Acht Bäume müssen für die Kita im Emscherpark definitiv weichen

dzPlatz für Kindertagesstätte

Ohne Fällen geht es nicht: Damit die Kita im Emscherpark gebaut werden kann, muss gesägt werden. Acht Bäume müssten sicher weichen, wie aus den Planunterlagen hervorgeht.

Holzwickede

, 17.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Drei Ahornbäume, ein Feldahorn, eine Pappel, eine Platane, eine Weide und eine Eiche haben beim Bau einer Kita keine Zukunft mehr. Beantragt wird zudem, dass auch zwei Linden und eine Birke gefällt werden dürften, wobei sich erst während etwaiger Bauarbeiten zeigen würde, ob die drei Bäume auch im Weg stünden.

Uwe Nettlenbusch, Fachbereichsleiter Technische Dienste, hatte noch vor einigen Wochen betont, dass möglichst wenige Bäume der Kita zum Opfer fallen sollen, das man genau prüfen werde, ob überhaupt gefällt werden müsse. Ein Blick in den „Artenschutzrechtlichen Beitrag zum Neubau der Kita Sonnenschein am Emscherpark“ zeigt: Es muss gefällt werden.

Bis auf die Eiche, die Birke und die zwei Linden liegen die restlichen Gehölze alle auf dem geplanten Korpus der Kita. Im Plan sind Birke und die Linden mit Fragezeichen versehen. „Die Krone der Birke würde das Gebäude geringfügig tangieren, nach Möglichkeit soll sie aber stehenbleiben. Die Linden werden wohl für Stellplätze am Wendehammer fallen müssen“, sagt die Umweltbeauftragte Tanja Flormann. In jedem Fall werde beantragt, auch diese Bäume im Falle eines Falles entfernen zu dürfen.

Acht Bäume müssen für die Kita im Emscherpark definitiv weichen

Die roten Kreise zeigen die Bäume, die für die Kita gefällt werden müssten. © Gemeinde Holzwickede

Einen Sonderfall nimmt ganz im Süden der Fläche eine Eiche mit einem stattlichen Stammumfang von rund vier Metern ein. Laut Flormann sei der Baum von einem Pilz befallen und auch aufgrund seiner Ausmaße ein Risiko für Kindergarten-Kinder. Aktuell wären fallende Äste vor Ort kein Problem, mit einer angrenzenden Kita aber schon. Deshalb müsste die Eiche für die Kindertagesstätte aus Gründen der Verkehrsicherungspflicht ebenfalls gefällt werden, auch wenn sie nicht direkt auf der Baufläche steht.

Die Entscheidung über die Fällmaßnahmen sind Thema im Umweltausschuss am 17. September und müssen vom Ausschuss abgesegnet werden. Weniger Probleme dürfte es im Zuge eines Kita-Baus mit den tierischen Bewohnern des Emscherparks geben. Der Artenschutzbericht eines Dortmunder Büros für Landschaftsplanung kommt zu dem Fazit: „Das Plangebiet weist aufgrund der intensiven Erholungsnutzung und der Lage inmitten des Siedlungsraumes nur eine geringe Wertigkeit und potenzielle Nutzbarkeit für planungsrelevante Arten auf.“

Bäume auf Bewohner überprüfen

Beachten müsse man lediglich, dass Baumfällungen nach dem 30. September und spätestens bis 1. März des kommenden Jahres durchgeführt werden müssen, um brütende Vögel nicht zu stören. Auch muss im Oktober überprüft werden, ob in Aushöhlungen der Pappel und der Eiche keine Fledermäuse heimisch sind. Amphibien und weitere Tiere, die ihr Habitat im angrenzenden Emschergewässer gefunden haben, würden von einer möglichen Kita hingegen nicht beeinträchtigt. Der von Orchideenexperte Werner Hessel angeführte Breitblättrige Stendelwurz als geschützte Wildorchideenart konnte laut dem Artenschutzbericht auf der geplanten Baufläche indes nicht vorgefunden werden.

Der Artenschutzbericht ist Teil der Planunterlagen zum Kita-Bau, die aktuell und noch bis 17. September für alle Bürger bei der Gemeinde zur Einsicht ausliegen. Die insgesamt elfte Änderung des Bebauungsplans Nummer 8a „Gemeindliche Mitte“ sieht zwei zentrale Punkte vor: Zum einen muss die geplante Zufahrt über den Platz von Louviers von der Hamburger Allee aus, als öffentliche Verkehrsfläche ausgewiesen werden und soll ausschließlich als Bedarfszufahrt zur Versorgung der Kindertagesstätte (Essensanlieferung, Handwerkerdienste) dienen.

Formelle Änderung ist nötig

Das eigentliche Baugrundstück ist bislang für eine mögliche Schule/Volkshochschule, ein Jugendheim sowie ein Theater vorgesehen. Im Bebauungsplan muss der Zweck entsprechend bestimmt werden und eine mögliche Kindertagesstätte auch formell als Begriff aufgenommen werden, damit Baurecht hergestellt werden kann. Die Kita ist als zweigeschossiges Gebäude geplant. Die Begründung der Gemeinde zu den Änderungen des Bebauungsplans sehen weder durch das Gebäude noch durch die Zufahrt eine nicht vertretbare Beeinträchtigung der umliegenden Anwohner. Eltern sollen ihre Kinder nach Fertigstellung über den Parkplatz an der Kirchstraße zur Kita bringen und auch wieder holen.

Im Fachbereich IV/Technische Dienste, Allee 10, II. OG, Zi. 27, können die Unterlagen eingesehen werden. Neben der Erörterung der Planungsabsichten können Bedenken und Anregungen mündlich oder schriftlich während der Dienststunden Montag - Freitag von 08.30 Uhr bis 12.00 Uhr und Montag - Donnerstag von 13.30 Uhr bis 15.30 Uhr vorgetragen werden. Zusätzlich sind die Planunterlagen auf den Internetseiten der Gemeinde einsehbar.
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Ehrenamtliches Engagement

Was man während einer Fahrt mit Schrottsammler Klaus Dahl über unsere Gesellschaft lernt

Hellweger Anzeiger In Holzwickede verliebt

Paar aus Afghanistan und Aserbaidschan: Wenn Deutsch zur Amtssprache der Liebe wird