Anwohner der Steinstraße ärgern sich über Baustellenverkehr

dzVerkehr

Verkehrsstatus: Es ist kompliziert. Das trifft in Holzwickede an vielen Stellen zu. Über ein temporär unangenehmes Phänomen ärgern sich die Anwohner rund um die Steinstraße.

Holzwickede

, 19.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Sanierung der Landskroner Straße inklusive Verzögerung durch eine marode Wasserleitung, die Entwicklung des Wohnparks Emscherquelle, der Tunnelbau zu Sölde und ein Autobahn-Brückenneubau in Lichtendorf, der sich immerhin dem Ende zuneigt: Zwischen Holzwickede, Sölde und Lichtendorf tun sich mehrere Großbaustellen auf, die per se nichts miteinander zu tun haben.

Dennoch zeigt sich auf den Straßen, wie sich die Baustellen untereinander beeinflussen. Leidtragende sind momentan auch Anwohner der Margareten- und Steinstraße. Nicht täglich aber doch regelmäßig fahren hier Baustellenfahrzeuge aus der Landskroner Straße ab und zu. Die Beobachtung hat Peter Schramm gemacht. Ein Besuch vor Ort und Gespräche mit Anwohnern bestätigen das.

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Der Sachkundige Bürger des BBL wohnt selbst an der Steinstraße. Der zusätzliche Verkehr in einer sonst ruhigen Wohngegend stört ihn nicht nur – Schramm sorgt sich auch um den Zustand der Fahrbahn. Auf der Landskroner Straße wird seit August 2019 gearbeitet. Kurz nach Sanierungsbeginn durch den Kreis Unna brach an mehreren Stellen eine Wasserleitung. Die Folge: Der Dortmunder Versorger DEW21 ist seitdem mit dem Austausch beschäftigt.

Anwohner können über die Margaretenstraße zu ihren Häusern an der Landskroner Straße – müssen dabei seit Monaten über eine Buckelpiste fahren.

Anwohner können über die Margaretenstraße zu ihren Häusern an der Landskroner Straße – müssen dabei seit Monaten über eine Buckelpiste fahren. © Greis

Das Problem: Gen Norden zur Sölder Straße müssten die Fahrzeuge wegen eines Baufeldes über Privatgelände. Auch gen Süden über die Römerstraße und Westen über die Wiesenstraße ergibt die Fahrt anscheinend keinen Sinn: Teils über Anliegerstraßen führen die Routen hier letztlich zur Vollsperrung vor der erneuerten Bahnunterführung. Die ist fertig, aber die zugehörige Fahrbahn noch nicht.

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Die Fahrt gen Dortmund über Sölde ist deshalb aktuell eine Tortur, die rund um den Bezirksfriedhof Aplerbeck führt. Baufahrzeuge nutzen demnach die Alternative über Margareten- und Steinstraße.

Laut Schramm sei das nie so vorgesehen gewesen. „Ich habe mich schon an die Verwaltung gewandt. Da hat es auch Kontakt zum Kreis gegeben, dass die Baufahrzeuge eigentlich nicht über die Steinstraße fahren sollen.“ Daran würde sich mitunter aber nicht gehalten.

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Beim Kreis Unna heißt es über eine Sprecherin, dass man momentan selbst nicht vor Ort arbeite, aktuell nur DEW21 tätig sei. Auf Anfrage verweist ein DEW21-Sprecher hier wiederum auf die Verkehrssicherung im Kreis Unna.

Hier erklärt Michael Arnold: „Margareten- und Steinstraße sind grundsätzlich für alle Verkehrsarten zugelassen.“ Nur die parallel verlaufende Anliegerstraße Breiter Weg hat ein Lkw-Verbot. Der Holzwickeder Arnold kann nachvollziehen, dass der Mehrverkehr für Unmut sorgt. Die Situation müsse man aber leider so hinnehmen.

Seitens DEW21 heißt es aktuell, dass die Leitungsarbeiten im September beendet werden. Erst dann dürfte die Straßensanierung richtig Fahrt aufnehmen – und Hoffnung für die Anwohner bestehen, dass Baufahrzeuge aus Norden und Süden die Sanierungsabschnitte direkt anfahren.

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