Der Tatverdächtige war jahrelang in einer psychiatrischen Klinik in Münster untergebracht, ehe er jüngst seine Entlassung erhielt. Nun wird dem Münsterander ein Sexualdelikt, begangen in Ascheberg, vorgeworfen. © picture alliance / dpa
Übergriff in Wäscherei

Sexualdelikt in Ascheberg: Tatverdächtiger wurde erst kürzlich aus Psychiatrie entlassen

Nach dem sexuellen Übergriff auf eine Mitarbeiterin einer Wäscherei in Ascheberg hat die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt. Der Münsteraner (36) war lange in einer Psychiatrie untergebracht, ehe er kürzlich eine Lockerung bekam.

Aufgrund von Zeugenaussagen und Video-Aufzeichnungen wurde ein Tatverdächtiger nach dem sexuellen Übergriff auf eine Mitarbeiterin (68) in einer Wäscherei in Ascheberg ermittelt. Gegen den 36-jährigen Mann aus Münster besteht dringender Tatverdacht. Nicht zum ersten Mal wird gegen ihn ermittelt. Im Jahr 2012 wurde er aufgrund eines Urteils am Landgericht in Bochum im Maßregelvollzug untergebracht. Nun, knapp zehn Jahre später, begeht er offenbar eine neue Straftat.

Wieso der Mann seinerzeit verurteilt wurde, gab die Polizei des Kreises Coesfeld nicht bekannt. Klar ist aber, dass der Mann 2012 als vermindert schuldfähig oder schuldunfähig galt, wie Carmen Echelmeyer aus der Unternehmenskommunikation der psychiatrischen Fachkliniken Alexianer, erklärte. Daraufhin wurde der Mann im Maßregelvollzug untergebracht. Laut Echelmeyer ist der 36-Jährige seit sechs Jahren in einer Alexianer-Klinik untergebracht.

Verurteilter Mann erhält Lockerungen

Doch kürzlich hat er Lockerungen erhalten. Demnach befindet er sich seit März in der sogenannten Langzeitbeurlaubung. „Die Therapie war so fortgeschritten, dass wir uns in Absprache mit der Staatsanwaltschaft und einem externen Gutachter dazu entschieden haben“, erklärte Prof. Dr. Dieter Seifert, Ärztlicher Direktor der Alexianer Region Münster und Chefarzt der Alexianer Christophorus GmbH.

Seit März ist der Mann, der eine Mitarbeiterin in einer Wäscherei in Ascheberg sexuell belästigt und mit einem Cuttermesser bedroht haben soll, demnach in einer Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung in Ascheberg untergebracht.

Er ist weiterhin in forensischer Nachsorgebehandlung. „Dabei geht es um die schrittweise Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Das passiert ganz engmaschig“, sagte Seifert. Jede Woche habe ein Austausch mit den Verantwortlichen in der Einrichtung über den Therapieverlauf stattgefunden, berichtet der Fachmann weiter. „Man schaut, wie man das Umfeld anpassen kann. Aber es ist auch so, dass es hohe Hürden sind für die Patienten, sich außerhalb der Klinik zurecht zu finden.“ In der Langzeitbeurlaubung geht es generell darum, die Menschen auf das Leben außerhalb der Klinik vorzubereiten.

Nun ist der 36-jährige Münsteraner, der dringend tatverdächtig ist, ein Sexualdelikt begangen zu haben, offenbar rückfällig geworden. Ob er 2012 wegen eines ähnlichen Deliktes verurteilt wurde, wollte Seifert auf Nachfrage nicht kommentieren. Ebenso äußerte er sich nicht dazu, ob der Mann in der Einrichtung zuvor auffällig geworden ist. Generell sagt Seifert: „Es gibt deutlich weniger Rückfälle bei einer Unterbringung in einer Forensik als in einer Justizvollzugsanstalt.“ Die Staatsanwaltschaft Münster hat die Ermittlungen gegen den Mann, der nun wieder in der Alexianer-Klinik in Amelsbüren untergebracht ist, aufgenommen.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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