Aufmerksamer Nachbar beobachtet und meldet Promillefahrt

dzGerichtsverfahren

Mit Alkohol im Blut setzte sich ein Holzwickeder offenbar hinter das Steuer, machte bei Kollisionen reichlich Krach und brachte einen Nachbarn auf den Plan. Vor Gericht bestritt er die Promillefahrt. Ohne Erfolg.

von Sylvia Mönnig

Holzwickede

, 17.03.2020, 18:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

Am 16. Dezember vergangenen Jahres ließ der Nachbar des 39-jährigen Beschuldigten den Tag gerade ausklingen, als er draußen einen Knall und ein Knirschen vernahm. Er sah nach und beobachtete, wie der Angeklagte mit seinem Auto wendete, unter dem Schein einer Laterne anhielt und ins Haus verschwand.

Ein Schild und eine Kette, die zu einem Parkplatz gehörten, lagen am Boden.

Dennoch wartete der Zeuge geduldig, ob der Mann nicht vielleicht doch zurückkehren wollte. Als das nicht der Fall war, rief er die Polizei. Beamte rückten aus und nahmen schnell den Alkoholgeruch bei dem 39-Jährigen wahr. Noch rund zwei Stunden später hatte er 1,14 Promille im Blut.

Angeklagter bestreitet Fahrt und Alkoholkonsum

„Der Vorwurf trifft nicht zu. Es stimmt nicht, dass ich an dem Tag ein Fahrzeug geführt habe – schon gar nicht unter Alkoholeinfluss“, beteuerte der Holzwickeder nun in seinem Prozess vor dem Amtsgericht Unna.

Und bei der Version blieb er auch, obgleich sich sein Nachbar im Zeugenstand absolut sicher war, ihn in dem Pkw erkannt zu haben und eine Polizistin erklärte, die Schäden am Wagen hätten zum Unfallgeschehen gepasst. Der Schaden sei alt, betonte er. „Ich verstehe das alles nicht. Vielleicht bestrafen Sie mich für etwas, das ich nicht getan habe.“

Überzeugen konnte er den Richter tatsächlich nicht. Die Folge: 2000 Euro Geldstrafe und neun Monate Sperrfrist zur Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis.

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