat es mangels Resonanz nach einer Testphase nicht in den Linienbetrieb geschafft. © Greis © Greis

Geht es nach den Grünen, so soll der nächste Verkehrsausschuss die Verwaltung beauftragen, die beschriebene Route bei Gesprächen mit der Verkehrsgesellschaft im Kreis Unna (VKU) anzuführen. Weiterhin solle geprüft werden, inwieweit die Gemeinde an geförderten Pilotprojekten teilnehme könne, die auf autonome und emissionsfreie Kleinbusse setzen.

Autonome Busse sind keine Entscheidung gegen einen Bürgerbus

Die Einrichtung eines Bürgerbusses soll nach Willen der Grünen allerdings „dringend weiter verfolgt werden.“ Die ursprüngliche Idee des Unabhängigen Bürgerblocks würde älteren Mitbürgern, Menschen mit Handicap und Personen ohne fahrbaren Untersatz eine bessere Anbindung von Hengsen und Opherdicke an die Gemeindemitte ermöglichen.

Über den Autor
Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
Zur Autorenseite
Christian Greis
Lesen Sie jetzt