An den Eschen sterben die Triebe ab

dzAgressiver Pilzbefall

Sie waren fast 80 Jahre alt - und sind nun Geschichte: Der Bauhof hat an der Springstraße zwei Eschen gefällt - aus Krankheitsgründen. Dennoch schlägt die Baumfällung hohe Wellen.

von Jennifer Freyth

Holzwickede

, 20.11.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Überreste der stattlichen Stämme liegen noch am Rande der Springstraße - und sehen für den Laien eigentlich kerngesund aus. Im sozialen Netzwerk Facebook ist sogar schon von „Abholzwickede“ die Rede. Doch die Gemeinde hat die Kreissäge nicht ohne Grund angesetzt, wie Armin Nedomansky auf Anfrage erklärt. Der Baumexperte des Holzwickeder Baubetriebshofes hatte sich die Eschen im Spätsommer angeschaut – und bei seiner Kontrolle das sogenannte Eschentriebsterben festgestellt. „Wir hatten sehr massiv getrocknete Äste in den Kronen, ein Drittel der Baumkronen war schon zurückgetrocknet“, sagt er. „Das war höchste Eisenbahn.“

Übeltäter ist ein Pilz

Grund für das Eschentriebsterben ist ein Pilzbefall. „Falsches Weißes Stängelbecherchen“ heißt der Übeltäter, der dafür sorgt, dass die Triebe von außen absterben. „Es ist ein Bakterium, das sich über die Blüte einschleicht“, weiß Nedomansky. Im Winter, räumt der Baum-Fachmann ein, könne man die Krankheit tatsächlich nur schwer erkennen. Und auch der Stamm sehe für Laien gesund aus. Doch bei der Kontrolle im Spätsommer sei der Befall in der Krone deutlich sichtbar gewesen.

Falsches Weißes Stängelbecherchen

Aggressiver Pilz mit niedlichem Namen

Hymenoscyphus pseudoalbidus - so heißt der Pilz unter Fachleuten, der derzeit die Eschen hierzulande bedroht. Der Pilz, der übersetzt mit „Falsches Weißes Stängelbecherchen“ einen fast lieblichen Namen trägt, ist tatsächlich äußerst aggressiv. Der Pilz aus Asien lässt zuerst die Treibe der Esche absterben, dann breitet sich die Krankheit auf den gesamten Baum aus. In Asien besiedelt der Pilz als harmolser Blattpilz die Eschenarten. Vermutlich wurde er so mit importierten Pfalnzen nach Europa eingeschleppt.

Es ist nicht der erste dieser Art in der Emschergemeinde: Seit etwa fünf Jahren gebe es verstärkt Probleme mit dem Eschentriebsterben, übrigens nicht nur in Holzwickede. Ganze Straßenzüge mit Eschen habe der Pilz schon vernichtet, der in Deutschland vor etwa zehn Jahren erstmals nachgewiesen wurde. Ein Gegenmittel ist bislang nicht bekannt. „Da kann man nichts machen“, bedauert Nedomansky. Jungen Bäume, die höchstens etwa 20 Jahre alt sind, könne man eine kleine Hilfestellung geben, indem man versucht, sie durch einen Rückschnitt der Krone zum Austreiben zu animieren. Doch eine Garantie zur Rettung sei das nicht.

An den Eschen sterben die Triebe ab

Ein geschädigter Trieb einer befallenen Esche: Viele Eschen sind durch einem aus Asien stammenden Pilz stark geschädigt. © picture alliance / dpa

Bergahorn als Ersatz

Als Ersatz für die beiden gefällten Eschen sollen zwei Bergahorne gepflanzt werden. „An der Springstraße ist wenig Verkehr, da ist das ein geeigneter Baum“, weist Nedomanksy darauf hin, dass es sich dabei wie bei der Esche um einen großkronigen Baum handelt.

Die Ersatzpflanzung ist im kommenden Jahr geplant. Ob sie schon im Frühjahr gelingt, ist noch ungewiss. „Wir haben noch allerhand Bäume zu ersetzen, die durch den heißen Sommer vertrocknet sind“, sagt Nedomansky. Spätestens aber im Herbst soll die grüne Lunge an der Springstraße wieder komplett sein.

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