„Pommesbuden-Gestank“ ärgert Anwohner im Holzwickeder Norden

dzWohnen in Holzwickede

Von der Natorper Straße aus weht an manchen Tagen eine nach Fleisch riechende Duftwolke über die naheliegenden Wohngebiete. Die einen bekommen dabei Hunger, für die anderen ist es eine Geruchsbelästigung.

Holzwickede

, 21.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir leben jetzt seit vier Jahren hier. Phasenweise war es mal besser, aber jetzt ist es wieder schlimmer geworden“, sagt Nadine Kallus. Ihre Familie wohnt wenige hundert Meter vom Fleischverarbeiter FVZ Convenience entfernt. Von der Firma, die an der Natorper Straße sitzt, weht regelmäßig ein fleischernes Lüftchen in ihr Wohngebiet.

Wo bei manchen Menschen ein Hungergefühl einsetzt, da fühlt sich die Familie Kallus inzwischen eher belästigt. „Am Anfang dachte man noch so: Mhm, lecker. Jetzt kann man es einfach nicht mehr riechen“, sagt Lars Kallus.

Jetzt lesen

Und mit diesem Gefühl sind sie nicht alleine, wie sie erzählen. Es gebe viele Anwohner, die den Geruch als störend empfinden. Beim Spazierengehen sei das immer mal wieder ein Thema, wenn sie auf Menschen aus der Nachbarschaft treffen.

Bewertung des Fleischgeruchs ist subjektiv

Freilich: Wer ein Haus in der Nähe eines Gewerbegebietes baut oder kauft, nimmt automatisch auch gewisse Begleiterscheinungen in Kauf. Das weiß auch das Ehepaar Kallus. Was den Fleischgeruch betrifft, ist die Beurteilung ohnehin subjektiv. Der eine findet den Geruch eher angenehm, der andere eben nicht.

Der Betrieb FVZ, der an der Natorper Straße in Holzwickede Fleisch zu Fertiggerichten verarbeiten, ist nach eigenen Angaben seit Jahren um einen Austausch mit der Anwohnerschaft bemüht.

Der Betrieb FVZ, der an der Natorper Straße Fleisch zu Fertiggerichten verarbeitet, ist nach eigenen Angaben seit Jahren um einen Austausch mit der Anwohnerschaft bemüht. © Udo Hennes

Die Familie Kallus und einige ihrer Nachbarn sind in den vergangenen Tagen auch nur deshalb tätig geworden, weil das Geruchsproblem etwas schlimmer geworden zu sein scheint. Eine Anfrage eines Anwohners von der Friedrich-Ebert-Straße, der namentlich nicht genannt werden möchte, an die Firma FVZ blieb ohne den gewünschten Erfolg.

FVZ-Sprecher kündigte an, das Problem zu untersuchen

Ein FVZ-Sprecher habe ihm versichert, dass die Firma der Sache nachgehen und das Problem gegebenenfalls beheben werde. Daraufhin sei laut dem Anwohner mehrere Tage lang nichts passiert.

Jetzt lesen

Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte die Firma FVZ Convenience den Kontakt zu der Anwohnerschaft. Wie Norbert Biegner, Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung, erklärte, habe man die Ursache inzwischen ausfindig machen können. Nach seinen Angaben lag das Problem in der Lüftung der Produktionsabteilung.

Firma befindet sich seit Jahren mit den Anwohnern im Austausch

„Die ist durchgelaufen“, sagte Biegner. Er versicherte, dass die Firma alles dafür tun werde, um die Situation zu verbessern. Wie Biegner erklärte, sei der Fleischverarbeiter seit Jahren um einen stetigen Austausch mit der Anwohnerschaft bemüht und nehme ihre Sorgen sehr ernst.

„Wir haben sie vor ein paar Jahren zu einer Begehung bei uns eingeladen und seitdem Probleme untereinander besprochen. Daran sind wir auch weiterhin interessiert“, so der FVZ-Prokurist.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Rombergstraße
Dauerparker: Fahrzeugvermieter holt Trailer ab – Zugmaschine soll zeitnah folgen
Hellweger Anzeiger Freizeitangebot für Kinder
Whatsapp-Fotoprojekt: Kinder entdecken ihre Umwelt mit der Kamera des Smartphones
Hellweger Anzeiger Corona-Krise
Coronavirus: Arbeitsmarkt „schwer getroffen“ – auch wenn man es noch nicht sieht