Gebühren: Abwasser wird in Holzwickede deutlich teurer

dzGebührenhaushalt

Die Gemeinde Holzwickede dreht an der Gebührenschraube – und das trifft die Bürger vor allem über das Abwasser. Warum sich die Belastung unterm Strich trotzdem in Grenzen hält.

Holzwickede

, 10.12.2019, 11:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wo gehobelt wird, fallen Späne. Und wo Menschen leben, fallen Hinterlassenschaften an. Die zu beseitigen, kostet Geld. Und das holt sich das Rathaus über die Gebühren wieder.

Jetzt lesen

Wie die Gemeinde im Vorfeld der Ratssitzung an diesem Donnerstag erläuterte, steigen die Gebühren für die Abwasserbeseitigung deutlich: Beim Niederschlagswasser um vier Prozent, beim Schmutzwasser sogar um weit über sieben Prozent.

Trotzdem hält sich die Mehrbelastung unter dem Strich in Grenzen. Und das hat letztlich mit Hunderten Mülltonnen für biologische Abfälle zu tun, die die Gemeinde zusätzlich unters Volk gebracht hat. Mehr Tonnen bedeuten eine effektivere Müllabfuhr, weshalb die Gebühren für den Einzelnen in diesem Sektor sogar um über sieben Prozentpunkte sinken.

Durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt zahlt 40 Euro mehr

Hinzu kommen weitere Effekte, die die deutliche Gebührensteigerung beim Abwasser abmildern. Bei der Straßenreinigung macht sich etwa die neue Kehrmaschine bezahlt: Weniger Reparaturkosten schlagen sich auch in der Gebührenkalkulation wieder. Kumuliert bleibt unter dem Strich über alle Gebühren eine Mehrbelastung von 3,97 Prozent stehen, was für den durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt eine Mehrbelastung von knapp 40 Euro pro Jahr bedeutet.

„Die konnten gar nicht verbauen, was die sich vorgenommen haben.“
Peter Knapp, Gemeinde Holzwickede

Dass der Posten Abwasserbeseitigung so deutlich ansteigt, hat nach Einschätzung von Peter Knapp aus dem Fachbereich Finanzen vor allem damit zu tun, dass ein Anfang der 2010er-Jahre reserviertes Kapital für Investitionen in Kanäle nicht abgerufen wurde.

„Die konnten gar nicht verbauen, was die sich vorgenommen haben“, sagte Knapp. Das führte zu einem deutlichen Überschuss, der in den vergangenen Jahren als eine Art Gebührenpuffer diente. Die laut Knapp stets gestiegenen Kosten konnten so abgefedert werden.

Gemeinde verweist auf vergleichsweise niedriges Gebührennieveau

Jetzt ist dieses Guthaben aufgebraucht, weshalb die Mehrbelastung über die Gebühren an die Bürger weitergegeben werden muss.

Gleichwohl bewegten sich die Gebühren in der Emscherquellgemeinde nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau, wie Knapp mit Verweis auf eine Erhebung des Bundes der Steuerzahler betonte.

CDU erneuert Kritik an „Sperrmüll-Soli“ über Restmülltonne

Kommunen sollen ihre Gebührenhaushalte kostendeckend aufstellen und keine Gewinnabsichten mit der Kalkulation verfolgen. Der Haupt- und Finanzausschuss hat die Gebührenkalkulation in der vergangenen Woche bereits verabschiedet –nicht ohne, dass die CDU-Fraktion einmal mehr ihre Kritik an der Erhebung einer einwohnerbezogenen Gebühr für nicht angelieferten Sperrmüll über die graue Restmülltonne formulierte. Das monieren die Christdemokraten seit Jahren. Die Abstimmung durch den Rat der Gemeinde am Donnerstag ist gleichwohl nur noch eine Formalie.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Einhaltung des Mindestlohns
„Auffälligkeiten“ in Holzwickeder Unternehmen festgestellt – Zoll ermittelt weiter
Hellweger Anzeiger 50 Jahren im Ort
In Holzwickedes ältester Kanzlei arbeitet eine Spezialistin für familiäre Konflikte
Hellweger Anzeiger Flüchtlingsunterkünfte
Gemeinde schaltet im Streit um Flüchtlingsheime an Bahnhofstraße einen Anwalt ein
Meistgelesen