Gut zwei Dutzend Bagger, Kipplaster, Walzen und Raupen sind derzeit entlang der B1 im Einsatz, um das Baufeld für den eigentlichen Bau einer dritten Fahrspur vorzubereiten. © Udo Hennes
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A40-Ausbau: Darauf müssen sich Autofahrer bis Sommer einstellen

Seit Oktober arbeiten zwischen Dortmund und Holzwickede schwere Geräte: Es scheint, als hätten die Arbeiten zum A40-Ausbau so richtig begonnen. Dabei wird aktuell nur Platz geschaffen für eine dritte Fahrspur.

Brücken wurden abgerissen und neu aufgebaut, meterhohe Lärmschutzwände trennen Teile Holzwickedes bereits vom Verkehrsstrom. Der fließt mehr oder weniger zäh einseitig bereits zwischen gelben Fahrbahnmarkierungen bei erlaubten Tempo 80 von Unna gen Dortmund.

Rechts und links vom schwarzen Band, das noch vierspurig im Straßenbett liegt, sind zwischen der Großstadt und dem kleinen Nachbarn Bagger, Walzen und Kipplaster zu sehen. Insbesondere auf Höhe Holzwickede wird derzeit eine Menge Erde bewegt: Alleine entlang der Lärmschutzwände werden momentan rund 40.000 Kubikmeter davon abgetragen.

„Grob gesagt, rutschen wir etwa acht Meter nach Norden“

Bauleiter Michael Richter

An den eigentlichen Straßenausbau ist noch nicht zu denken: Hier wird erstmal Platz geschaffen für die dritte Fahrspur, die planmäßig bis Ende 2023 im ersten Bauabschnitt nördlich der Noch-Bundesstraße entstehen soll. „Grob gesagt, rutschen wir etwa acht Meter nach Norden“, sagt Bauleiter Michael Richter vom ausführenden Bauunternehmen Wolff und Müller. Für ihn ist ein Projekt wie das zwischen Dortmund und Unna Tagesgeschäft. Einzig der Umstand, dass der Verkehr trotz Arbeiten stets fließen muss, ist eine Herausforderung.

Christian Kotz (l.) sowie Simone Döll (2.v.r.) und Paul Rehbein geben für die Deges vor, wie der Ausbau der B1 zur A40 erfolgen soll. Im aktuellen Bauabschnitt umsetzen müssen das die Bauleiter Stefan Rotthaus und Michael Richter (3.u.4.v.r.). Alexandra Flaum wiederum ist für die externe Bauüberwachung zuständig und schaut der ausführenden Baufirma auf die Finger. © Udo Hennes © Udo Hennes

Erst im Sommer 2022 folgt die eigentliche Baustelle für den Straßenbau

Die derzeitige Streckenführung ist dabei nur vorübergehend: „Bis Sommer 2022 werden wir das Baufeld so vorbereiten, dass der gesamte Verkehr auf weiterhin vier Spuren über die Südseite verläuft“, sagt Paul Rehbein, Ingenieur bei der Deges. Die steuert als Planungsgesellschaft des Bundes das gesamte Projekt. Wo aktuell der Verkehr von Dortmund gen Unna auf zwei Spuren samt Standstreifen rollt, werden sich Mitte des kommenden Jahres vier Spuren finden. Das wird dann auch über Monate so bleiben – bis auf der Nordseite die dritte Spur liegt.

Im Anschluss folgt das gleiche Spiel auf der anderen Straßenseite von Dortmund kommend bis auf Höhe der Brücke Kurze Straße in Holzwickede. Dann wechselt der fließende Verkehr quasi bereits auf die A40. Ende 2025 soll dieser gut sechs Kilometer lange Hauptteil des Gesamtprojektes abgeschlossen sein.

In den Bauabschnitten zwei und drei folgen zwei kürzere Teilstücke zwischen der Ortsgrenze der Emscherquellgemeinde und dem Kreuz Dortmund/Unna sowie in Gegenrichtung auf Höhe des Dortmunder Hauptfriedhofes bis zum Anschluss zur B236. In seiner Gesamtheit soll der A40-Ausbau im Laufe des Jahres 2026 abgeschlossen sein. Aktuell ist dafür über den Bund ein Budget von 85 Millionen Euro vorgesehen.

In Fahrtrichtung Unna rollt der Verkehr noch weitgehend ungehindert. Auf dieser Südseite der B1 werden sich ab Mitte 2022 dann vier Spuren versammeln, die den Verkehr in beide Richtungen aufnehmen. © Udo Hennes © Udo Hennes

Regenrückhaltebecken entsteht an der Grenze zu Unna

Wie bereits kürzlich im Bereich der Anschlussstelle Holzwickede oder aber auch auf Höhe der Anschlüsse Sölde und Aplerbeck geschehen, werden sich Verkehrsteilnehmer bis Sommer nächsten Jahres laut Rehbein immer wieder kurzfristig auf geänderte Verkehrsführungen einstellen müssen. So stünden demnächst Arbeiten auf dem Mittelstreifen an – damit das geht, werden auch die Spuren durch die Baustelle entsprechend angepasst.

Angepasst wird derweil auch die Topografie zwischen Chaussee und der Schnellstraße: Aufmerksamen Beobachtern dürfte aufgefallen sein, dass hier ebenfalls große Mengen Erde bewegt werden. Wer meint, das könnten Vorboten für einen Anschluss an den Oelpfad samt geplanter Umgehungsstraße L677n sein, der irrt: In dem dreieckigen Baufeld entsteht ein Regenrückhaltebecken samt Wasserbehandlungsanlage. Hier wird Niederschlag abgeleitet, der zwischen Emschertalstraße und Kurze Straße zu Boden geht.

Nichtsdestotrotz weiß Deges-Mann Rehbein: „Wir werden alles so vorbereiten, dass ein Anschluss wie für die Umgehung vorgesehen jederzeit möglich ist.“

Über den Autor
Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
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Christian Greis

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