Anwohner kündigen Klage gegen Kita-Standort an

dzPlatz von Louviers versus Festplatz

Anwohner des Festplatzes kündigen an, gegen den Bau der Kita auf dem Festplatz klagen zu wollen . Das legen sie in einem Schreiben an die Bürgermeisterin und die Fraktionsvorsitzenden dar.

Holzwickede

, 01.10.2018, 15:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Anwohner des Platzes von Louviers schreiten erneut zur Tat. An die Bürgermeisterin und an alle Fraktionsvorsitzenden der Ratsfraktionen sowie den Vorsitzenden des Aufsichtsrates der UKBS haben sie einen langen Brief geschrieben. Auf zwei DIN-A-4-Seiten plus einer Foto-Seite kündigen sie eine Klage an, sollte sich der Gemeinderat nach dem vorliegenden Antrag von CDU und BBL wieder mehrheitlich für den Platz von Louviers als Kita-Standort aussprechen. An ihrer ablehnenden Haltung ändert auch der Wegfall der Hol- und Bringzone nichts. Das betonen die beiden Ehepaare Angelika und Reinhard Gerlings sowie Christiane und Ralf Kleinjohann, die den Brief unterzeichnet haben.

Die Ehepaare, die an der Hamburger Allee wohnen, hatten sich bereits bei der Bürgeranhörung Ende Mai kritisch zum Standort Festplatz geäußert und ihre Bedenken vorgetragen (wir berichteten). Reinhard Gerlings, Dirk Hoffmann-von Schaewen und Dieter Stephanblome hatten in einem offenen Brief ihre Argumente gegen den Standort Festplatz dargelegt. „Gott sei Dank besteht in diesem Rechtsstaat immer noch die Möglichkeit, jedes Verwaltungshandeln von den Gerichten überprüfen zu lassen“, kündigen die Holzwickeder damals bereits weitere Schritte an. Dann wurde der erste Ratsbeschluss gekippt – die Entscheidung für den Park als Kita-Standort getroffenen. Nun soll auch dieser Beschluss gekippt und alles auf Anfang gesetzt werden.

Anwohner kündigen Klage gegen Kita-Standort an

•Bei einem Ortstermin im März 2017 sahen die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses das betreffende Grundstück auf dem Festplatz an. © Yvonne Schütze-Fürst

Jetzt bitten sie darum, an dem im Juli vom Rat abgestimmten Standort Emscherpark festzuhalten – und legen noch einmal dar, wie der Bau mit wenig Baumfällungen und durch eine Verschiebung des Baukörpers realisiert werden könnte.

Bedenken bleiben

Jetzt betonen die Anwohner, dass sich an ihren Bedenken zu dem Standort Festplatz nichts geändert habe. Vielmehr erinnern sie an den Ortstermin des Historischen Vereins Anfang September, bei dem sie aufzeigten, dass ihrer Meinung nach die Drehung des Baukörpers um 90 Grad eine „baumschonende und im Baufenster bleibende Lösung“ wäre. Eine Lösung, die „aus nicht nachvollziehbaren Gründen bisher leider nicht weiter verfolgt“ wurde. „Stattdessen wurden Hinderungsgründe aufgeführt, bei denen man sich fragt, welches Ziel eigentlich verfolgt wird.“

In dem Schreiben heißt es weiter: „Es bedarf lediglich guten Willens und einer bisher kläglich vermissten Moderation, um eine allen Seiten gerecht werdende Einigung herbeizuführen. Wird das Planverfahren für den Standort ‚Platz von Louviers‘ wieder aufgenommen, werden wir mit vielen Anwohnern und den uns zur Verfügung stehenden Rechtsmitteln leider einen langen Klageweg beschreiten müssen. Für unsere Kinder ist es unser Ziel, die Kita an diesem unsäglichen Standort zu verhindern.

Argumente gegen den Festplatz

Fünf Punkte haben die Ehepaar Gerling und Kleinjohann herausgegriffen, um deutlich zu machen, dass der Platz von Louviers ihrer Meinung nach ungeeignet ist für eine Kita: Um die Bäume an der Ostseite der Kita zu erhalten, müsse der Baukörper 6,5 Meter nach Westen gerückt werden. Dadurch dehne sich der erforderliche Spielgrund von 960 Quadratmeter westlich bis über die Allee hinaus aus: Das erfordere nach den jetzt veröffentlichten Plänen der Firma Planquadrat die Fällung von fünf Bäumen im Grünwall zwischen Rollschuhplatz und Allee, sowie darüber hinaus die Fällung von mindestens drei weiteren Bäumen auf der Westseite des betreffenden Allee-Abschnitts. In dem Schreiben heiß es weiter: „Wie stellt sich der Umweltausschuss zum jetzigen Zeitpunkt zu diesen notwendigen Baumfällungen – oder sollen nach den neuen Planungen jetzt mindestens acht Bäume ohne Beteiligung des Umweltausschusses gefällt und damit der Allee-Charakter zerstört werden?“ Am Ende des Briefes machen die Anwohner deutlich, dass es für den Standort Emscherpark „so viele Zusagen der Beteiligten“ gibt (Umpflanzungen von Bäumen, Entsiegelung, Ersatzpflanzungen oder Tafeln bezüglich des Hauses Dudenroth) „dass es mutwillig erscheint, wenn dieser Standort scheitern sollte.“

Meinung der Verwaltung

Als letzter Standort für eine Kita verbleibt „nur der Platz von Louviers“. Die Gemeindeverwaltung stellt das in der Sitzungsvorlage für den am 9. Oktober tagenden Planungs- und Bauausschuss und für die Sitzung des Gemeinderates am 11. Oktober fest . „Andere Standorte bedürften aufgrund von neuerlichen Planungen der Prüfung von Auswirkungen im Bebauungsplanverfahren. Dies gilt im Weiteren aber auch für die Prüfung durch Jugendamt, Kita-Träger, Investor und Bauplanungsbüro, was zu einem erheblichen neuen Zeitaufwand führen würde, der aber aufgrund der Dringlichkeit einer Standortfindung nicht zu rechtfertigen wäre.“

Weiter heißt es: „Beim Standort Platz von Louviers, Südseite, handelt es sich um eine aus städtebaulicher Sicht bereits geprüfte und für gut befundene Lösung. Die vom Ing.-Büro Planquadrat überarbeitete Entwurfsfassung beinhaltet gegenüber der bisherigen Planung in diesem Bereich keine unzumutbaren Beeinträchtigungen von Anwohnern und sonstigen Nutzern des Festplatzes. Der Entfall der Hol- und Bringzone, welcher mit dem neuen Planungsstand umgesetzt werden soll, kommt ebenfalls den zahlreichen Einwendungen aus dem zurückliegenden Planverfahren entgegen.“

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