Nächste Runde im Mülltonnen-Ärger: Anwohner der Friedhofstraße fühlt sich belogen

dzMit Video-Beweis

Der Anwohner Andreas Thiess bringt noch einmal den Ärger um die Mülltonnen an der Friedhofstraße, die dort regelmäßig den Gehweg blockieren, auf den Plan. Er erhebt schwere Vorwürfe.

Holzwickede

, 14.10.2019, 16:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon vor einigen Wochen gab es an der Friedhofstraße Ärger um Mülltonnen, die regelmäßig den Gehweg blockierten. Für Menschen mit Kinderwagen oder Rollstuhl war dort an manchen Tagen kein Durchkommen – sehr zum Ärger vieler Passanten.

Jetzt meldete sich erneut ein Anwohner der Friedhofstraße bei unserer Redaktion. Andreas Thiess hat auf zwei Fotos und einem Video dokumentiert, was sich dort an Abholtagen abspielt. Er findet: GWA-Sprecher Andreas Hellmich hat nicht die Wahrheit gesagt.

Nächste Runde im Mülltonnen-Ärger: Anwohner der Friedhofstraße fühlt sich belogen

Versetzt und mitten auf dem Gehweg: So waren die Abfallbehälter dann angeordnet, nachdem der Seitenlader der GWA vor Ort war. © Privat

Seitenlader nimmt zwei Tonnen gleichzeitig auf

Zur Erinnerung: Hellmich hatte auf Nachfrage der Redaktion vor einigen Wochen unter anderem erklärt, dass es gar nicht möglich sei, dass die Seitenlader der GWA die Mülltonnen versetzt abstellen könnten, weil die Fahrzeuge jeweils zwei Mülltonnen gleichzeitig aufnehmen.

Auf einem von Thiess eingesendeten Video sieht man, dass die Tonnen per Seitenlader abgestellt werden. Das geschieht wie von Hellmich beschrieben auch akkurat. Unglücklicherweise stehen die Tonnen nach der Leerung aber nicht am Rande des Gehwegs sondern mittig - ein Problem eben für Rollstuhlfahrer oder Passanten mit Kinderwagen.

Regeln der Gemeinde

Satzung zur Abfallentsorgung

  • „Unbeschadet der im Bundes- oder Landesrecht getroffenen Regelungen handelt ordnungswidrig, wer gegen die Bestimmungen dieser Satzung vorsätzlich oder fahrlässig verstößt, insbesondere wenn [...] er das Sperrgut so aufstellt, dass der Straßen- und Fußgängerverkehr behindert oder gefährdet wird“, heißt es in der Satzung über die Abfallentsorgung in der Gemeinde Holzwickede, die am 1. Januar 2014 in Kraft getreten ist.
  • Ein Verstoß gegen diese oder andere Regeln, die in der Satzung unter Paragraph 25 geregelt sind, kann eine menge Geld kosten: Eine entsprechende Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Gespräche der GWA ergaben keine Lösung

Die GWA ist um eine Beruhigung der erhitzten Gemüter bemüht und hat in dieser Sache kürzlich Untersuchungen angestellt. Im Gespräch mit dem Fahrer dieses Bezirks, den Hellmich als „sehr zuverlässig“ bezeichnete, ergab sich aber bisher keine Lösung. Ob ein Fehlverhalten seitens der GWA vorliegt, habe man leider nicht ermitteln können.

Man habe ein Interesse daran, das Problem zu lösen. Was bei der jüngsten Leerung genau vorgefallen ist, habe man nicht herausbekommen können. „Der Fahrer war erstmal sprachlos. Soweit er sich erinnerte, konnte er weder belegen noch widerlegen, dass er dort einen Fehler gemacht hat. Eines ist aber klar. Wo Menschen arbeiten, können auch Fehler passieren. Unser Anliegen ist es, dass wir einen perfekten Job machen. Ich bitte allerdings darum, nicht mit einem Geodreieck dahin zu gehen“, erklärte Hellmich.

Video
Holzwickede: Müllabfuhr blockiert Gehweg

Standortfrage ist Sache der Stadt

Hellmich wies darauf hin, dass es diesen zentralen Standort zur Müllabholung an der Friedhofstraße seit 2006 gebe. Die Standortfrage sei allerdings Sache der Gemeinde. Lange Zeit habe es dort keine Probleme gegeben. Seitdem die GWA in diesem Sommer auf das Thema aufmerksam wurde, seien vor allem die Fahrer für die Problematik sensibilisiert worden.

Thiess sieht aber weniger die Fahrer in der Verantwortung: „Es kann sein, dass die Mitarbeiter dazu (gemeint ist mehr Vorsicht, Anmerkung der Redaktion) angewiesen wurden, aber ich meine, besser geht es gar nicht, wenn so viele Mülltonnen nebeneinander stehen. Die Fahrer können nichts dafür“, meint Thiess.

Eine weiterere Anregung, die die GWA vor einigen Wochen ins Spiel gebracht hatte, war nachbarschaftliche Unterstützung. Diesen Punkt hält Thiess für nicht umsetzbar: „Nachbarschaftshilfe kann zwischen zwei Nachbarn funktionieren, aber nicht bei elf“, behauptet er.

ZUR SACHE

GWA-ABFALLKALENDER IM NETZ

Vergessen, wann der Restmüll oder die Biotonne abgeholt werden? Online lässt sich über den Abfallkalender schnell nachschauen, wann welche Tonne wo geleert wird: www.gwa-abfuhrkalender.de

Thiess sieht Gemeinde in der Pflicht

Hier sieht er aber weniger die GWA in der Pflicht, sondern vielmehr die Gemeinde. Die hatte seinen Angaben zufolge auf sein Anliegen reagiert und ihm vier Gründe genannt, weshalb nichts unternommen werden kann. Für Thiess ist das nicht zufriedenstellend, sondern vielmehr widersprüchlich. „Es wird sehr viel Energie in ein Problem gesteckt, dass anscheinend nicht gelöst werden kann.“

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