Abstand auf dem Schulhof kaum möglich: Viele offene Fragen vor dem Schulstart

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In der nächsten Woche beginnt das neue Schuljahr. An der Josef-Reding-Schule gibt es wegen der coronabedingten Umstände momentan noch viele Fragezeichen – aber auch eine Hoffnung.

Holzwickede

, 06.08.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu, die Corona-Pandemie hingegen noch nicht. Eines steht jedenfalls fest: Bis auf wenige Ausnahmen sollen alle Schüler und Lehrer wieder vor Ort gemeinsam arbeiten. Für die Schulleiter ist das eine große Herausforderung.

Klaus Helmig, Rektor der Josef-Reding-Schule, blickt mit gemischten Gefühlen auf den Schulstart. Momentan bereitet ihm vor allem die Personalplanung kleine Sorgen: 6 von 40 Lehrern waren in den vergangenen Tagen beim Arzt und haben sich per Attest bescheinigen lassen, dass sie zunächst vom Präsenzunterricht befreit sind.

Blickt skeptisch auf den Schulstart: Klaus Helmig, Schulleiter der Josef-Reding-Schule. Er hofft, dass sich die Schüler so verhalten wie vor den Sommerferien.

Blickt skeptisch auf den Schulstart: Klaus Helmig, Schulleiter der Josef-Reding-Schule. Er hofft, dass sich die Schüler so verhalten wie vor den Sommerferien. © Greis

Ob die Zahl noch steigen wird, ist bisher unklar: „Manche Atteste trudeln gerade noch bei uns ein“, sagt Helmig. Es sei noch nicht ganz sicher, wie der Schulbetrieb gestemmt werden soll. Der derzeitige Personalstand sei in jedem Fall nicht ausreichend. Er hofft, dass er auf Hilfe bauen kann und möglicherweise befristet neue Lehrer eingestellt werden, um den Bedarf zu decken.

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Einige Details zum Schulalltag sind noch ungeklärt

Immerhin erwartet er am Mittwoch wieder rund 300 Schüler im Gebäude. Zum Vergleich: In der Zeit nach dem Corona-Lockdown waren bis zu den Sommerferien meist nicht mehr als 100 Schüler gleichzeitig vor Ort. Zwar gebe es ausführliche Anweisungen von Landesregierung und Bezirksregierung, einige Details sind allerdings noch ungeklärt.

„Damals hatten wir ähnliche Sorgen wie jetzt. Wir hoffen darauf, dass sich die Schüler so verhalten wie vor den Ferien.“
Klaus Helmig, Schulleiter der Josef-Reding-Schule

Dazu gehört das Thema Verpflegung. Ob es künftig Mittagessen geben wird, ist noch unklar. Ein weiteres Problem sieht er im Umgang mit den Urlaubsrückkehrern: „Ich habe gar keine Möglichkeit, eine etwaige Quarantäne-Pflicht zu kontrollieren“, sagt Helmig. In diesem Punkt muss er sich auf die Vernunft von Eltern und Kindern verlassen.

Abstand halten ist auf dem Schulhof kaum möglich

Das ist eng verknüpft mit dem nächsten Problem: Wie Helmig erläutert, trifft das auch für die Pausen zu. 100 Schüler hätten vor den Sommerferien auf dem Schulhof keine Schwierigkeiten mit der Einhaltung von Abstand gehabt. Bei 300 Schülern sei das praktisch kaum zu kontrollieren.

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Um das Infektionsrisiko während des Unterrichts zu minimieren, sei in Einzelfällen die Verlegung nach draußen möglich. Das soll aber eine absolute Ausnahme bleiben, damit alle Klassen gleich behandelt werden. Hinzu komme die Wetterabhängigkeit. „Momentan wäre es manchen vielleicht zu heiß, dann ist es irgendwann jemandem zu kalt. Ich will da keinen in der prallen Sonne sitzen haben“, so Helmig.

„Damals hatten wir ähnliche Sorgen“

Kurzum: Perfekt vorbereitet fühlt sich der JRS-Schulleiter auf das neue Schuljahr nicht wirklich: „Es sind noch viele Fragen offen“, sagt Helmig, der bei der Erinnerung an die Vorbereitungszeit zum Ende des Lockdowns immerhin optimistisch wird: „Damals hatten wir ähnliche Sorgen wie jetzt. Wir hoffen darauf, dass sich die Schüler so verhalten wie vor den Ferien.“

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