25 Jahre sind nicht genug: Hausmeister Uwe Ruhfaut feiert sein Dienstjubiläum

dz„Meine Schule“

Seit 25 Jahren ist Uwe Ruhfaut nun schon Hausmeister an der Nordschule in Holzwickede. Zum Dienstjubiläum blickt er zurück. Es gab gute Zeiten - aber auch schwere.

01.11.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min


Uwe Ruhfaut war schon Hausmeister an der Nordschule, als es noch keine Laubbläser gab. Frisch im Hausmeisteramt fegte er damals die Laubblätter mit einem Besen zu großen Haufen zusammen. „Ich habe aber nicht daran gedacht, dass um 9.30 Uhr Pause ist“, erzählt er. Die Laubhaufen hatten nicht lange Bestand.

An Momente wie diese denkt der 58-Jährige auch nach 25 Jahren noch manchmal zurück. Am 18. Oktober dieses Jahres war er genau 25 Jahre als Hausmeister für die Gemeinde tätig. Dazu gratuliert ihm am Mittwoch Bürgermeisterin Ulrike Drossel.

Schöne, aber auch schwere Zeiten

Ein Dienstjubiläum bietet immer Raum, zurückzublicken und sich an schöne, aber auch traurige Erfahrungen zu erinnern. So erzählt Ruhfaut, wie es überhaupt dazu kam, dass er sich als Hausmeister beworben hatte. Er habe zuvor 17 Jahre lang als Schlosser bei der Holzwickeder Firma Wiederholt gearbeitet. Als die Schlosserei abgebaut wurde, begann er im Betrieb am Lackofen zu arbeiten. 15 Minuten hatte er Zeit, um ein Rohr zu lackieren, dann kam das nächste per Fließband. „Es war Akkordarbeit“, erinnert er sich. Er sei jeden Abend am Ende gewesen. Die Ausschreibung der Gemeinde im Jahr 1993 kam wie gelegen. „Die Nordschule war die einzige Schule ohne Wohnung“, sagt der Hauseigentümer. Er wollte nicht in eine Hausmeisterwohnung ziehen.

Am 18. Oktober 1993 trat er seinen Dienst als Hausmeister an. Doch ein paar Jahre später holte ihn erneut der Stress ein. Er übernahm zusätzlich zur Nordschule die Aloysiusschule. „Ich musste teils vier bis fünf Mal hin und her fahren. Das war sehr stressig“, so Ruhfaut.

Zu viel Stress führte zum Herzinfarkt

Im Jahr 2008 reagierte der Körper auf den Stress – mit einem Herzinfarkt. Nach dem Vorfall sollte er sich für eine Schule entscheiden. „Ich habe die Nordschule gewählt. Es ist schließlich meine Schule.“

Diesen Satz hat der Erste Beigeordnete Bernd Kasischke schon einmal von dem Hausmeister gehört. „Es zeigt, dass Mitarbeiter sich verantwortlich fühlen. Das ist viel wert.“ Und dass Ruhfaut sich verantwortlich fühlt, ist nicht von der Hand zu weisen. Er fängt jeden Tag um 6 Uhr an, um in Ruhe in den Klassen reparieren, ausbessern und austauschen zu können. Er ist auch da, wenn kein Schulbetrieb ist – beispielsweise bei Veranstaltungen. Damit beim traditionellen Spielfest, das es übrigens schon länger an der Nordschule gibt als Ruhfaut, die Sicherungen nicht herausspringen, hat er in seinem Büro eine besondere Steckerleiste und nummerierte Kabel. „Das ist ja ein wahres Waffelbackeisenkonzept“, sagt Drossel.

In fünf Jahren geht es auf Reisen

In fünf Jahren geht Ruhfaut in Rente. Dann möchte er mit seiner Frau verreisen. Dass er irgendwo auf der Welt den einen oder anderen Schüler wiedersehen wird, ist nicht allzu abwegig. „Ich war einmal an der Nordsee und habe gehört, wie jemand ‚Hallo Herr Ruhfaut‘ rief. Es war ein Kind aus der Nordschule.“ Er könne sich nicht jeden Namen merken, aber unter den Schülern ist er bekannt – auch über die Jahre hinweg. Nicht selten erkennen Eltern, die einst Schüler waren, „ihren“ Hausmeister wieder.

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