Der Medienentwicklungsplan der Gemeinde sieht bis zum Jahr 2024 Investitionen in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro vor. Im ersten Schritt sollen alle Schulen mit schnellem Wlan ausgestattet werden.

Holzwickede

, 27.06.2019, 17:21 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Bestandsaufnahme ist durch, die Gemeinde als Schulträger der vier Grundschulen sowie der Josef-Reding-Hauptschule und des Clara-Schumann-Gymnasiums weiß, was die Einrichtungen in den kommenden Jahren benötigen, um die Digitalisierung im Unterricht voranzubringen. Nun geht es an die Umsetzung.

Der Medienentwicklungsplan (MEP) wurde am Mittwoch im Schulausschuss präsentiert und wurde in Zusammenarbeit mit Gemeinde und Schulen von der Südwestfalen-IT ausgearbeitet. Der kommunale IT-Dienstleister hat auf insgesamt knapp 100 Seiten eine Bestands- und Bedarfsanalyse durchgeführt, auf der wiederum der MEP basiert. Der Plan berücksichtigt Aufbau, Betrieb, Wartung sowie künftige Investitionen, die im Haushalt berücksichtigt werden müssen. Für das Jahr 2019 sieht der Haushalt der Gemeinde 200.000 Euro für Investitionen vor.

Damit sollen noch in diesem Jahr die Internetverbindungen in den Schulen optimiert werden. Aktuell weist lediglich das CSG eine Downloadgeschwindigkeit von maximal 100 Mbit/s auf. Alle anderen Einrichtungen müssen sich mit maximal 16 Mbit/s begnügen. Sollten mehrere Klassen in einer Schule parallel online gehen, dann ist das viel zu wenig. Der MEP hält fest, dass die Schulen einen Glasfaseranschluss bis in die Gebäude benötigen. Für alle Einrichtungen ist der Ausbau durch Förderungen gedeckt. Trotz 1,8 Millionen Euro an Fördermitteln liegt das Problem aber darin, einen Vertragspartner zu finden, der den Ausbau vornimmt.

1,1 Millionen Euro für schnelles Internet und Hardware an den Holzwickeder Schulen

An der Dudenrothschule wird mit Tablets und Mini-Computern programmiert. Damit mehr Schüler von digitalen Unterrichtsinhalten profitieren können, braucht es schnellere und stabile Datenverbindungen in den Schulen. © Udo Hennes

Hier befindet sich die Gemeinde bereits in einem zweiten Ausschreibungsverfahren zu verbesserten Rahmenbedingungen. „Das läuft noch. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir hier in den nächsten Wochen einen Vollzug melden können“, sagt Holzwickedes Erster Beigeordneter Bernd Kasischke. Nur mit einem Glasfaseranschluss ist auch schnelles Wlan möglich, das viele Endgeräte gleichzeitig stabil mit Daten versorgt. „Die entsprechenden Netzwerkverkabelungen sind grundsätzlich in allen Schulen bereits vorhanden. Hier und da braucht es aber einzelne Modernisierungen“, sagt Guido Dahlmann von Südwestfalen-IT.

Kommunaler Dienstleister

Von der Wartung zur Beratung

Südwestfalen IT hat seinen Sitz in Hemer und Siegen. Der kommunale IT-Dienstleister mit 32 Mitarbeitern betreut knapp 160 Schulen mit rund 10.500 Computerarbeitsplätzen in der Region. Waren die ITler anfangs vor allem für Wartungsarbeiten und Support zuständig, hat sich Südwestfalen-IT in den vergangenen Jahren auch als Partner bei der Erstellung von Medienentwicklungsplänen in den Kommunen bewährt.

In jedem Falle will man aber noch 2019 damit starten, schnelleres Wlan in die Schulen zu bringen. Ohne diese Grundvoraussetzung sind Tablets und Co. nicht vollumfänglich nutzbar.

Ein Endgerät kommt auf neun Schüler

Bei der Ausstattung mit Endgeräten – stationäre PCs, Laptops, Tablets – sind die Schulen in Holzwickede besser ausgestattet als der Bundesdurchschnitt. Grundsätzlich geben die Schulen im MEP beim Bedarf an, dass sie künftig eher auf mobile Geräte setzen und auf stationäre Rechner verzichten wollen. Auch die Zahl der Geräte soll erhöht werden. Der Bildungsmonitor 2018 der unternehmernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) stellt fest, dass sich in Deutschland im Schnitt 11,5 Schüler einen Computer teilen. In Holzwickede kommt ein Endgerät auf neun Schüler. Weltspitze ist übrigens Norwegen, wo sich in der Regel zwei Kinder ein Endgerät teilen.

In diese Richtung möchte man sich auch in der Emscherquellgemeinde entwickeln: „Wird der Plan zu 100 Prozent umgesetzt, würde 2024 im Schnitt ein Endgerät auf drei Schüler kommen“, sagt Dahlmann. Viele mobile Geräte bräuchten auch eine gesicherte Stromversorgung: „Hier ist noch offen, ob in allen Schulen eine entsprechende 230V-Verkabelung vorliegt. Werden viele Geräte gleichzeitig geladen, wäre das nötig, damit die Sicherungen nicht durchknallen“, sagt der IT-Fachmann.

Es sind nicht die einzigen Hürden, die bei der Umsetzung des Medienentwicklungsplans warten. So muss das pädagogische Unterrichtsnetzwerk aus Datenschutzgründen strikt vom Verwaltungsnetzwerk der Schulen getrennt werden. Hier stellen sich auch Fragen nach der Ausrüstung von Lehrern mit Computern und dem Umgang mit sensiblen Daten auf tragbaren Rechnern. CSG-Schulleiterin Andrea Helmig-Neumann machte im Schulausschuss klar, dass die Antworten darauf vom Schulministerium und nicht vom Schulträger kommen müssen.

Mit einmaligen Investitionen in die Technik ist es nicht getan

Um die Schulen in der Gemeinde in den kommenden fünf Jahren mit moderner Hardware auszurüsten, entsprechende Netzwerke einzurichten und die nötigen Internetgeschwindigkeiten zu gewährleisten, veranschlagt der MEP rund 1,1 Millionen Euro an Investitionskosten, für die diverse Förderprogramme zur Verfügung stehen. Zusätzlich würden rund 47.500 Euro im Jahr an laufenden Kosten im Jahr fällig. Zusätzlich würden rund 38.000 Euro im Jahr fällig, die Südwestfalen IT für künftige Supportkosten kalkuliert. Der Dienstleister hat vor einigen Monaten die IT-Fachkräfte der Gemeindeverwaltung im sogenannten Second-Level-Support abgelöst. Der umfasst beispielsweise das Aufstellen und Einrichten der Geräte, Netzwerkkonfiguration, Fehlerbehebung oder Virenschutz. Zuvor greift der First-Level-Support, der bei den Schulen und damit bei geschulten Lehrkräften liegt, die beispielsweise die Benutzerkonten verwalten, einfache Fehler beheben oder das Inventar an Geräten im Blick haben.

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