Die jungen Vögel trainieren fleißig ihre Flugmuskulatur. Jede Minute könnten sie den ersten Sprung in die Tiefe wagen – und das erste Mal über die Kiebitzwiese fliegen. © Gregor Zosel
Störche in Fröndenberg

Zweite erfolgreiche Brut auf der Kiebitzwiese: Jungstörche sind bereit für ersten Ausflug

Nachdem im vergangenen Jahr der erste Jungstorch auf der Fröndenberger Kiebitzwiese groß geworden ist, haben dieses Jahr zwei Tiere überlebt. Jetzt ist auch klar, woher die Storchenmutter kommt.

„In diesem Jahr sieht es für unseren Storchennachwuchs auf der Kiebitzwiese sehr gut aus“, freut sich der Hobby-Ornithologe Gregor Zosel. Nachdem im vergangenen Jahr ein Jungvogel an der sommerlichen Gluthitze verstarb und nur ein Jungstorch überlebte – immerhin der erste überhaupt an der Ruhr – stand die Brut in diesem Jahr unter einem besseren Stern.

Zwar waren das Frühjahr und der Frühsommer wieder sehr trocken, aber zur richtigen Zeit kamen doch die erhofften Regenschauer und die Temperaturen waren „ganz angenehm“, beschreibt der Vogelkundler das für die Jungtiere gut geeignete Klima. „Täglich warten wir darauf, dass die beiden jungen Störche den Horst verlassen und dann ihren Weg machen und noch viele Jahre erleben“, sagte der Hobby-Ornithologe am Donnerstag. Auch im Namen aller Naturfreunde, die in den vergangenen Monaten den Einblick in die Kinderstube vom Aussichtshügel aus genießen konnten.

Eltern sind nur noch selten am Nest

Im Moment sehe man nur noch selten die Eltern am Nest, die unentwegt Futter für die hungrigen Schnäbel bringen. So habe der Storchennachwuchs neben einem Verdauungsschläfchen und Gefiederpflege genügend Zeit, die Flugmuskulatur zu trainieren.

Oft könne man die jungen Störche jetzt beobachten, wie sie flatternd schon einige Zentimeter über dem Nest an Höhe gewinnen. So werden sie nun bald den Sprung in die Tiefe wagen und die erste Runde über die Heckrindwiese drehen, möglicherweise mit einer Bruchlandung, lässt Zosel vorausblicken. „Starten, Fliegen und Landen will erst gelernt sein.“

Nachricht von der Vogelwarte Helgoland

Dank vieler Ornithologen und Fotografen, die das Brutpaar fleißig fotografierten, konnte der Ring am Bein der Storchenmutter abgelesen werden. So erreichte die Nachricht von der Vogelwarte Helgoland Fröndenberg, dass der Storch am 11. Juni 2018 in Wesel-Bislich nestjung beringt wurde. „Es handelt sich demzufolge um einen noch recht jungen Brutvogel, da die meisten Weißstörche erst nach drei bis fünf Jahren geschlechtsreif sind“, erklärt Gregor Zosel. Die Distanz zwischen Beringungsort und der Kiebitzwiese betrage lediglich 103 Kilometer.

Der Muttervogel in Fröndenberg ist selbst noch relativ jung und trägt einen Ring, der den Ornithologen Aufschluss darüber gab, wo der Vogel herkommt.
Der Muttervogel in Fröndenberg ist selbst noch relativ jung und trägt einen Ring, der den Ornithologen Aufschluss darüber gab, wo der Vogel herkommt. © Gregor Zosel © Gregor Zosel

„So geht bald wieder ein erfolgreiches Storchenjahr zu Ende“, freut sich der Hobby-Ornithologe. „Es bleibt zu hoffen, dass wir uns auch im nächsten Jahr wieder am Klappern der Störche erfreuen können.“

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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Dagmar Hornung
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