Weder Jubel noch Protest: In Holzwickede nimmt man Pläne des Flughafens zur Kenntnis

dzVerlängerte Landebahn

Der Dortmunder Flughafen will seine Landebahn verlängern, damit größere Flieger landen können. Was in Unna für lauten Protest sorgt, sieht man in Holzwickede recht gelassen.

Holzwickede

, 20.08.2019, 17:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alles eine Frage der Himmelsrichtung: Zwischen Chaussee und Wilhelmstraße liegen Wohnhäuser, die näher am Dortmunder Flughafen liegen als Häuser in Unna-Massen. Dank der Einflugschneise der Flieger ist der Airport für die Massener Bevölkerung aber eine größere Belastung – auch wenn der eine oder andere Holzwickeder aus dem Norden hier gegenhalten dürfte, dass dreiste Dauerparker auch kein Grund zur Entspannung bieten.

Unbestritten dürfte aber auch sein, dass die Gemeinde wirtschaftlich vom Flughafen profitiert. Ein benachbarter Gewerbepark wie der Eco Port wird durch eine direkte Fluganbindung sicher nicht unattraktiver. Auf Nachfrage bestätigt Bürgermeisterin Ulrike Drossel, dass sich an der Haltung zum Flughafen nichts ändern werde.

Politik hat sich vor Jahren gegen mögliche Klagen ausgesprochen

„Der Umgang mit einem möglichen Ausbau war in der Holzwickeder Politik vor Jahren bereits ein Thema. Damals wurde beschlossen, dass man sich an möglichen Klageverfahren gegen den Flughafen nicht beteiligen werde“, sagt Drossel. Und das sei noch immer der aktuelle Stand.

Während man bei der Stadt Unna notfalls klagen will, sollte der Flughafen die verlängerte Landebahn genehmigt bekommen, sagt Drossel zu den Plänen des Airports unaufgeregt: „Wir nehmen es zur Kenntnis.“

Neuer Status macht Airport-Chef Hoffnung auf längere Landebahn

Pläne, die Landebahn von 1700 auf 2000 Meter zu verlängern, hat Airport-Chef Udo Mager nicht erst seit gestern in der Schublade liegen. Dass der kürzlich abgesegnete Landesentwicklungsplan den Flughafen-Status „regionalbedeutsam“ streicht und der Standort Dortmund mit zuletzt rund zwei Millionen Passagieren ebenso „landesbedeutsam“ ist wie der Flughafen Düsseldorf mit gut 24 Millionen Fluggästen im Jahr, gibt Mager die Hoffnung, dass eine verlängerte Landebahn genehmigt wird.

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Die ist nämlich bereits 2000 Meter lang, wird aber nur auf 1700 Meter genutzt. Durch eine Verlängerung könnte ein größerer Airbus-Maschinentyp in Dortmund starten und landen. Mit Wizz Air setzt einer der wichtigsten Airport-Kunden künftig auf den A321neo, der im Vergleich zu den aktuellen Maschinen bis zu 50 Fluggästen zusätzlich Platz bietet. Bis Jahresende will man die nötigen Anträge und Gutachten bei der zuständigen Bezirksregierung in Münster einreichen.

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