Anstrengende Gefahrenstoff-Kontrolle der Feuerwehr nach Lkw-Unfall

dzAuf Schwerter Straße

Ein verunglückter Gefahrstoff-Lkw sorgte am Montag für einen stundenlangen Einsatz der Holzwickeder Feuerwehr. Der Einsatz erforderte besondere Ausrüstung, Durchhaltevermögen und Koordination.

Holzwickede

, 25.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Einsatzlage wie am Montagmorgen, als ein Gefahrgut-Lkw in Fahrtrichtung Ruhr auf der Schwerter Straße von der Fahrbahn kam und zur Seite kippte, erfordert besondere Maßnahmen.

Wer sich fragt, warum so ein Einsatz mehrere Stunden dauert: „Der Lkw hatte verschiedene ätzende und leicht entflammbare Stoffe geladen. Man weiß nie, wie die miteinander reagieren, wenn sie austreten“, sagt Feuerwehrsprecher Marco Schäfer.

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Dementsprechend war vor Ort zunächst Vorsicht geboten. Auch brauchten die beiden Holzwickeder Löschzüge weitere Unterstützung: Die Schwerter Wehr schickte einen Löschzug. Der Kreisbrandmeister rückte mit einem zusätzlichen Einsatzleitwagen aus Unna aus. Aus Kamen stieß ein weiteres Fahrzeug mit zusätzlichen Atemschutzgeräten, Masken und Filtern hinzu.

„Der Lkw hatte verschiedene ätzende und leicht entflammbare Stoffe geladen. Man weiß nie, wie die miteinander reagieren, wenn sie austreten“
Marco Schäfer, Sprecher Holzwickeder Feuerwehr

Kameraden müssen für solche Einsätze ausgebildet sein

Nicht nur die Ausrüstung musste am Montag passen, auch das Personal: „In den Anzügen darf nur arbeiten, wer einen Atemschutzgeräteträger- und einen ABC1-Lehrgang absolviert hat“, weiß Marco Schäfer.

Auch das Deutsche Rote Kreuz war vor Ort, um die Verpflegung der Kameraden über Stunden zu gewährleisten. Die Untere Naturschutzbehörde machte sich ebenfalls ein Bild vor Ort. „Alleine durch Feuerwehr und Rettungskräfte waren wir 75 Männern und Frauen im Einsatz“, so Schäfer.

Die Kontrolle der Ladung übernahmen dabei abwechselnd zwei Kameraden unter Atemschutz in speziellen Chemikalienschutzanzügen. Die Arbeit in diesen „Maßanzügen“ wie Schäfer sie scherzhaft nennt, sei überaus anstrengend. „Man kann sich nicht richtig bewegen, die Sicht ist durch die Atemschutzmasken eingeschränkt, man schwitzt“, sagt er.

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Unfall mit Gefahrgut-Lkw auf der Schwerter Straße

Ein umgekippter Lkw mit Gefahrgut sorgt am Montag, 24. Februar 2020, für eine stundenlange Sperrung der Schwerter Straße zwischen Holzwickede und Schwerte.
24.02.2020
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Das Abschleppunternehmen brauchte rund eine Stunde, um den Lkw aufzurichten. Gegen 20 Uhr war die Schwerter Straße dann nach mehr als zehn Stunden geräumt und die Sperrung aufgehoben.© Neumann
Das Abschleppunternehmen brauchte rund eine Stunde, um den Lkw aufzurichten. Gegen 20 Uhr war die Schwerter Straße dann nach mehr als zehn Stunden geräumt und die Sperrung aufgehoben.© Neumann
Das Abschleppunternehmen brauchte rund eine Stunde, um den Lkw aufzurichten. Gegen 20 Uhr war die Schwerter Straße dann nach mehr als zehn Stunden geräumt und die Sperrung aufgehoben.© Neumann
Das Abschleppunternehmen brauchte rund eine Stunde, um den Lkw aufzurichten. Gegen 20 Uhr war die Schwerter Straße dann nach mehr als zehn Stunden geräumt und die Sperrung aufgehoben.© Neumann
Ab 18 Uhr war ein Dortmunder Abschleppunternehmen gefragt und der Einsatz für die Holzwickeder Feuerwehr vor Ort nach mehr als acht Stunden beendet.© Greis
Ein umgekippter Lkw mit Gefahrgut sorgt am Montag, 24. Februar 2020, für eine stundenlange Sperrung der Schwerter Straße zwischen Holzwickede und Schwerte.© Neumann
Ein umgekippter Lkw mit Gefahrgut sorgt am Montag, 24. Februar 2020, für eine stundenlange Sperrung der Schwerter Straße zwischen Holzwickede und Schwerte.© Neumann
Ein umgekippter Lkw mit Gefahrgut sorgt am Montag, 24. Februar 2020, für eine stundenlange Sperrung der Schwerter Straße zwischen Holzwickede und Schwerte.© Neumann
Ein umgekippter Lkw mit Gefahrgut sorgt am Montag, 24. Februar 2020, für eine stundenlange Sperrung der Schwerter Straße zwischen Holzwickede und Schwerte.© Neumann
Ein umgekippter Lkw mit Gefahrgut sorgt am Montag, 24. Februar 2020, für eine stundenlange Sperrung der Schwerter Straße zwischen Holzwickede und Schwerte.© Neumann
Ein umgekippter Lkw mit Gefahrgut sorgt am Montag, 24. Februar 2020, für eine stundenlange Sperrung der Schwerter Straße zwischen Holzwickede und Schwerte.© Neumann
Ein umgekippter Lkw mit Gefahrgut sorgt am Montag, 24. Februar 2020, für eine stundenlange Sperrung der Schwerter Straße zwischen Holzwickede und Schwerte.© Neumann

Jeder Karton im Lkw wurde einzeln kontrolliert

Dabei sei jeder Karton am Montag von Hand angepackt und auf Beschädigungen kontrolliert worden. Dafür wurde eine weitere Station aufgebaut, in der Kameraden unter Atemschutz aber in etwas beweglicherer Montur arbeiten konnten.

Letztlich war die Ladung weitgehend unbeschädigt, waren keine Stoffe ausgetreten. Der betroffene Spediteur konnte die Ware nach der Kontrolle umladen. „Eine GSG gehört zu den Dingen, die wir regelmäßig üben, weil sie eben nicht so häufig passiert“, sagt Schäfer. GSG steht dabei für Einsatzlage mit gefährlichen Stoffen und Gütern.

„Bei solchen Einsätzen ist es letztlich immer toll, wenn die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Wehren so reibungslos passt. Das war der Fall und ist eine gute Erkenntnis“, urteilt Marco Schäfer.

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