Aschenbecher für den Umweltschutz: SPD stellt Kippen-Antrag

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Das Rauchen von Zigaretten ist allen Gesundheitsgefahren zum Trotz noch immer weit verbreitet. Die SPD-Fraktion um Michael Klimziak möchte erreichen, dass zumindest weniger Giftstoffe aus Kippen im Erdreich und in Gewässern landen.
Das Rauchen von Zigaretten ist allen Gesundheitsgefahren zum Trotz noch immer weit verbreitet. Die SPD-Fraktion um Michael Klimziak möchte erreichen, dass zumindest weniger Giftstoffe aus Kippen im Erdreich und in Gewässern landen. © Fotos: Elsa Olofsson/unsplash.com/HA | Montage: Kohues
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Die SPD-Fraktion beantragt Aschenbecher an den Bushaltestellen in Holzwickede. Was zunächst nach mehr Komfort für Raucher klingen mag, hat freilich einen ganz ernsten Hintergrund.

„Bei verschiedenen Reinigungsaktionen in Holzwickede fiel auf, dass gerade an Bushaltestellen vermehrt Kippen auf dem Boden herumliegen, da diese nicht in den Papierkörben (Brandgefahr) entsorgt werden können“, schreiben Fraktionschef Michael Klimziak und Geschäftsführer Manfred Matysik in ihrem Antrag ans Rathaus.

Das Problem dabei sei, dass Kippen der Umwelt schaden. Auf der ganzen Welt werden sie billionenfach weggeworfen, dabei enthält eine einzige Kippe bis zu 4000 schädliche Stoffe.

Die enthaltenen Gifte eines einzigen Stummels, sei es der bloße Filter oder auch Reste des Tabaks, können 40 und 60 Liter sauberes Grundwasser verunreinigen oder das Pflanzenwachstum schädigen.

Der Naturschutzbund Österreich schreibt dazu in einer Abhandlung auf seiner Webseite: „Beinahe an jedem Ort des Planeten findet man Zigarettenstummel. Sie beeinflussen das Leben von Mensch, Tier und Pflanze. Man fand sie sogar im Magen-Darm-Trakt von Fischen, Vögeln, Walen, Meeresschildkröten und Landsäugetieren. Allein im Süßwasser dauert es 15 Jahre, bis sie vollständig zerfallen, Meeresschutzorganisationen gehen sogar von bis zu 400 Jahren aus. Bei jährlich 4,5 Billionen (4.500.000.000.000!) neuen Zigarettenstummeln summiert sich das zu unvorstellbaren Summen an Schadstoffen, die auf unsere Umwelt einwirken.“

Klar: Holzwickede ist nur ein sehr kleiner Teil der Welt. Klar ist aber auch: Es ist die Welt, in der die Holzwickederinnen und Holzwickeder leben. Geht es also nach der SPD, werden die Abfallkörbe an den Bushaltestellen demnächst um Aschenbecher ergänzt. „Auch die nicht von der Gemeinde bewirtschafteten Haltestellen sollen möglichst mit einbezogen werden“, schreiben die Antragsteller.

Natürlich verbinden sie mit ihrem Antrag die Hoffnung, dass bei Umsetzung künftig weniger Kippen in der Umwelt landen – wobei das freilich auch vom Verhalten jedes einzelnen Rauchers abhängt.