Arbeit im Kulturbereich geht völlig an der Realität vorbei

dzKommentar der Redaktion

Bekannte Namen auf die Kleinkunstbühne Rausingenholen – ein hehres Ziel der Kulturbeauftragten. Die Herangehensweise muss man dabei aber als völlig realitätsfremd bezeichnen. Dazu ein Kommentar der Redaktion.

Holzwickede

, 06.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Am Donnerstagabend war Carolin Kebekus mit ihrem Programm „Pussy Nation“ in der fast ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle zu Gast. Je nach Veranstaltungsformat passen hier rund 15.000 Besucher rein.

Am Freitagabend steht Kebekus dann auf der Kleinkunstbühne Rausingen. 200 bis 250 zahlende Besucher freuen sich: Intime Atmosphäre, ganz nah dran an der aktuell erfolgreichsten Frau im Comedy-Geschäft.

Halt, Stopp! Das wird natürlich nicht passieren. Carolin Kebekus kommt nicht nach Holzwickede. Dennoch wurde ihr Name im Fachausschuss am Mittwoch von der Kulturbeauftragten genannt. Genau wie der von Ingo Appelt. Die eine komme aber mit 46 Tonnen Equipment, der andere sei bis Ende 2020 verplant. Angefragt habe man aber mal.

Einfach mal Namen in den Raum werfen

Auf die Comedy-Sparte bezogen seien Neulinge wie Serkan Ates-Stein für Holzwickeder Maßstäbe realistischer. Serkan wer? Ach so, der war mal bei Nightwash – ein Stand-Up-Format aus einem Kölner Waschsalon, das im Abendprogramm eines ARD-Spartensenders läuft. Zielgruppe: Studenten.

Kann man buchen, kann klappen. Weiß man vorher aber nicht. Als Kulturbeauftragte im Ausschuss aber um spontane Rückmeldung aus den Fraktionen zu bitten, ob man den Künstler dann mal buchen solle oder nicht: Sorry, aber das zeugt von Unsicherheit der eigenen Arbeit gegenüber und sollte an der Stelle nicht spontan den Ausschussmitgliedern zur Diskussion angeboten werden.

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Anfragen auf Verdacht werden keinen Erfolg haben

Ob Holzwickede als Gemeinde zwischen Dortmund und Unna die ganz großen Namen braucht, sei mal dahingestellt. Im Bereich Kabarett, Comedy oder Lesung würde ich aber behaupten: Vielleicht reicht es nicht für die Kategorie Kebekus. Einen zumindest regional bekannten Namen könnte man dennoch locken.

Mit etwas Recherche ließe sich ermitteln, welche Künstler momentan an neuen Bühnenshows arbeiten. Mit dem Wissen könnte man bei Agenturen gezielt anfragen, ob Künstler im Portfolio ihre Show im kleinen Rahmen aufführen – quasi vor Testpublikum. Vor 200 bis 250 Zuschauern. Ganz intim und ganz nah dran.

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